Weihwasser oft stark mit Keimen belastet

Bakterien-Schleuder

Weihwasser oft stark mit Keimen belastet

Beim Betreten einer Kirche denken wohl die wenigsten an Bakteriengefahren

Sie sind frommer Kirchengeher oder fromme Kirchengeherin? Dann könnten Sie sich regelmäßig einer Vielzahl von Keimen und Bakterien aussetzen, ohne es zu wissen.

Bakterien-Hotspot
Das Tunken ins Weihwasser mit anschließendem Bekreuzigen gehört für gläubige Katholiken zum Standard-Programm. Das Wasser bzw. die Qualität ebendieses ist dabei eher nebensächlich. Das sollten Sie aber eventuell überdenken. In den vergangenen Jahren wurde Weihwasser, wie es üblicherweise nahe Kircheingängen zu finden ist, mehrmals auf Keimbelastung untersucht. Die Ergebnisse haben jedes Mal überrascht: Unzählige Bakterien, darunter Krankheitsauslöser oder Überträger von Hautkrankheiten, schwammen in den Becken. Wer überlegt, weiß auch warum. Vor einem gut besuchten Gottesdienst können schon mal hundert Hände oder mehr in das Wasserbecken tauchen – natürlich sind diese nur selten keimfrei rein.

Dazu kommt, dass das Weihwasser nur in den wenigsten Kirchen oft ausgewechselt wird. In den Untersuchungs-Ergebnissen der Hochschule Furtwangen fiel auf, dass es deutliche Unterschiede in der Keimdichte zwischen Weihwasser in ländlichen Kirchen und jenem in städtischen Gebieten gibt: In der Regel war das Wasser in Stadt-Kirchen deutlich mehr verschmutzt, was logisch auf die höhere Besucherdichte zurückzuführen ist. Für Menschen mit geschwächtem Immunsystem – etwa Kinder, kranke oder ältere Menschen – könnte das Bekreuzigungsritual deshalb eine potentielle Gefahrenquelle sein.

Unser Alltag ist tatsächlich voller Bakterien, die für gesunde Menschen in den meisten Fällen kein Problem darstellen. Es empfiehlt sich dennoch, nach Möglichkeit auf Hygiene zu achten, und die größten Bakterienquellen einzudämmen. Im eigenen Haushalt lässt es sich gut damit anfangen:

Hier wimmelt es vor Bakterien 1/5
Waschmaschine
Die Waschmaschine ist ein kuscheliges Nest für zahlreiche Bakterien. Bei Waschtemperaturen unter 40 Grad haben Erreger ideale Bedingungen, um sich auszubreiten. Handtücher und Unterwäsche sollten mit 60 Grad gewaschen werden, um die Krankheitserreger unschädlich zu machen.