Baby

Bereit fürs Baby?

So klappt’s mit dem Kinderkriegen

Wunsch nach Nachwuchs? Worauf im Vorfeld zu achten ist, erklärt der Kinderwunschexperte.

Man führt eine intakte Beziehung, ist eventuell bereits im Hafen der Ehe angekommen, im Job läuft alles gut und man ist finanziell abgesichert – alle Zeichen stehen auf: Zeit für Nachwuchs! Wie das mit dem Kinderkriegen so funktioniert, das wissen wir im Grunde eigentlich alle. Und doch stellen sich die entschlossenen Elternanwärter im Vorfeld die ein oder andere Frage. Wie bereite ich mich bzw. bereiten wir uns auf das Schwangerwerden vor? Welche Änderungen sollten vorab vorgenommen werden? Der Kinderwunschexperte und Frauenarzt Dr. Armin Breinl kennt die Antworten auf die häufigsten Fragen. Er verrät, worauf bei der Familienplanung zu achten ist.

Hilfe vom Experten 1/6
Schwanger oder nicht?
Liegt der Verdacht einer Schwangerschaft nahe (positiver Harntest), empfiehlt der Experte nach zwei Wochen mittels Ultraschall die intakte Schwangerschaft nachweisen zu lassen. Aber auch, wenn ein halbes Jahr bis Jahr jeder Versuch schwanger zu werden ohne Erfolg bleibt, sollten mögliche Ursachen vom Experten abgeklärt werden.

Trend: Später Kinderwunsch

Druck rausnehmen, mehr Zeit haben und in Ruhe die Karriereleiter erklimmen – auf ein Kind wollen die meisten aber dennoch nicht verzichten, auch wenn die werdenden Mütter hierzulande immer älter werden. „Wer sich ein Leben mit Kindern wünscht, sollte zwar ohne Stress an die Sache herangehen, aber sich auch nicht zu viel Zeit lassen“, rät Dr. Armin Breinl. „Der Grund ist die Qualität der Eizellen, die mit Ende 20 bzw. Anfang 30 stark abnimmt – die Reserve und somit die fruchtbare Zeit neigen sich dem Ende zu. Das Risiko für Entwicklungsstörungen steigt.“ Um das zu umgehen, erfreut sich eine in Österreich nur in medizinischen Ausnahmefällen erlaubte Methode (z. B. vor einer Strahlentherapie), das „Social Freezing“, immer größerer Beliebtheit. „Die Eizellen werden zum idealen Zeitpunkt entnommen, eingefroren und zum gewünschten Zeitpunkt wieder eingesetzt“, erklärt der Experte.

Der richtige Lifestyle 1/3
Verhütung absetzen
Hat man den Entschluss eine Familie zu planen gefasst, ist der erste Schritt selbstverständlich das Absetzen der Verhütungsmittel. Von diesem Zeitpunkt an dauert es durchschnittlich zwischen sechs und zwölf Monate bis zum Schwangerschaftseintritt.

Das Schwangerwerden

Ist man nun endlich bereit für Nachwuchs, ist vor allem eines wichtig: „Versteifen Sie sich keinesfalls zu sehr auf den Kinderwunsch, denn der dadurch entstehende Stress bringt den Hormonhaushalt durcheinander und erschwert das Schwangerwerden erheblich – blicken Sie dem Kinderwunsch ein halbes Jahr bis Jahr entspannt entgegen, ohne sich gleich verrückt zu machen. Meist klappt es dann schneller als eigentlich erwartet.“

Essen, das guttut! 1/4
Folsäure
Ab dem Moment, an dem die Schwangerschaft geplant wird, sollte die Frau beginnen, Folsäure (Leber, Getreideprodukte, Spinat) zuzuführen – gerade nach längerer Pilleneinnahme ist eine Folsäureergänzung unerlässlich. Entsprechende Präparate gibt es in der Apotheke. Auch die meisten „Kinderwunsch“-Vitaminpräparate enthalten ausreichend Folsäure. Denn, das zeigen Studien, Folsäuremangel ist Hauptgrund für den Neuralrohrdefekt („offener Rücken“) beim Kind.

Kinderlos – mögliche Ursachen

Und doch ist das Thema Kinderwunsch für viele Paare hierzulande ein heikles – jedes sechste Paar in Österreich ist Schätzungen zufolge ungewollt kinderlos. „Das Ausbleiben einer Schwangerschaft kann viele Gründe haben“, weiß Dr. Breinl. So kann es an der körperlichen Konstitution des Mannes (30 bis 40 Prozent der Fälle), der Frau (ebenfalls in 30 bis 40 Prozent aller Fälle), aber auch an beiden (10 bis 30 Prozent) liegen. In etwa 10 Prozent aller Fälle steht das Ausbleiben der Schwangerschaft in keinem körperlichen Zusammenhang.
Auf die Zeugungsfähigkeit des Mannes können sich Infektionserkrankungen in der Kindheit, blockierte Samenleiter, Stress, Nikotin, Alkohol, falsche Ernährung oder übermäßiges Ausdauertraining negativ auswirken. Bei Frauen hingegen können neben der im fortschreitenden Alter abnehmenden Eizellenqualität auch gestörte Funktionen der Eileiter, Endometriose, ein gestörter Hormonhaushalt, Fehlfunktion der Schilddrüse, Stress und Gewichtsprobleme schuld an der ausbleibenden Schwangerschaft sein. In beiden Fällen gibt es für körperliche Ursachen einer Unfruchtbarkeit so gut wie keine Vorsorge. „Wer allerdings gesund lebt, ausgewogen isst, Alkohol und Nikotin nur in Maßen oder am besten gar nicht konsumiert, kann die Chance auf eine Schwangerschaft deutlich erhöhen“, gibt der Experte Entwarnung. Worauf Sie dabei genau achten sollten, lesen Sie in den Kästen.
Doch was, wenn es dennoch nicht klappt? Auch hier findet der Experte beruhigende Worte: „Spezielle Diagnoseverfahren helfen, die Ursache für das Ausbleiben der Schwangerschaft zu ermitteln. Dank der zahlreichen reproduktionsmedizinischen Möglichkeiten – von klassischer In-vitro-Fertilisation bis hin zur seit 2015 in Österreich erlaubten Eizellenspende – findet sich bestimmt eine individuell geeignete Lösung.“

Ausreichend Bewegung 1/4
Yoga zur Entspannung
Da wären wir wieder beim Thema Stress – Yoga ist nicht nur ein Trend, sondern hilft nachweislich bei der Stressreduktion und ist somit ideal für Mama-Anwärterinnen.

Bub oder Mädchen?

Während dank medizinischer Möglichkeiten in den Prozess des Schwangerwerdens eingegriffen werden kann, ist das Geschlecht nach wie vor dem Schicksal überlassen. „Es wird behauptet, dass der Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs mitverantwortlich sei – Garantie ist das allerdings keine.“ Ist schließlich auch egal, denn Hauptsache, der Nachwuchs ist wohlauf!

Schritt für Schritt: Vom Eisprung zur Schwangerschaft 1/4
Der Eisprung
Eizellenreifung. Seit der letzten Monatsblutung sind in den Eierstöcken in mehreren Eibläschen (Follikel) Eizellen herangereift. Rund 10 bis 14 Tage vor der nächsten Menstruation kommt es in der Regel bei einer Eizelle zum Eisprung. Das Eibläschen platzt und gibt die Eizelle frei – über den Eileiter bahnt es sich den Weg Richtung Gebärmutter.