Sprachen lernen hält graue Zellen fit

Lernverhalten der Österreicher

Sprachen lernen hält graue Zellen fit

Bis zum Jahr 2060 wird der Anteil der über 65-Jährigen in Österreich von derzeit 18 % bis auf 29 % ansteigen. Grund genug für Babbel, die weltweit größte Sprachlern-App, sich das Lernverhalten im Alter genauer anzuschauen. Eine aktuelle Nutzerumfrage unter 48.000 Teilnehmern gibt interessante Einblicke in das Lernverhalten und die Motivation der über 55-jährigen Österreicher.

Alter ist kein Hindernis

Senioren oder „Best Ager“, wie man neudeutsch sagt, begreifen sich heute keineswegs als altes Eisen, sondern nehmen aktiv am gesellschaftlichen und kulturellen Leben teil. Lebenslanges Lernen und geistige Fitness sind folglich wichtiger denn je. Statt zu sogenannten „Braintrainern“ greifen viele zum Sprachenlernen, was auch die Studie bestätigt: 47 % aller Österreicher, unabhängig von ihrem Alter, gaben an eine Sprache zu lernen, um geistig agil zu bleiben. Dieser Anteil steigt bei zunehmendem Alter rasant. Für ganze 67 % der 55- bis 74-jährigen und ganze 78 % der über 75-jährigen Österreicher ist es die Hauptmotivation. Und tatsächlich fahren sie gut damit, denn Wissenschaftler bestätigen, dass unter anderem Demenz bei Menschen, die eine zweite Sprache gelernt haben, durchschnittlich um fünf Jahre hinausgezögert wird.

Lebenslanges Lernen

Und älter lernt es sich sogar besser, denn tatsächlich ist mangelndes Sprachlernvermögen im Alter nur ein Gerücht. „Die Lebenserfahrung älterer Menschen ist ein großer Vorteil, da sie ihre individuelle Lernfähigkeit oft besser kennen. Außerdem ist das Gehirn aufgrund seiner neuronalen Plastizität ein Leben lang in der Lage, neue Fähigkeiten zu erlernen“, sagt Katja Wilde, Head of Didactics bei Babbel. Tatsächlich haben ältere Menschen gelernt, wie man lernt. Das macht sich ebenfalls in der Babbel-Studie bemerkbar: Über 75-Jährige lernen zu 26 % täglich und sogar zu 43 % wöchentlich. 18- bis 24-Jährige hingegen lernen nur zu 13 % täglich und zu 36 % einmal pro Woche. In einer Sache sind sich Ältere und Junge ganz ähnlich: Sowohl 27 % der über 75-Jährigen als auch 28 % der 18- bis 24-Jährigen sprechen konversationssicher neben ihrer Muttersprache zwei weitere Sprachen.

Auch von offizieller Seite wurde die Relevanz lebenslangen Lernens erkannt: Das österreichische Sozialministerium etwa hat eine Strategie zum lebensbegleitenden Lernen entwickelt mit dem Ziel, die Lebensqualität durch Bildungsangebote in der nachberuflichen Lebensphase zu steigern. An der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule in Wien/Krems gibt es den österreichweit einzigen Masterstudiengang zum Thema Geragogik, in dem man sich auf die Weiterbildung älterer Menschen spezialisieren kann.

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