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Haumittel im Mythen-Check

Bevor man zur Tablette greift, können Hausmittel wie Zwiebeln, Topfen oder Hühnersuppe eine Erkältung eindämmen. Wird diese schlimmer, heißt es ab zum Arzt!

MYTHOS Nr.1 : Eine Erkältung dauert mit & ohne behandlung 7 Tage

Teilweise richtig! Im Durchschnitt dauert eine Erkältung tatsächlich sieben Tage lang. Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch liegt bei zwei bis fünf ­Tagen. Behandelt man die Erkältung mit Medikamenten, wird man zwar nicht schneller gesund, doch die Symptome können gelindert werden: Ein Nasenspray hilft beim Atmen (Achtung: Nur sieben Tage benutzen!), Inhalation mit Dampfbädern löst Schleim in Hals und Nase und Lutschtabletten befeuchten die Schleimhäute im Hals. Natürlich kann ein Virusinfekt auch mal kürzer sein oder länger dauern. Selbst wenn ein Rest-Husten noch einige Wochen lang besteht, ist das kein Grund zur Sorge. Sollte die Erkältung nach ein paar Tagen nicht besser, sondern sogar schlimmer werden, sollte man jedoch schnell einen Arzt aufsuchen.

MYTHOS Nr. 2 : Hühnersuppe lindert Erkältung

Nicht ganz richtig: Viele Großmütter schwören auf die heilende Wirkung einer heißen Hühnersuppe. US-Forscher haben zwar festgestellt, dass die Brühe die Aktivität weißer Blutkörperchen, die an den Erkältungsprozessen beteiligt sind, hemmt – doch einen tatsächlichen Effekt auf unsere Genesung ist nur schwer belegbar. Vielleicht ist auch der Placebo-Effekt das, was uns in dieser Situation wieder auf die Beine hilft.

MYTHOS Nr. 3: Zwiebelhälften gegen Ohrenschmerzen

Richtig!  Die Zwiebel ist ein wahrer Allrounder: Ihre ätherischen Öle wirken nämlich stark antibakteriell und desinfizierend. Schneidet man eine Zwiebel in zwei Hälften, wickelt sie in ein sauberes Tuch und legt sich diese dann auf das entzündete Ohr, kann das die Beschwerden nach 20 bis 30 Minuten mindern. Auch als Hustensaft eignet sich die scharfe Knolle – einfach eine halbe Zwiebel klein schneiden, zwei Löffel Honig darüber und mehrere Stunden ziehen lassen. Die abgestandene Flüssigkeit nun abgießen und mehrmals täglich einen Löffel einnehmen.

MYTHOS Nr. 4: Antibiotika schaden nicht

Falsch! Eine Erkältung wird durch verschiedenste Viren (z. B.: Rhinoviren, Adenoviren) ausgelöst, Antibiotika sind jedoch nur bei Bakterien (z. B.: Salmonellen, Scharlach, Keuchhusten usw.) wirkungsvoll. Bei der Einnahme von Antibiotika sollte man außerdem auf Nebenwirkungen achten. Durchfall, Magenschmerzen oder andere Magen-Darm-Beschwerden können dadurch auftreten. Wer zu oft Antibiotika einnimmt bzw. falsch einnimmt, kann außerdem resistent dagegen werden – und das kann im Ernstfall lebensbedrohlich sein. Nehmen Sie deshalb nie leichtfertig ein Antibiotikum zu sich!

MYTHOS Nr. 5 Topfenwickel gegen Halsweh

Richtig: Bei akuten Erkrankungen der Atemwege können Topfenwickel tatsächlich helfen. Kommt der Topfen mit der Haut in Berührung, wird ein Milchsäure­prozess eingeleitet – dadurch werden Entzündungsstoffe angezogen. Wird der Topfenwickel warm angewendet, wirkt dieser entzündungshemmend ­sowie schleimlösend. Dafür den Topfen fingerdick auf die Mitte eines Tuchs auftragen, einschlagen und für 10 bis 20 Minuten um den Hals wickeln.

MYTHOS Nr. 6 Zitrone als bester Vitamin-C-Lieferant

Falsch: Vitamin C ist wichtig für die Abwehr, da es aus der Umwelt stammende aggressive Teilchen unschädlich macht. 100 Gramm Zitronen enthalten zwar viel Vitamin C (50 mg), doch die wahren Spitzenreiter sind roter Paprika (140 mg auf 100 Gramm), Petersilie (160 mg auf 100 Gramm) und die Schwarze Johannisbeere (175 mg auf 100 Gramm).

MYTHOS Nr. 7: Saunagang verboten

Teilweise richtig: Regelmäßige Besuche in der Sauna stärken Ihre Abwehrkräfte. Ist jedoch eine Erkältung im Anmarsch und Sie sind kein regelmäßiger Saunagänger, dann könnte die Hitze Herz und Kreislauf belasten – also lieber verzichten und nach dem Infekt saunieren.