Sind Sie allergisch auf Hausstaub?

Asthma droht

Sind Sie allergisch auf Hausstaub?

Der saisonale Heuschnupfen infolge von Pollenallergien ist weitläufig bekannt. Hingegen sei die Hausstaubmilbe, welche die Allergie-Betroffenen ganzjährig quält, eine "Graue Maus". Dies erklärte am Donnerstag der Wiener Experte Reinhard Jarisch bei einer Pressekonferenz in Wien.

Otto Spranger, Sprecher der Österreichischen Lungenunion, betonte die Wertigkeit von allergischen Erkrankungen: "In der EU haben 113 Millionen Menschen einen allergischen Schnupfen. 68 Millionen Menschen haben allergisches Asthma. 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung leiden an einer Allergie, in Österreich sind das 2,5 Millionen Menschen."

Die besten Tipps gegen Hausstaub 1/9
1. Raumtemperatur niedrig halten Versuchen Sie die Raumtemperatur sowie die Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer möglichst niedrig zu halten.
2. Lüften Lüften Sie mindestens einmal am Tag die ganze Wohnung gründlich durch.
3. Bettwäsche wechseln Wechseln Sie häufig die Bettwäsche und waschen Sie diese bei 60 Grad. Einmal im Jahr sollten Sie auch die Matratze reinigen. Milbenundurchlässige Allergieüberzüge sind auch sehr hilfreich.
4. Kleidung nicht im Schlafzimmer Wechseln Sie Kleidung und Schuhe nicht im Schlafzimmer.
5. Kämmen Vermeiden Sie es auch, sich die Haare im Schlafzimmer zu kämmen.
6. Haustiere Haustiere sollten nicht ins Schlafzimmer. Bei einer schweren Hausstauballergie sollten Sie überhaupt auf Haustiere verzichten.
7. Kuscheltiere Kuscheltiere sollten regelmäßig für 24 Stunden in die Tiefkühltruhe verbannt werden.
8. Keine Staubfänger Entfernen Sie mögliche Staubfänger aus dem Schlafzimmer. Keine Vorhänge, Teppiche und Pflanzen in den Schlafräumen.
9. Putzen Putzen Sie regelmäßig Ihre Wohnung. Staub immer feucht wischen und einen Staubsauger mit Mikrofilter benutzen.


Ganzjährig verstopfte Nase

Während die saisonal auftretenden Pollen (Birken, Gräser, Beifuß) jährlich eben nur zeitweise für Probleme sorgen, sind die Hausstaubmilbenallergiker speziell betroffen. "Die Hausstaubmilbe ist 'unauffällig'. (...) Die Leute gewöhnen sich daran. Die Patienten schöpfen kaum Verdacht", sagte Jarisch, Experte vom Floridsdorfer Allergiezentrum in Wien. In Australien sind beispielsweise 35 Prozent der Bevölkerung für den Kot der Milben als Allergen sensibilisiert, in Italien sind es allerdings "nur" rund zehn Prozent. Ständiger Schnupfen, immer wieder und lange andauernder Husten ohne Infektion als erkennbares Risiko können auf eine solche Allergie hinweisen.

In dem Zentrum in Floridsdorf hat man die Daten von rund 14.000 Allergie-Hauttests bei Personen mit Krankheitsverdacht ausgewertet. 70 bis 80 Prozent wiesen eine Sensibilisierung auf Pollen (Birkenpollen allein: 41,7 Prozent) auf. Dahinter kamen aber schon die Hausstaubmilben mit 37,2 Prozent. Vom Milben-Heuschnupfen kann der Weg bei einem erheblichen Anteil der Patienten auch in Richtung allergisches Asthma gehen.

Frühe Diagnose wichtig
Eine frühzeitige Diagnose, vor allem bei Kindern, wäre notwendig. Neben der symptomatischen Therapie mit Antihistaminika, Cortison-Nasenspray etc. gibt es auch die "Allergie-Impfung", die im jüngeren Alter besonders gut greift und sogar noch bei bereits aufgetretenem Asthma zu einer Reduktion der Symptome und des Cortison-Bedarfs führt.

Daneben sind Strategien zur Allergenvermeidung wichtig. Das bedeutet: häufiges Lüften von Innenräumen (für relativ trockene Luft sorgen), Waschen von Bettwäsche, milbendichte Überzüge für Matratzen etc. und möglichstes Weglassen von üppigen "Teppich-Landschaften". Die Reinigungsschritte müssen häufig wiederholt werden. Uwe Berger und sein Team bei der Forschungsgruppe für Aerobiologie und Polleninformation an der MedUni Wien im AKH haben eine eigene Online-Plattform mit Handy-App bereitgestellt (www.milbencheck.at).

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