Zika

Ärzte warnen vor Pestizid

Zika-Virus doch nicht Schuld an Schädelfehlbildungen?

Sind Pestizide an den zahlreichen Missbildungen Schuld?

Täglich gibt es neue Fälle vom Zika-Virus. Die Angst vor der Ansteckung steigt und die Bilder von den betroffenen Babys mit Schädelfehlbildungen lösen heftige Reaktionen aus. Was steckt wirklich hinter dieser Erkrankung? Nach Vogelgrippe, Schweinegrippe und Ebola ist nun das Zika-Virus großes Thema. Eine neue Ursache für die Erkrankung macht derzeit die Runde: Ist in Wahrheit ein Pestizid für diese erschreckenden Bilder verantwortlich?

Ärzte warnen vor dem Pestizid Pyryproxyfen
Argentinische Ärzte warnen vor dem gefährlichen Pestizid Pyryproxyfen. Sie machen dieses für die zahlreichen Fälle der Mikrozephalie (Schädelfehlbildungen) verantwortlich. Das Pestizid wurde in der nordöstlichen brasilianischen Provinz Pernambuco verstärkt eingesetzt. Ärzte hatten unter Verweis auf Analysen einer brasilianischen Nicht-Regierungsorganisation die Häufung in Verbindung mit diesem Stoff gebracht. Er wird dem Wasser zugemischt, um die Vermehrung von Moskitos, die auch das Zika-Virus übertragen können, zu verhindern.

Das spricht gegen das Zika-Virus
Bisherige Zika-Epedemien lösten keine Missbildungen aus. Dabei wurde das Zika-Virus bereits 1947 im Zika-Wald in Uganda entdeckt. Ein Bericht argentinischer Ärzte zeigt hingegen, dass das verdächtigte Pestizid Pyryproxyfen erst seit 18 Monaten eingesetzt wird. Ausgerechnet in diesen Regionen sind die meisten Mikrozephalie-Fälle bekannt. Ein Zufall?

 

Auch auf Facebook macht sich Skepsis breit

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Das brasilianische Gesundheitsministerium streitet Zusammenhang mit Pestiziden ab
Brasiliens Gesundheitsministerium hat in der Zika-Debatte einen möglichen Zusammenhang zwischen der Zunahme von Schädelfehlbildungen und einem eingesetzten Pestizid zurückgewiesen. "Es gibt keine epidemiologische Studie, die eine Verbindung zwischen dem Einsatz von Pyriproxifen und Mikrozephalie beweist", teilte das Ministerium am Montag mit.

Das Ministerium betonte, man verwende nur von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene sogenannte Larvicide. Dazu zählt auch Pyriproxifen. Allerdings setzen die Gesundheitsbehörden des Bundesstaates Rio Grande do Sul das Insektizid vorerst nicht mehr ein.

Brasilianische Forscher haben außerdem das Zika-Virus in Gehirnen von Neugeborenen lokalisiert und glauben damit einen weiteren Hinweis auf einen Zusammenhang zwischen dem Erreger und einer gefährlichen Fehlbildung des Kopfes gefunden zu haben. Die Ärztin Lucia Noronha von der Brasilianischen Gesellschaft für Pathologie sagte, das Virus sei im Hirngewebe nachgewiesen worden. Es sei aber noch nicht klar, wie der Erreger wirkt.

So stark ist Brasilien betroffen
Nach Angaben der brasilianischen Behörden sind seit Oktober mehr als 4.000 Babys mit Verdacht auf Mikrozephalie auf die Welt gekommen, 462 Fälle sind bisher bestätigt. Der Kopf dieser Kinder ist deutlich zu klein und die Gefahr groß, dass sie geistig behindert sind oder unter neurologischen Schäden leiden werden.