So verbessern Sie Ihr Sexleben

Neue Wege zum Orgasmus

So verbessern Sie Ihr Sexleben

Komm, wie du willst! Neues Frauen-Sexbuch mit neuen Erkenntnissen.

Wir Frauen wurden dazu erzogen, uns selbst zu kasteien, wenn wir nicht genügen. Wir kritisieren reflexartig uns selbst mit inneren Denkmustern wie: „Ich bin zu fett, zu blöd, zu verrückt“, wenn es nicht so läuft, wie es unsere „innere Beobachterin“ gerne hätte. Und unsere Gehirne verarbeiten Selbstkritik mit Hirnarealen, die mit Verhaltenshemmungen, also sogenannten „Bremsen“ verknüpft sind. Selbstkritik steht also in direkter Verbindung mit Depression und Frustration. Und beides wirkt sich negativ auf sexuelles Wohlbefinden aus.

Ich bin normal! Alles ist gut!
In dem neuen, aus Amerika stammenden Sex-Buch für Frauen, „Komm, wie du willst“, (Erscheinungsdatum Ende Mai/im Droemer Knaur Verlag), räumt Sexualwissenschaftlerin Emily Nagoski mit sämtlichen überholten Vorstellungen, wie Frauen fühlen und begehren sollen, auf. Und kehrt damit den Weg frei für ein echtes, fundiertes Verständnis von weiblicher Sexualität. Kernaussage des Buches ist, dass jede Frau eine erfüllte Sexualität haben kann, wenn sie sich selbst besser versteht und aufhört, die Schuld im Außen zu suchen. Denn es sind offensichtlich nicht die Männer, die uns nicht zum Orgasmus bringen können, sondern unser eigenes Unvermögen, den Körper zu verstehen. Wir Frauen werden aufgerufen, die Verantwortung zu übernehmen und mithilfe der therapeutischen Selbstbefriedigung zu lernen richtig zu kommen. Sex ist für Frauen dann erfüllend, wenn sie genau wissen, was sie brauchen und besonders mögen.

So geht therapeutische Selbstbefriedigung 1/5
Eine Anleitung
Die Autorin Emily Nagoski möchte Frauen dazu bringen, zu lernen, mehr Kontrolle über ihre Orgasmen zu haben. Hier die wesentlichen Schritte:

Sex ist kein Trieb wie angenommen
Und während die amerikanische Sexualwissenschaftlerin Fragen über Fragen stellt, widerlegt sie viele Sex-Mythen.

Wie zum Beispiel: Sex wäre ein Trieb. „Diese These ist einfach nur falsch“, meint die Autorin. Sex funktioniert als Belohnungssystem des Körpers. Das Vorurteil vom Trieb hält sich hartnäckig und rechtfertigt unter anderen männliche Übergriffigkeit. Die Autorin schreibt: „Wenn Sie glauben, dass vor allem Männer ihre aufgestaute sexuelle Energie triebgesteuert entladen müssten, dann gäbe es für jede Sex-Praktik, durch die ein Mann sich erleichtert, eine Rechtfertigung.“

Sex sei also nicht wie Hunger oder Durst ein menschlicher Überlebens-Trieb, sondern eine sogenannte „Anreizmotivation“. Das heißt: Jeder empfindet anders und reagiert individuell auf sexuelle Reize. Und Sex hat für Frauen immer auch mit dem Umfeld zu tun: Alltag, Probleme, Stress spielen eine Rolle, wenn es um Erregung, Lust und Orgasmen geht. Auch dass Frauen ein schwächeres Bedürfnis nach Sex hätten als Männer, ist ein Mythos. Das Geschlecht sagt nichts über das Bedürfnis aus. Frauen beziehen nur mehr äußere Faktoren in ihr Begehren mit ein als Männer. Und diese Konzepte, worauf wir anspringen, was wir dafür brauchen, lieben und begehren, das wurde uns angeblich bereits in die Wiege gelegt.

Sex ist kein Zufall
Sexuelle Anziehungskraft ist also kein Zufall. Unbewusste Programme sollen sich hier suchen und finden. Ganz nach dem Resonanz-Gesetz (wie es unter anderem auch schon Dr. Ruediger Dahlke „Das Schattenprinzip“ oder auch Eckart Tolle „Jetzt“ erklären). An wen wir uns daher als Erwachsene binden, und wie wir das tun, hängt von unserer Bindungsart ab.

Erkennen Sie das Sex-Muster!
Das Bindungsverhalten ist daher ein unvermeidlicher Faktor in Bezug auf sexuelle Reaktion und Zufriedenheit. Tief eingeprägte emotionale Muster sind nicht immer leicht aufzuspüren und erfordern manchmal sogar eine Therapie. Mit seinen eigenen tiefen Verletzungen in Berührung zu kommen, ist nicht immer ein einfacher Weg, jedoch eine Chance, glücklich zu werden. Die Autorin: „Wer lernt, über seinen eigenen Gefühlen zu stehen, der ist seinem Liebesglück ein Stückchen näher.“ Wir sollen unsere eigenen Gefühle anerkennen, auf sie hören und reagierend, aber nicht „reaktiv“ sein. Das heißt: Gefühle ernst, aber nicht persönlich nehmen!

Nagoski vergleicht schmerzhafte Gefühle mit einem schlafenden Igel. Sie rät dazu, dem inneren Igel einen Namen zu geben und herauszufinden, was er braucht. Berichten Sie Ihrem Partner von diesem Bedürfnis. Denn auf den Igel wütend zu sein oder sich zu fürchten, hilft niemandem.

Fazit: Wer lernt, seinen Körper so anzunehmen, wie er ist, ist auf dem richtigen Weg. Wer sich seinen individuell sexuell anturnenden Kontext (das „Rundherum“) bewusst macht, hat gute Chancen auf erfüllenden Sex. Zum Beispiel könnten das Kuschelsocken sein, denn diese zu tragen, könnte ein warmes und wohliges Gefühl entstehen lassen (Kontext). Frauen, welche Orgasmus-Schwierigkeiten haben, rät die Autorin zur therapeutischen Selbstbefriedigung (Anleitung im Kasten oben), und das Annehmen und Aushalten seiner eigenen Gefühle sieht sie als Schlüssel zu einer erfüllten Sexualität und Partnerschaft.

Welcher Sextyp sind Sie? 1/4
Es gibt drei Typen
Es gibt drei Bindungsarten: die ­sichere, die ambivalente und die vermeidende. Dafür sind Prägungen aus der Kindheit ausschlaggebend.  Kinder, die eine sichere Bindung zu ihren erwachsenen Bezugspersonen eingegangen sind, werden als Erwachsene wahrscheinlich eine sichere Bindung zu ihrem Partner eingehen. Genau wie Kinder, die aufgrund un­sicherer Bindung zu ihren erwachsenen Bezugspersonen später wahrscheinlich nur eine unsichere Bindung zu ihren Partnern entwickeln werden. Bei der unsicheren Bindung gibt es zwei unterschiedliche Strategien: ambivalent und vermeidend.Test: welche Bindung leben sie?

Buchtipp: Erscheint Ende Mai. „Komm, wie du willst“, das Sex-Buch für Frauen von Sexualwissenschaftlerin Emily Nagoski, Knaur Verlag um Euro 19,99