Wenn das Zuhause krank macht

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Wenn das Zuhause krank macht

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Schimmel im Wohnraum birgt gesundheitliche Risiken. An welchen Symptomen man Schimmelerkrankungen erkennt und welche Heilkräuter man als natürliche Antipilzmittel einsetzen kann. 

Sie gehören zu den ältesten Lebewesen dieses Planeten und sind Überlebenskünstler - sie kommen immer wieder und wieder. Seit Menschen in Innenräumen leben, sind Schimmelpilze laut Dr. Jill Crista ein Thema und können viele Beschwerden und Krankheiten verursachen. Die Ärztin verrät in ihrem Buch "Nie wieder Schimmel" u. a., wie man eine Schimmelpilzerkrankung erkennen und natürlichen heilen kann.

Die Waffen der Schimmelpilze

Schimmelpilze verfügen über Sporen und Gase, von denen die sogenannten "Mykotoxine" am gefährlichsten sind. Diese giftigen Gase sind geruchslos, 50-mal kleiner als Sporen und können in die Atemwege eindringen, die Schleimhäute der Nase sowie die Nebenhöhlen passieren und tief in die Lunge wandern. Nicht einmal unsere Haut hat Abwehrmechanismen dagegen. Völlig unbemerkt und ohne Spuren ist es ihnen möglich, in einem Gebäude zu wachsen -etwa unter dem Fußbodenbelag oder auch hinter den Tapeten. Sind Innenräume von Schimmelpilzen befallen, kann man aber auch manchmal einen modrigen, muffigen Geruch wahrnehmen. "Diese Gerüche stammen von anderen Chemikalien, die von Schimmelpilzen abgegeben werden, wie zum Beispiel flüchtige organische Verbindungen, Aldehyde und Alkohole", schreibt die Ärztin.

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Nicht gastfreundlich sein. Seien Sie dem Schimmel ein schlechter Gastgeber, füttern Sie ihn nicht und bieten Sie ihm gar nicht die Möglichkeit zu gedeihen, so Dr. Crista. Die Lieblingsspeise von Schimmel sind Materialien, die aufgebrochen oder mit Papier verkleidet sind wie Gipskartonplatten, Sperrholz, Unterböden, Teppich, Karton, Kork, Spanplatten, Grobspan-bzw. OSB-Platten. Die perfekten Voraussetzungen, um Schimmelsporen zu füttern, schafft man außerdem durch Staub -Schimmel wächst sogar auf staubigem Zement - und durch eine hohe Luftfeuchtigkeit in Innenräumen. Kontrollieren Sie also sorgsam die Feuchtigkeit in Ihrem Zuhause und es schadet nicht, wenn Sie regelmäßig Staub wischen, empfiehlt die Ärztin.

Mögliche Erkrankung erkennen

Schimmelpilze verursachen in vielen Bereichen im Körper Symptome. "Jeder reagiert anders auf Schimmel", so die Autorin. Jedoch konnten für eine Schimmelpilzerkrankung spezielle Symptome bei vielen Patient:innen beobachtet werden. Sie betreffen die Augen, die Nase, die Ohren, den Hals, die Haut, das Gehirn, das Nerven-, das Kreislauf-, das Harn-, das Atmungs-, das Verdauungs- und das Immunsystem oder den Fortpflanzungsapparat. "Frauen entwickeln allgemein schneller Symptome als Männer", verrät die Ärztin. Denn aufgrund ihres höheren Körperfettanteils können sie mehr Mykotoxine, die fettlöslich (Anm.: werden in Fett gespeichert) sind, speichern. Hinter Diagnosen, die Namen wie "idiopathisch" oder "Sarkoid" tragen, mit "Pneumo" anfangen oder auf "itis" enden, könne laut der Ärztin auch eine Schimmelpilzerkrankung stecken. Im Infokasten rechts finden Sie eine Auflistung einiger Beschwerden. Haben Sie nur ein Symptom von dieser Liste, bedeutet das meist nicht, dass Sie an Schimmelpilzen erkrankt sind. Meist leidet man an vielen unterschiedlichen Beschwerden. Anhand von Labortests kann man feststellen, ob der Körper mit Schimmel belastet ist.

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Natürliche Antipilzmittel

Dr. Crista verrät in ihrem Gesundheitsratgeber auch, welche Heilkräuter als Antipilzmittel wirken. Schimmelpilzerkrankungen könne man etwa mit Mariendistel (Anm.: 750 mg Bio-Mariendistelpulver, d. h. Silybum marianum tgl. einnehmen), Kurkuma (Anm.: 5 Tage hintereinander Curry mit einem TL Kurkuma, das in Kokosöl geschmort wurde, essen.) heilen. Grüntee (Anm.: 2 Tassen tgl.) und Kamillentee beheben Mykotoxinschäden. Olivenblätter (Anm.: 500 mg der ganzen Pflanze oder des Extrakts 2-mal tgl.) und Oreganoöl (Anm.: regelmäßig zum Kochen verwenden oder bis zu 7 Tage lang ein-bis zweimal tgl. 150 mg eines 10:1-Extrakts einnehmen) sind ebenfalls Antimykotika.


Mögliche Symptome bei Schimmelpilzerkrankung: Checkliste

Beschwerden
Vorsicht: Ersetzt nicht die Diagnose bzw. den Besuch beim Arzt.

- Brain Fog (Gehirnnebel)
- ständige Müdigkeit
- ständig laufende Nase
- häufiges Schnäuzen
- Niesen, Sinusitis oder Sekretfluss im Rachen
- Nasenbluten
- geschwollene Lymphdrüsen
- Kurzatmigkeit
- häufiges Gähnen oder Seufzen
- Herzrasen
- Kopfschmerzen
- Heuschnupfen
- gereizte Augen, verschwommene Sehkraft, häufige Veränderung der Sehstärke
- Allergien
- dunkle Augenringe
- Lichtempfindlichkeit
- Nervosität
- schlechte Laune/Depressionen
- Blähungen, aufgebläht fühlen, Übelkeit oder Verstopfung
- periodisch auftretender/chronischer trockener Husten oder gereizte Lunge-blutiger Auswurf- Nasenpolypen
- belegte Zunge
- wunde Stellen im Mund
- Pusteln im Rachen
- Soor (Pilzinfektion)
- wunde oder juckende Gehörgänge, Ohrgeräusche
- Lärmempfindlichkeit
- Hautausschlag-brennende oder juckende Haut
- Neigung zu Blutergüssen
- Besenreiser-Empfindlichkeit gegenüber Schildern und Nähten in der Kleidung
- Anämie (Blutarmut)
- hervortretende Adern an den Gliedmaßen
- Ödeme in den unteren Extremitäten
- häufiges Räuspern
- Halsschmerzen
- häufige Erkältungen
- langwierige Erholung von Erkältungen
- Erschöpfung nach Anstrengung
- häufige Schläge durch statische Aufladung
- verstärkter Durst
- Schlafprobleme
- Gefühl von innerem Vibrieren
- Benommenheit-Schwindel
- Gefühl der Trunkenheit
- häufiges Urinieren
- Infektionen mit Hefepilzen
- Veränderung des Appetits
- Heißhunger nach Süßem
- Verlangen nach Alkohol
  

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