Was passiert beim Orgasmus im Körper?

Höhepunkt

Was passiert beim Orgasmus im Körper?

Erst 1960 nahmen sich Wissenschaftler der Sexualität als Forschungsthema an und somit der Entstehung des Orgasmus. Die Amerikaner William Masters und Virginia Johnson untersuchten das Sexleben unter Laborbedingungen und stellten dabei das Vier-Phasen-Modell auf. Dieses ist heute noch gültig.

Die vier Phasen des Orgasmus

Die sexuelle Erregung kann in vier Phasen unterteilt werden. Hier lassen sich Unterschiede aber auch Gemeinsamkeiten bei Mann und Frau erkennen.

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1. Erregungsphase In dieser Phase beginnt die körperliche Erregung von Mann und Frau. Diese kann auch sehr plötzlich eintreten. Männer reagieren bereits auf visuelle Reize, während Frauen eher eine direkte Stimulierung der erogenen Zonen benötigen.
2. Plateauphase Die Erregung nimmt zu, die Muskelspannung steigt und die Kontrolle über den Körper lässt nach. Auch Puls und Blutdruck steigen, die Atmung wird beschleunigt.
3. Orgasmusphase In dieser Phase wird die Höhe der körperlichen Erregung erreicht. Es tritt eine allgemeine Muskelspannung ein und eine Art Veränderung des Bewusstseins. Diese wird oft auch als "Schweben" beschrieben. Die Intensität des Orgasmus ist dabei von verschiedenen Faktoren abhängig, etwa von der Stärke der Erregung.

Orgasmus bei der Frau

Bei der Frau zieht sich die Muskulatur von Scheide, Gebärmutter und Beckenboden mehrfach zusammen. Der Orgasmus kann etwa 20 bis 60 Sekunden aufrechterhalten werden.

Orgasmus beim Mann

Beim Mann ist der Orgasmus wesentlich kürzer und dauert im Durchschnitt zwischen drei und zwölf Sekunden an. Er ist durch die Ejakulation und durch das rhythmische Zusammenziehen der Beckenbodenmuskulatur gekennzeichnet.
4. Rückbildungsphase Atmung, Blutdruck und Puls normalisieren sich. Die Muskelanspannung lässt ebenfalls nach. Oft tritt Müdigkeit ein, vor allem Männer haben in dieser Phase ein ausgeprägtes Schlafbedürfnis.

Rückbildungsphase bei der Frau

Frauen können, im Gegensatz zu Männern, in kurzer Abfolge mehrere Orgasmen erleben. Auch während des Liebesspiels sind multiple Orgasmen möglich. Aus diesem Grund kann es länger dauern, bis die Rückbildungsphase bei der Frau eintritt.

Rückbildungsphase beim Mann

Männer benötigen nach dem Orgasmus eine längere Erholungsphase. Sie sind weniger empfindlich für sexuelle Reize.

In den ersten beiden Phasen wird vor allem Testosteron und Östrogen ausgeschüttet. Das Testosteron hat bei Mann und Frau eine erregende Wirkung. Durch die Hormonproduktion wird bei der Frau der Beckenboden stärker durchblutet, die Gebärmutter aufgerichtet und die Scheide befeuchtet. Beim Mann führt die starke Durchblutung zur Erektion: Der Penis wird länger und dicker und richtet sich auf.

Glücksrausch

Beim Höhepunkt wird das Belohnungszentrum im Gehirn aktiviert. Kurz vor dem Orgasmus sind daher Menschen nur beschränkt in der Lage vernünftig zu denken oder kontrolliert zu handeln. Ebenso treten Stress, Ängste, Schmerzen und Aggressionen in den Hintergrund. Aus diesem Grund hat das Liebesspiel auch eine schmerzlindernde Wirkung. Dopamin und Oxytocin lösen ein Gefühl von Freude und Zuversicht aus.

In der Rückbildungsphase wird Prolaktin ausgeschüttet. Dieses hat eine beruhigende, entspannende Wirkung. Bei Männern ist diese besonders stark, weshalb diese oft nach dem Liebesspiel einschlafen.

Wie lässt sich das Lustempfinden steigern?

Ein ausbleibender Orgasmus kann viele Ursachen haben. Körperlich können Durchblutungsstörungen oder auch Medikamente einen negativen Einfluss haben, auch die Hormone spielen natürlich eine Rolle. Häufiger sind allerdings psychologische Aspekte der Grund. Beziehungsprobleme und Stress sind häufige Auslöser. Um das Lustempfinden der Frau zu steigern, benötigt diese zunächst nicht-sexuelle Anregungen, wie Intimität, um für sexuelle Reize empfänglich zu sein.

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