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Hausmittel im Check

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Warmer Topfenwickel

Anwendung: Topfen wird auf ein Tuch aufgetragen und eingeschlagen, dann mit einer Wärmflasche auf Körpertemperatur erwärmt und mit einem weiteren Tuch auf der betreffenden Körperstelle fixiert. Er sollte mehrere Stunden am Körper bleiben und hilft angeblich gegen Husten, Heiserkeit, Halsschmerzen und chronische Gelenksentzündung.

Dr. Theresa Kapral: Altes Hausmittel. Warmer Topfenwickel wirkt entzündungshemmend, schleimlösend und schmerzlindernd. Er ist sowohl für Erwachsene als auch für Kinder, Säuglinge und ältere Menschen geeignet. Ich empfehle warme Topfenwickel als ergänzende Maßnahme bei akuten Erkrankungen der Atemwege.

Cola & Salzstangen

Anwendung: Cola trinken und Salzstangen essen wird häufig bei Durchfall empfohlen. Angeblich soll damit der Magen beruhigt und der Flüssigkeits- und Salzverlust ausgeglichen werden.

Dr. Stefan Fuhrmann: Vorsicht! Cola enthält sehr viel Zucker, wodurch es zu einer vermehrten Wasserausscheidung über die Niere kommt. Dadurch verliert man mehr Flüssigkeit und Elektrolyte wie Kalium. Salzstangen enthalten vor allem Natrium. Bei Durchfall braucht man aber mehr Natrium und Kalium. Hier hilft besser eine Elektrolytlösung aus der Apotheke oder 1/2 L Mineralwasser und 1/2 L Orangensaft mit 3/4 TL Salz und 8 TL Zucker vermischt.

Essigpatschen

Anwendung: Sie gelten als das Hausmittel bei Fieber schlechthin: Essigpatschen. Dafür zu einem Liter Wasser einen EL Essig beifügen, ein Leinentuch darin tränken und um Waden bzw. Füße wickeln. Darüber Socken oder Wolltücher tragen. Die Innenseiten müssen gewechselt werden, wenn sie sich nicht mehr kühl anfühlen.

Dr. Alexander Ditscheiner: Vorsicht! Aus Studien ist bekannt, dass temperatursenkende Maßnahmen den Krankheitsverlauf verlängern können bzw. sogar die Wahrscheinlichkeit einer Sekundärinfektion steigt. Viren und Bakterien können unter höheren Körpertemperaturen besser eliminiert werden. Vergleicht man die fiebersenkenden Maßnahmen hinsichtlich des Krankheitsverlaufs, so steigen physikalische Maßnahmen wie z. B. Essigpatschen schlechter aus als Medikamente.

Zwiebelsaft

Anwendung: Dieses Hausmittel wird häufig gegen Husten eingesetzt und ist einfach herzustellen: Eine Küchenzwiebel in Würfel schneiden, mit etwas Wasser bedecken, 4 bis 6 EL Honig hinzufügen. Etwa 1 bis 2 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen und dann bei Bedarf löffelweise einnehmen.

Dr. Doris Gapp:  Die Zwiebel wirkt antibakteriell, schleimlösend und entzündungshemmend. Für die Wirkung sind die schwefelhaltigen Verbindungen verantwortlich. Weiters enthält sie ätherische Öle und Flavonoide. Durch diese Kombi kommt es zu einer Beruhigung der Bronchien und zur Linderung des Hustenreizes. Wichtig: zusätzlich viel trinken!

Inhalationen

Anwendung: Inhalieren kann Erkältungsbeschwerden lindern; die Schleimhäute werden befeuchtet, atmen fällt leichter. Einen gehäuften TL Salz in 1 L kochendem Wasser auflösen, in eine Schüssel füllen. Etwas abkühlen lassen, Kopf mit einem Handtuch bedecken und ca. 10 Minuten tief inhalieren.

Dr. Oliver Ortner: Vorsicht! Warminhalationen empfehle ich nicht im Akutstadium einer Erkältungskrankheit, da es hier durch Gewebserwärmung zu Schleimhautschwellung und vermehrter Schleimbildung kommt. Warminhalationen nur bei abklingender Erkältung mit bestehender Schleimhauttrockenheit und Reizgefühl im Kehlkopf und Bronchialbereich. Grundsätzlich empfehle ich eher Inhalationen mit Eibisch- oder Salbeitee.

Hühnersuppe

Anwendung: Schon seit Jahrhunderten wird eine kräftige Hühnerbrühe bei Erkältung und Erkrankungen der oberen Atemwege eingesetzt. Zur Zubereitung werden Wasser, Hühnchen, Zwiebeln, Kartoffeln, Karotten, Pfeffer, Sellerie, etwas Salz und Petersilie benötigt. Daraus eine Suppe kochen, die heiß und eventuell mit einer stärkenden Einlage wie Reis oder Nudeln gegessen wird.

Dr. Michael Gschwantler: Hühnersuppe kann nicht schaden! Eine Hühnersuppe ist warm, nahrhaft und relativ leicht verdaulich. Ob sie deshalb besser gegen grippale Infekte geeignet ist als andere Hausmittel oder auch Medikamente, kann man nicht sagen. Eine wissenschaftliche Evidenz für die Wirksamkeit von Hühnersuppe gibt es jedenfalls nicht. Schaden kann es aber trotzdem nicht, sich eine kräftigende Suppe zuzubereiten oder zubereiten zu lassen.

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