Gelenkschmerzen

Arthrose

Tipps für gesunde Gelenke

Lesen Sie, wie Sie die Gelenke lange gesund und stark erhalten.

Mehr als hundert bewegliche Gelenke befinden sich in unserem Körper. Sie verbinden die Knochen, damit wir uns gezielt bewegen, sitzen oder stehen können und viele von ihnen sind täglich enormen Belastungen ausgesetzt. Ohne Gelenke läuft nichts. Solange alles reibungslos funktioniert, machen wir uns kaum Gedanken über das Wunderwerk Gelenk. Ist jedoch eines unserer Gelenke erkrankt, leidet die Lebensqualität enorm.

Kranke Gelenke: 1/3
Ursachen:
Gelenkerkrankungen können durch angeborene (Wachstumsstörungen, Fehlstellungen) oder erworbene (Verletzungen, Abnützung, Entzündungen) Faktoren ausgelöst werden. Am häufigsten sind sie bedingt durch degenerative, nicht-entzündliche (Arthrose) oder entzündliche (Arthritis) Veränderungen.

Wunderwerk der Natur

Gelenke sind bewegliche Verbindungsstellen zwischen zwei oder mehreren Knochen. Sie sorgen für Stabilität, ermöglichen eine zielgerichtete Bewegung und federn in Zusammenarbeit mit der Muskulatur Druckeinwirkungen ab. Man unterscheidet zwischen echten und unechten Gelenken. Die echten Gelenke (etwa Knie-, Hüft-, Sprunggelenk) enthalten zwischen den beteiligten Knochen einen Gelenkspalt. Dieser trennt die vom Gelenkknorpel überzogenen Gelenkflächen und ermöglicht ein breiteres Bewegungsspektrum des Gelenks. Die Gelenkkapsel schließt das Gelenk nach außen hin ab. Unechte Gelenke sind knorpelige oder bindegewebige Knochenverbindungen und nur eingeschränkt beweglich. Sie sind als Wachstumszonen von Bedeutung. Nach dem Wachstum können sie verknöchern. Wir finden sie als Teile am Schädelknochen, Brustbein sowie zwischen Elle und Speiche.

Doz. Dr. Jochen Hofstätter im Talk 1/5

Welche sind die häufigsten Ursachen für Gelenksschmerzen?

Doz. Dr. Jochen Hofstätter: Es gibt eine Vielzahl von möglichen Ursachen, die je nach Alter des Patienten und Gelenk unterschiedlich sind. Am häufigsten sind beim älteren Patienten Abnützungen die Ursache. Bei jüngeren Patienten sind es oft Fehlstellungen und Fehlhaltungen, eventuell in Kombination mit Überlastung, die zu Beschwerden führen. Auch chronisch entzündliche Erkrankungen, wie Rheuma, oder Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises müssen bedacht werden.

Schlüsselrolle Gelenkknorpel

Damit in einem Gelenk die knöchernen Teile (Gelenkkopf und Gelenkpfanne) nicht aneinander reiben, sind die Gelenkflächen mit einer Knorpelschicht überzogen.  Dieses dichte Netzwerk aus Knorpelzellen und elastischen Kollagenfasern kann Wasser binden, ist elastisch und druckfest zugleich. Der Knorpel wird nicht über Blutgefäße, sondern über die Gelenkflüssigkeit – diese wird von der Gelenkinnenhaut gebildet und in den Gelenkspalt abgegeben – mit lebenswichtigen Nährstoffen versorgt. Abfallprodukte aus dem Stoffwechsel der Knorpelzellen werden über die Gelenkflüssigkeit wieder abtransportiert. Dieses System kann jedoch nur funktionieren, wenn eine regelmäßige Be- und Entlastung stattfindet. Bewegungsmangel und dauerhafte Fehlbelastungen führen zu einer Unterversorgung der Knorpelzellen und infolge zur Schädigung des Knorpels.

So können Sie Gelenkerkrankungen vorbeugen 1/6
Aktiv statt passiv
Bewegung Die goldene Regel für gesunde Gelenke lautet: viel bewegen – aber nicht überlasten. Durch die Bewegung wird Gelenkflüssigkeit produziert und der Knorpel gut mit Nährstoffen versorgt. Besonders gelenkfreundliche Sportarten sind Schwimmen, Radfahren, Wandern oder Nordic Walking.

Knorpel erhalten und regenerieren

Um die Gelenke bis ins Alter möglichst gesund zu halten, sollte Prävention bereits in jungen Jahren erfolgen. Dies beginnt mit dem Erkennen und Behandeln von Fehlstellungen und Fehlbelastungen. Bewegung ist der beste Gelenkschutz. Ausreichende, richtige Bewegung (Vorsicht vor Überbelastung!) verhindert Übergewicht und regt das Gelenk zur Produktion von Gelenkschmiere und somit zur Ernährung der Knorpelzellen an. Größte Gruppe der Gelenkserkrankungen ist die Arthrose. Galt sie früher als reine Verschleißerscheinung, zeigen neue Forschungsergebnisse, dass hier Um- und Abbauprozesse beteiligt sind, die direkt aus dem Knorpel selbst erfolgen. Ausgangspunkt sind die lebenden Zellen in der Knorpelschicht, die Chondrozyten. Sie können den Knorpel auf- aber auch abbauen. Geraten die Chondrozyten unter Stress – etwa durch Fehlstellung, Übergewicht oder Traumata – produzieren sie Stoffe, die den Knorpel zu Knochen umbauen. Forscher wollen versuchen, Knorpelschäden von innen heraus zu heilen, indem sie die Knorpel bildenden Zellen so beeinflussen, dass diese statt Knorpelmasse ab- oder umzubauen, ein Leben lang neuen Knorpel produzieren.