Akute Verschlechterungen als Gefahr bei COPD

Lungenerkrankung

Akute Verschlechterungen als Gefahr bei COPD

Raucherkrankheit: Lang wirksame, Bronchien erweiternde Medikamente dürften Vorteil bieten.

In der Therapie der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) wurde lange Zeit die Lungenfunktion als Maßstab für die Situation des Betroffenen gewertet. Neue Behandlungsrichtlinien betonten auch die Bedeutung von akuten Verschlechterungen (Exacerbationen) der chronischen Krankheit als bestimmender Faktor des Langzeitverlaufs, hieß es Montag bei einem Fach-Hintergrundgespräch in Wien.

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COPD
Chronisch obstruktive Atemwegserkrankungen - ist ein Sammelbegriff für lang andauernde entzündliche Erkrankungen der Bronchien und der Lunge, die mit einer Verengung (Obstruktion) der Atemwege einhergehen.


Behandlungsrichtlinien
Neu an die aktuellen wissenschaftlichen Studien angepasst wurden deshalb die internationalen Behandlungsrichtlinien (GOLD). Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung , die zum größten Teil mit dem "Raucherhusten" beginnt und mit Lungenblähung (Emphysem) enden kann, ist ein erhebliches gesundheitliches Problem.

Oft zu spät erkannt
So sagte beispielsweise der Wiener Spezialist Wolfgang Cozzarini (Wiener Donauspital) vor kurzem bei der wissenschaftlichen Fortbildungstagung der Österreichischen Apothekerkammer in Schladming in der Steiermark: "Die COPD ist eine wichtige Erkrankung, die oft nicht rechtzeitig erkannt wird. In den nächsten Jahren wird sie zur dritthäufigsten Todesursache werden. 600 Millionen Menschen weltweit sind betroffen. Jeder vierte Patient über 40 Jahre hat laut einer Salzburger Studie Anzeichen einer obstruktiven Ventilationsstörung. Zehn Prozent wären behandlungsbedürftig."

Drastische Verschlechterung
Gefürchtet sind bei COPD-Patienten häufige "Exacerbationen". Das ist eine akute und drastische Verschlechterung der Lungenfunktion mit Notwendigkeit einer Spitalsaufnahme. Häufig sind die Betroffenen auch auf Sauerstoffversorgung angewiesen.

Die Ursache für solche akute Krisen sind zumeist virale oder bakterielle Infektionen der Lunge. Innerhalb von fünf Jahren liegt die Mortalität von COPD-Patienten ohne solche akuten Probleme bei um die 30 Prozent, bei ein bis zwei Exacerbationen bei um die 50 Prozent und bei mehr als drei Exacerbationen sogar schon bei etwa 70 Prozent, so der Wiener Pneumologe Wolfgang Pohl am Montag. Lang wirksame Anticholinergika (z.B. Substanzen wie Tiotropium) können derartige akute Krisen verhindern helfen, was auch die Häufigkeit von Spitalsaufnahmen senkt.