Erstmals Fachtag für Sporternährung in Wien

Expertenrunde

Erstmals Fachtag für Sporternährung in Wien

Die Ernährung für Sportler ist genauso komplex wie deren Trainingspläne. Wie hoch die Anteile von Kohlenhydrate, Protein und Fett sein sollen bzw. wie man durch das Essen eine Leistungssteigerung erzielen kann, darüber diskutieren Experten beim ersten Fachtag für Sporternährung in Wien. Am 19. September präsentieren Referenten aus dem deutschsprachigen Raum die neuesten Erkenntnisse zum Thema.

Leistung steigern

Seit jeher versuchen Sportler ihre Leistungsfähigkeit durch spezielle Ernährungsmaßnahmen zu verbessern. Bereits in der Antike versuchte man mit dem Konsum von Stierblut sowie fünf Kilogramm Fleisch pro Tag mehr Elan zu bekommen, berichtete Tagungsleiterin Barbara Prüller-Strasser vom Institut für Ernährungswissenschaften und Physiologie (UMIT) in Hall in Tirol. Auch heute wird wieder die Zufuhr von Protein als Heilmittel für die Leistungssteigerung - vor allem bei Kraftsportlern - gesehen.

Komplexes Thema

Doch das Thema ist viel komplexer: Für körperlich wenig Aktive sieht der Energiebedarf völlig anders aus, als für Freizeit- und Leistungssportler. "Es geht darum, gesichertes Ernährungswissen im Trainingsalltag umzusetzen und bestimmte Spielregeln für Essen und Trinken in der Wettkampfsituation anzuwenden", erklärte Prüller-Strasser. Davon abhängig gestaltet sich die Zusammensetzung von Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett.

Nähtstoffspeicher auffüllen

Es gilt, die verbrauchten Nährstoffspeicher wieder aufzufüllen. Denn manches Mal zeigt sich ein gewisses Ungleichgewicht, wie Prüller-Strasser erläuterte. Während Kraftsportler wieder mehr den Blick auf die Kohlenhydrate richten sollten, könnten Ausdauersportler wiederum mehr Protein zu sich nehmen. Das bestätigte auch Biathlet Simon Eder. "Man weiß heutzutage einfach viel mehr über die Ernährung." Deshalb sei es für ihn heute Usus, bei jeder Mahlzeit eine Eiweißquelle dabei zu haben. Das war zu Zeiten, wo sein Vater Alfred Eder als Biathlet noch trainiert hat, noch nicht üblich. "Mein Vater ist auch vier Stunden auf einen Berg gegangen, ohne dabei zu trinken", erzählte der Salzburger. Heute weiß man, dass eine moderate Flüssigkeitszufuhr das Um und Auf ist.

Vitaminpillen?
Auch Vitaminpillen und antioxidative Supplemente sind im Sport weitverbreitet. "Viele Athleten und deren Trainer sind der Meinung, dass dadurch die Leistungs- und Regenerationsfähigkeit verbessert und das Auftreten von oxidativem Stress minimiert wird", so die Tiroler Ernährungswissenschafterin Birgit Wild. "Mittlerweile spricht die wissenschaftliche Datenlage aber dafür, dass antioxidative Supplemente die trainingsinduzierte Anpassung stören und sich deshalb nachteilig auf den Trainingseffekt auswirken können." Insbesondere die hohe Dosierung von Vitamin E und C würden die Bildung von freien Radikalen drosseln.

Reperaturmechanismen

Kaum bekannt ist die positive Wirkung der sportlichen Betätigung auf die DNA-Stabilität und Chromosomenschäden. "Der Körper hat sehr gute Reparaturmechanismen", die durch regelmäßige Bewegung gefördert werden, erklärte der Wiener Ernährungswissenschafter Karl-Heinz Wagner. "Man weiß jedoch bei weitem noch nicht alles." Die Datengewinnung sei nicht ganz einfach und in der Regel müssen invasive Untersuchungen wie etwa Muskelbiopsien durchgeführt werden, um entsprechendes Untersuchungsmaterial zu gewinnen. "Und wer macht das schon vor einem Wettkampf", so Wagner.

Service: 1. Fachtag für Sporternährung, 19. September 2014, 8.30 - 17.30 Uhr, Veranstaltungsort: Schloss Schönbrunn, Apothekertrakt, Zugang Grünbergstraße Meidlinger Tor, 1130 Wien, Informationen unter http://go.apa.at/TnSNfxw6

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