Bauchspeicheldrüsenkrebs

Experten warnen

Bauchspeicheldrüsenkrebs wird immer häufiger

1.600 Personen erkranken in Österreich pro Jahr an Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Im Jahr 2013 wurde allein in Tirol bei 121 Personen die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs gestellt, erklärte der Mediziner Stefan Stättner bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. Die Zahl der Neuerkrankungen wird bis 2025 um bis zu 50 Prozent steigen, rechneten die Experten.

Tabak-, Alkoholkonsum und mangelnde Bewegung

Die erwartete signifikante Steigerung lasse sich unter anderem auf Tabak-, Alkoholkonsum, mangelnde Bewegung, Übergewicht und den Ernährungsstil zurückführen, so Stättner, Leitender Oberarzt der Univ.-Klinik für Visceral-, Transplantation und Thoraxchirurgie. In einer Studie in England sei belegt worden, dass sich 37 Prozent der Pankreaskarzinomfälle durch einen bewussteren Lebensstil hätten vermeiden lassen, sagte Stättner. Außerdem sei erwiesen, dass Bewegung dazu beitrage, das Wiederauftreten von Bauchspeicheldrüsenkrebs zu verhindern. Eine frühzeitige Diagnose sei außerdem wichtig.

Ohne Operation keine Heilung

Dietmar Öfner-Velano, Direktor der Univ.-Klinik für Visceral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie, verwies wiederum darauf, dass es gerade deshalb ein Problem bei der Diagnose gebe, weil die Symptome erst sehr spät auftreten würden. Gegenwärtig könne man aber darauf verweisen, bei den Operationen eine geringe Komplikations- und Sterberate zu haben. Nach wie vor sei aber ohne Operation keine Heilung möglich.

Reto Bale, der Leiter der interventionellen Onkologie-Mikrovinvasiven Therapie an der Univ.-Klink für Radiologie formulierte das Ziel, dass es darum ginge, "Patienten, die keine Aussicht auf Heilung haben, auf die kurative Schiene zu bringen". Mit punktegenauer Schmerz- und Tumortherapie, der sogenannten "Chirurgie ohne Messer", könne hierbei eine Verbesserung erzielt werden. Dabei werden Tumorgewebe oder komplexe Nervenbahnen mittels hochprozentigem Alkohol, Hitze oder Elektroimpulsen über dünne Nadeln bzw. Sonden zerstört. Durch den Einsatz von 3D-Navigationssystem und einer von den Experten entwickelten Zielvorrichtung könne jeder Punkt im Körper millimetergenau erreicht werden.