Werden Gelsenstiche immer schlimmer?

Schmerzhaft

Werden Gelsenstiche immer schlimmer?

"Die Umweltgifte machen Gelsenstiche immer schlimmer" oder "Gelsen sind so verseucht wie noch nie". Haben Sie solche Weisheiten auch schon gehört oder vielleicht sogar selbst von sich gegeben? Immer mehr Menschen reagieren heutzutage auf Insektenstiche mit Rötungen und schmerzhaften Schwellungen. Woran liegt das? Sind die kleinen Blutsauger wirklich gefährlicher als früher?

Entzündungen
Die Stiche jucken und schwellen mehr an als früher. In einigen Fällen kommt es sogar zu Entzündungen, die eine Behandlung mit einem Antibiotikum nötig machen. Experten bestätigen, dass sich die Fälle von heftigen Reaktionen auf an sich harmlose Insektenstiche häufen. Bei den Gründen herrscht allerdings keine Einigkeit.

Nicht kratzen!
Durch die starken Niederschläge und den milden Winter haben die Blutsauger ideale Bedingungen. Empfindliche Menschen leiden unter dem hohen Gelsenaufkommen. Bei vielen Stichen können Menschen mit Allergiepotential sehr starke Symptome zeigen. Wegen dem starken Juckreiz kratzen viele Menschen die Stiche auf und die Haut entzündet sich. Dann ist oft eine Behandlung mit Antibiotika notwendig.

Warum?
Immer mehr Menschen leiden unter allergischen Reaktionen, nicht nur auf Insektenstich, sondern generell. Es gibt auch immer mehr Personen, die zum Beispiel auf Lebensmittel allergisch reagieren. (Lesen Sie hier: Unverträglichkeiten werden immer häufiger). Einige Experten gehen davon aus, dass Stiche heute stärker anschwellen, weil im Speichel der Insekten oft Insektizide enthalten sind, gegen die die Tiere mittlerweile Resistenzen entwickelt haben. Diese Stoffe spritzen die Tiere dann zurück, was bei den Gestochenen zu heftigen allergischen Reaktionen führen kann. Andere Experten vermuten, dass die allergischen Reaktionen vielleicht doch etwas mit Umweltgiften zu tun haben könnten. Wissenschaftliche Beweise gibt es dafür bisher aber nicht.

Was tun bei Allergie?
Bei Nichtallergikern schwillt und juckt die Haut nach einem Gelsenstich. Bei Allergikern schwillt die Einstichstelle stark an und entwickelt sich zu einer juckenden Quaddel. Ursache ist eine Überreaktion des Immunsystems auf Eiweißstoffe im Speichel der Blutsauger. Eine Gelsenallergie ist im Normalfall nicht so gefährlich wie eine Allergie auf Wespen- oder Bienenstiche, kann aber trotzdem sehr unangenehm werden. Es kann zu Fieber, Erbrechen, Atemnot und Kreislaufproblemen kommen. In diesem Fall sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.

10 Gelsen-Mythen unter der Lupe 1/10
1. "Süßes Blut" Stimmt nicht! Gelsen bevorzugen zwar den einen mehr als den anderen, das liegt aber nicht am "süßen Blut", sondern am ausgeatmeten Kohlendioxid.
2. Gelsen können Aids übertragen Stimmt nicht! Wenn Gelsen einen infizierten Menschen gestochen haben, können Sie eine zweite Person nicht anstecken. Das Blut fließt durch ihren Rüssel nur in eine Richtung – in den Magen.
3. Gelsen bevorzugen dunkle Kleidung Stimmt! Wenn Sie bei der nächsten Grillparty zu heller Kleidung greifen, werden Sie bestimmt weniger attackiert.
4. Lavendelöl hält Gelsen fern
Stimmt! Tupfen Sie statt einem blumigen Parfum ein paar Tropfen Lavendelöl (auch Nelkenöl hilft) in Ihre Armbeugen und Kniekehlen und die Quälgeister suchen sich lieber ein anderes Opfer.
5. Gelsenstiche werden immer ärger Stimmt nicht! Es gibt zwar immer wieder Häufungen von schwereren Reaktionen. Aus Sicht der Experten ist das aber eher ein jahreszeitliches Phänomen. Insgesamt sind die Folgen von Insektenstichen heute nicht schlimmer als vor 10 oder 15 Jahren. Es liegt also nicht an den Umweltgiften, von denen die Insekten heute angeblich viel mehr mit sich rumtragen, als früher.
6. In den Bergen ist man sicher Stimmt! Über 800 bis 1.000 Meter Meereshöhe ist Schluss mit den lästigen Saugern. Im 8. Stock eines Wohnhauses sind Sie hingegen nicht vor den Biestern sicher.
7. Ultraschallgeräte vertreiben Gelsen Stimmt nicht! Das hat sich in mehreren Tests als unwirksam erwiesen.
8. Knoblauch essen als Schutz Stimmt nicht! Auch diese Methode bringt nichts. Und auch viel Alkohol hält die Mini-Vampire nicht fern.
9. Frauen werden öfter gestochen Stimmt nicht! Wissenschaftliche Tests haben ergeben, dass Männer und Frauen gleich häufig gestochen werden.
10. Nur Salben helfen bei einem Stich
Stimmt nicht! Auch Speichel kühlt und wirkt abschwellend.

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