Das dürfen Sie bei Diabetes essen

Genießen ohne Verzicht

Das dürfen Sie bei Diabetes essen

Strikte Diätregeln sind heute trotz Zuckerkrankheit nicht mehr nötig.

Sie haben Diabetes ? Mehreren Tausend Österreichern wird jedes Jahr die Neudiagnose gestellt. Und die Reaktion ist bei so gut wie allen gleich: Verunsicherung! Wie funktioniert das mit dem Insulin? Was mache ich bei Unterzuckerung? Und: Darf ich wirklich nie wieder meinen geliebten Schokokuchen naschen?
Vor allem Letzteres bereitet vielen Neo-Diabetikern Sorgen. Hält sich doch bis heute landläufig die Mär, dass Essen als Zuckerkranker mehr Frust als Lust mit auf den Teller bringt. Und dass Restaurantbesuche nur mehr mit dem Taschenrechner möglich sind.  Doch Mediziner beruhigen unisono: Die Diabetes-Diät ist heute weit weniger kompliziert – und wesentlich schmackhafter – als ihr Ruf. „gesund & fit“ zeigt, wie Sie trotz Diabetes (fast) sorgenfrei essen können.  
 
Auf den Typen kommt es an

Entscheidend bei der Erstellung des Speiseplans ist der Diabetes-Typ. Leiden Sie an der meist genetisch bedingten Autoimmunkrankheit, dem Typ 1? Oder sind Sie Opfer von Typ 2 (früher landläufig als „Altersdiabetes“ bekannt), geworden?
Im ersten Fall braucht es tatsächlich einen Taschenrechner. Denn ab sofort heißt es, Broteinheiten zählen (eine Einheit entspricht 10 bis 12 Gramm Kohlenhydraten) – und davon abhängig Insulin spritzen. Haben Sie die Rechnerei aber erstmal im Griff, können Sie so gut wie alles essen. Diabetiker des Typs 2 müssen dagegen tatsächlich Diät halten. Aber nicht vorrangig wegen der Zuckerkrankheit, sondern um unnötige Pfunde loszuwerden, die häufig der Diabetes-Auslöser sind (siehe Seite 26).

Abwechslungsreiche Mischkost
Grundsätzlich empfehlen Ärzte für alle Diabetiker eine abwechslungsreiche Mischkost: reichlich Obst und Gemüse, idealerweise fünf Portionen pro Tag, zwei bis drei Mal die Woche Fisch, dafür wenig rotes Fleisch. Und: hochwertiges Olivenöl statt Butter. Beim Würzen ist das Kräuterkisterl dem Salzstreuer vorzuziehen. Vollkornbrot ersetzt das Weißmehl-Semmerl zum Frühstück, da letzteres den Blutzuckerspiegel zu schnell ansteigen und danach gleich wieder abfallen lässt.
Kochmuffel sollten nach der Diabetes-Diagnose lernen, sich zumindest kleine Gerichte wie Salate, Suppen und Eintöpfe selbst zuzubereiten. Denn viele Fertigspeisen enthalten kaum Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe, dafür aber Unmengen an Fett, Zucker und Kalorien.

Light- und Diätprodukte
Sind hier Light- bzw. spezielle Diabetikerprodukte hilfreich? Lightprodukte sehr wohl, meinen Experten. Enthalten die Käse- und Wurstprodukte doch im Vergleich zum Normalprodukt meist wesentlich weniger Fett, Zucker und Kohlenhydrate. Ausnahme: Light-Getränke. Sie sind zwar ebenso „gesünder“ als ihre Zucker-Variante, sollten aber trotzdem nicht täglich konsumiert werden. In puncto Diabetikerprodukte hingegen scheiden sich die Geister. Die meisten Ärzte raten von Diabetes-Gebäck, -Schokolade und dergleichen ab. Diese enthielten zwar keinen Zucker, dafür aber Ersatzstoffe, die den Blutzucker ebenfalls erhöhen.

Sündigen in Maßen ist erlaubt
Stichwort Zucker: Wie verhält es sich nun wirklich mit Kuchen, Eis und Schoko? Naschereien sind erlaubt, wenn auch mit Maß und Ziel. Lieber einmal ein ordentliches Stück Torte genießen, als ständig nebenbei Kekse knabbern. Freilich: Vergessen Sie dabei nicht, Ihren Zuckerspiegel zu kontrollieren und (als Typ 1-Diabetiker) notfalls nachzuspritzen.  
Ähnlich ist die Lage beim Alkohol. Der ist für seine zuckersenkende Wirkung (noch Stunden später!) bekannt – und sollte deshalb nicht regelmäßig getrunken werden. Ein Glas Wein oder Bier am Abend oder den Geburtstagssekt dürfen Sie sich aber ohne schlechtem Gewissen gönnen.

Tipps für Diabetiker 1/8
Obst & Gemüse
Je bunter, desto besser! Obst und Gemüse sollten fünf Mal täglich auf den Teller kommen. Sie enthalten viele Vitamine – und dafür wenig Kalorien.