So beugen Sie Kopfschmerzen vor

Prophylaxe

So beugen Sie Kopfschmerzen vor

Jede vierte Frau und jeder neunte Mann leidet in Österreich unter Migräne und/oder häufigen Kopfschmerzen. Ob beim Sport, im Flugzeug oder in der Sonne: Es gibt Situationen, in welchen diese Schmerzen vermehrt auftreten.
So beugen Sie vor.  Wir verraten deshalb, was Sie tun können, um die Schmerzen gar nicht erst entstehen zu lassen:   

Das hilft gegen Kopfschmerzen 1/6
Ursachenforschung Führen Sie ein Kopfschmerztagebuch – das kann helfen, um die Ursache für den Schmerz zu finden. Tragen Sie den Schweregrad und die Dauer der Schmerzen, Symptome und Begleiterscheinungen sowie auch mögliche Auslöser ein.
Genügend trinken Oft entstehen Kopfschmerzen aufgrund von Flüssigkeitsmangel. Die goldene Regel ist: Trinken Sie pro Tag mindestens 1,5 Liter Wasser und ungesüßte Kräutertees.  
Gönnen sie sich Zeit Das wirkt of Wunder. Gehen Sie wenn möglich in der Mittagspause eine halbe Stunde an die frische Luft. Das hilft gegen den Stress, der Kopf wird frei und Ihr Körper kann sich erholen.
Sport ist nötig Zweimal pro Woche sollten Sie joggen, schwimmen, Rad fahren, oder sich in irgendeiner Form zumindest bewegen - denn Ausdauersport kann häufig wiederkehrenden Kopfschmerzen vorbeugen. Man sollte auch versuchen, einmal pro Tag ins Schwitzen zu kommen, so wird der Körper besser durchblutet und mit Sauerstoff versorgt.
Regelmäßig essen Ein niedriger Blutzuckerspiegel kann Kopfschmerzen verursachen. Deshalb nicht erst abwarten, bis der Magen knurrt und dann etwas hinunterschlingen.
Entspannung Yoga, Meditation, autogenes Training – es gibt jede Menge Möglichkeiten, sich bewusst zu entspannen. Auch die eigene Couch, die Badewanne, oder der schnelle Saunagang sind gute Optionen.

 
Bei Urlaubsantritt: Freizeitkrank

Viele Menschen werden plötzlich krank, wenn sie ein paar Tage freihaben, oder endlich ihren Urlaub antreten – Fachleute haben dafür den Begriff der „Leisure Sickness“ definiert. Doch „Freizeitkrankheit“ ist ein irreführender Begriff, da die freie Zeit an sich nicht die Erkrankungsursache ist. Der damit beschriebene Zustand,  ist ein Phänomen, das in der freien Zeit eintritt, wenn man sich in der Arbeit zu sehr verausgabt hat. Wenn der Körper auf Routine und Überlastung eingestellt ist, diese aber plötzlich  wegfällt, entsteht Spannung: Einerseits will man nichts tun, andererseits steht man aber unter Strom. Die Folgen sind oftmals: Kopfschmerzen.
Das hilft: Gewöhnen Sie es sich an, auch unter der Woche mal nichts zu tun. Denn Müdigkeit und Erschöpfung sind zwei verschiedene Dinge. Und wenn man regelmäßig nach der Arbeit nicht mehr in der Lage ist, körperlich und geistig etwas zu tun, ist es das ein sicheres Zeichen intensiver Erschöpfung. Anstatt sich nur vor den Fernseher zu pflanzen und ermüdet berieseln zu lassen, sollten Sie es sich angewöhnen, Ihr Handy und den PC auszuschalten, die Füße hochzulegen und vielleicht ein gutes zu Buch lesen. Oder abends auch einen Spaziergang machen. So machen Sie Ihren Körper damit vertraut, das System runterzufahren und sich bewusst zu entspannen.
 
Beim Sport: Erhöhte Belastung

Der laut der International Headache Society (IHS) sogenannte „primäre Kopfschmerz bei körperlicher Anstrengung“ äußert sich durch pulsierende Schmerzen, die fünf Minuten bis 48 Stunden dauern können. Im Unterschied zur Migräne entstehen Kopfschmerzen während und nach dem Sport aber meist sehr plötzlich und werden durch ungewohnt intensive oder lange physische Belastungen ausgelöst. Weitere Indikatoren sind hohe Außentemperaturen sowie große Höhen. Betroffen sind somit häufig Wanderer und Bergsteiger, aber auch Gewichtheber und andere Extremsportler.
Das hilft: Gehen Sie es ruhig an. Sport ist gesund, aber zu viel des Guten kann dem Körper auch schaden. Im akuten Fall von Kopfschmerzen nach dem Sport hilft meist Ruhe. Und: Obwohl Überanstrengung häufig Kopfschmerzen auslöst, kann Sport im Allgemeinen Migräne und anderen Schmerzattacken vorbeugen, da die Produktion von Endorphinen angeregt wird, die als körpereigene Schmerzmittel fungieren.  

