Angewohnheit erhöht Alzheimer-Risiko um 80%

Studie

Angewohnheit erhöht Alzheimer-Risiko um 80%

Alzheimer-Demenz ist nicht heilbar, klinische Symptome lassen sich aber verzögern und erstes Auftreten von Vergesslichkeit positiv beeinflussen. Diesbezügliche Erkenntnisse der MedUni Wien wurden nun von einer Studie aus Finnland und Schweden bestätigt. Ein "multimodales Alltagstraining" wirkt sich etwa positiv bei der Planung und Durchführung von Projekten aus, teilte die MedUni am Montag mit.

Bewegungsträge haben ein um 80% erhöhtes Alzheimer-Risiko

Für die finnisch-schwedische Studie wurden 1.260 Personen zwischen 60 und 77 Jahren, die bereits vergesslich waren, in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe von 631 Personen erhielt über 24 Monate ein alltagsangepasstes regelmäßiges körperliches Training mit Spaziergängen und gleichzeitigem Dialog, ein Balance- und Gedächtnistraining am Computer, sozialen Aktivitäten, einer gesunden Diät sowie Überwachung des Herz-Kreislauf-Status.

"Das Ergebnis war eine signifikante Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten in den Bereichen Verarbeitungsgeschwindigkeit und Exekutivfunktionen in der aktiven Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe", betonte Peter Dal-Bianco, Alzheimer-Experte der Universitätsklinik für Neurologie an der MedUni Wien. Bewegungsträge Menschen haben ein um 80 Prozent erhöhtes Alzheimer-Risiko im Vergleich mit körperlich aktiven Menschen, hatten bereits frühere Forschungen an der MedUni gezeigt. Weitere Faktoren für ein Auftreten von Demenz sind Übergewicht, Diabetes mellitus, Bluthochdruck und Rauchen.

Krankheit könnte viel länger hinausgezögert werden

"Die neurodegenerativen Gewebsveränderungen im Gehirn entwickeln sich langsam und beginnen bereits etwa 30 Jahre vor den ersten klinischen Demenzsymptomen", erläuterte Dal-Bianco. "Wenn wir also in einem frühen Stadium die richtigen Maßnahmen ergreifen und wissenschaftlich nachweisen können, dass sie auch wirken, könnten vielen Menschen den klinischen Ausbruch der Erkrankung so lange hinauszögern, dass sie diesen vor ihrem altersbedingten Tod nicht erleben müssen."

Aktuelle Studien über Alzheimer

An der Universitätsklinik für Neurologie wird in einer Studie zur Behandlung von Alzheimer-Demenz im frühen Stadium eine Hirnstimulation mit Ultraschallwellen eingesetzt. Damit soll die Neubildung von Strukturen im Nervensystem gefördert werden. Eine weitere Studie läuft gemeinsam mit der Universitätsklinik für Klinische Pharmakologie. Dabei wird die Aktivität der Nervenzellen der Netzhaut im Auge durch Lichtstimulation gesteigert. Sind diese Nervenzellen nicht mehr in der Lage ausreichend Signale zur nötigen Nährstoff- und Blutversorgung auszusenden, kann dies ein Indiz für die weitere Entwicklung zur Alzheimer-Demenz sein. Die Forscher erhoffen sich so eine weitere Möglichkeit der Alzheimer-Früherkennung.

Tipps zur Alzheimer-Vorbeugung 1/5
1.) Körperliche Fitness

Wer seinen Körper fit hält, tut auch etwas für sein Gehirn. Deshalb sollten Sie sich ausreichend bewegen. Schon leichte sportliche Betätigung wie flotte Spaziergänge, Radfahren oder Tanzen aktivieren das Gehirn. Als Richtwert sollten Sie 150 Minuten pro Woche anpeilen um gesund und fit zu bleiben.
2.) Kopfarbeit

Geistige Herausforderungen halten das Gehirn fit. Dinge wie Zeitung lesen, sich weiterbilden und Sachen auswendig lernen hilft beim Aufbau der kognitiven Reserve und trainiert das Gedächtnis.
3.) Ernährung

Wer viel Obst, Gemüse und Fisch isst, leidet seltener an geistigem Abbau. Die mediterrane Diät ist hier ein guter Anhaltspunkt, da sie alle wichtigen Lebensmittel miteinschließt, die das Entstehen von Alzheimer vorbeugen bzw. Hinauszögern können.
4.) Soziale Kontakte

Auch das Pflegen von Beziehungen zu Freunden, Kollegen und Bekannten hält den Geist fit. Denn soziale Interaktionen aktivieren das Gehirn und halten es jung.
5.) Medizinische Vorsorge

Wer mittels einer gesunden Lebensweise auf sich Acht gibt und sich regelmäßig vom Arzt durchchecken lässt, der senkt ebenfalls das Risiko an Alzheimer zu erkranken. So können rechtzeitig Unregelmäßigkeiten erkannt und behandelt werden, die möglicherweise später Alzheimer fördern können.

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