Bei Wetterumschwung
Wetterfühligkeit ist kein rein psychisches Problem, sondern die Folge bestimmter physiologischer Reaktionen im Körper. Menschen mit niedrigem oder zu hohem Blutdruck können beispielsweise besonders empfindlich auf plötzliche Wetterumschwünge reagieren. Experten gehen von einem Zusammenspiel verschiedener Einflüsse aus: die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit, Druckschwankungen, UV-Strahlungen und andere Umwelteinflüsse sind wahrscheinliche Faktoren. Für den Körper sind schnelle Wetterwechsel also der pure Stress: Er braucht eine Weile, um  sich auf den Temperatur-, Luftdruck- und Feuchtigkeitswechsel erst langsam einstellen zu können. Und wenn die vielen kleinen Blutgefäße im Gehirn es nicht schaffen, sich dem veränderten Luftdruck anzupassen, entsteht Kopfweh.
Das hilft: Die erste Grundregel lautet: viel trinken und dabei vorzugsweise Wasser. Weiters sollten Sie sich einfach der Witterung stellen und raus in die Natur trauen. Täglich eine halbe Stunde an der frischen Luft belebt den Körper zu neuen Höhen. Mit Saunagängen und Wechselduschen trainieren Sie Ihre Gefäße, die dadurch lernen, sich schneller an neue Bedingungen anzupassen. Lassen Sie sich bei akuten Schmerzen ein Entspannungsbad mit Rosmarin, Baldrian oder Johanniskraut ein.

Im Flugzeug
Etwa 30 bis 60 Minuten vor der Landung tauchen die Schmerzen auf und dauern eine halbe Stunde. Wissenschaftler vermuten, dass die Beschwerden durch den Druckunterschied an Bord hervorgerufen werden. In der venösen Blutleiter des Gehirns entsteht ein Überdruck, den der Körper nicht ausgleichen kann.
Das hilft: Betroffenen wird empfohlen, eine Stunde vor der Landung Nasenspray anzuwenden.  

Untertags in der Sonne
Eine Sonnenbrille schützt vor Wind, blendendem Licht und UV-Strahlung – das Accessoire kann jedoch auch zu Kopfschmerzen führen. Egal ob Sie eine günstige Brille aus dem Drogeriemarkt erwerben, oder in die neueste Designer-Brille investieren möchten – beim Kauf einer Sonnenbrille sollten Sie auf gewisse Faktoren achten. Denn nicht nur mangelnder UV-Schutz schädigt Ihr Auge, eine fehlerhafte Brille kann für Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel verantwortlich sein. Gerade hinter einer dunklen Sonnenbrille ist das Auge besonders anfällig für schädliche Strahlung. Denn die Pupille zieht sich bei hellem Licht zusammen und schützt so das Auge, hinter der dunklen Sonnenbrille öffnet sie sich jedoch wieder. So kann schädliches UV-Licht an die Netzhaut kommen und Hornhautschädigungen auslösen.
Das hilft: Wenn Sie sich eine neue Sonnenbrille kaufen, sollte Ihnen bewusst sein, wann und wo Sie das Teil tragen möchten. Denn es gibt vier verschiedene UV-Schutz-Kategorien, die an verschiedene Lichtsituationen angepasst sind. Für einen normalen Sommertag in Mitteleuropa reicht Kategorie Zwei. Für eine Bergwanderung oder einen Strandurlaub in Südeuropa sollte man lieber zu Kategorie Drei greifen – im Hochgebirge oder auf Gletschern braucht man Kategorie Vier. Diese sehr dunklen Brillen sind jedoch im Straßenverkehr verboten, da sie zu wenig Licht durchlassen.

Bei diesen Symptomen sollten Sie zum Arzt gehen:

● Wenn die Schmerzen nicht nachlassen oder immer wiederkehren.  

● Wenn die Schmerzen sehr stark sind oder immer stärker werden.
 
● Wenn Sehstörungen, Schwindel oder Störungen des Kurzzeitgedächtnisses dazukommen. Auch bei steifem Nacken, Fieber und Lähmungen sollten Sie sofort einen Fachmann konsultieren!

● Bei Kopfschmerzen nach Schlag oder Stoß an den Kopf.

● Wenn man jenseits des 40. Lebensjahres zum ersten Mal Kopfschmerzen bekommt, die man so nicht kannte.
 

Kopfweh vom Essen
Nahrungsmittel mit einem hohen Gehalt der Aminosäure Tyramin können Kopfschmerzen auslösen. Schokolade, Alkohol, Bananen, Bohnen, Nüsse und reifer Käse enthalten viel Tyramin. Auch Nitrat sollte man vermeiden, es kann ebenfalls Kopfweh verursachen – dieses ist in Wurst enthalten. Verzichten Sie demnach lieber auf diese Produkte. Englischen Studien zufolge kennt jeder dritte Mensch den blitzartigen Kälte-Kopfschmerz, der beim Essen von Kaltem (wie Eis) in die Stirn schießt. Durch die schnelle Abkühlung der Mundhöhle weiten sich die Blutgefäße, die Nerven interpretieren das falsch und leiten fehlerhafte Signale ans Gehirn –
dadurch entstehen die Kopfschmerzen.

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