Schlafmangel

So wichtig ist erholsamer Schlaf

Schlafmangel kann tödlich enden

Schlafmangel schädigt das Immunsystem und erhöht das Krebsrisiko

25 Prozent der Menschen haben in den westlichen Industriestaaten Schlafstörungen. Die moderne "24-Stunden/7-Tage-Welt" mit TV, Computern, Tablets und Smartphones sind da schädlich, sagten Experten am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien.

Guter Schlaf ist ein erreichbarer Traum
"Ziel wäre es, die Schlafqualität zu erhöhen. Der Schlaf wird aber ein immer kostbareres Gut", sagte Brigitte Holzinger vom Wiener Institut für Bewusstseins- und Traumforschung. Am Freitag, 18. März, wird der Welt-Schlaftag begangen. Er steht dieses Jahr unter dem Motto "Guter Schlaf ist ein erreichbarer Traum".

So gefährlich ist Schlafmangel 1/4
1. Nicht weniger als 7 Stunden Schlaf
Schlafzeiten von täglich weniger als sieben Stunden schwächen messbar das Immunsystem. Die Krebsrate steigt, bösartige Tumoren metastasieren schneller.

"Bildschirm-Welt" als Schlafkiller
Eindeutig bewiesen ist, dass bei Kindern und Heranwachsenden TV (speziell im Kinderzimmer), Computerbildschirme, Tablets und Smartphones echte Schlafkiller sind. "In den USA verbringen Acht- bis Zehnjährige im Durchschnitt täglich 3,5 Stunden vor dem Fernseher, eine Stunde vor dem Computer und eine Stunde bei Video-Games. In Finnland sind es rund zwei Stunden. Die Schlafqualität ist besonders schlecht, wenn Kinder vor dem Schlafengehen vor dem Bildschirm sitzen", sagte Werner Sauseng, Kinderarzt aus Graz.

Kinder unter zwei Jahren sollten weg vom Bildschirm
Laut dem Experten sollten Kinder unter zwei Jahren überhaupt nie mit Bildschirmen zu tun haben, weil sie in diesem Alter noch nicht zwischen virtueller und realer Welt unterscheiden können. Im Vorschulalter sollten es täglich unter 30 Minuten sein, im höheren Alter niemals mehr als zwei Stunden. "Kinder sollten nicht allein vor Bildschirmen gelassen werden. Diese sind keine Babysitter und auch kein Mittel, um eine Sprache zu lernen. Das geht über direkte Kommunikation", führte der Pädiater aus.

Gefährliches Blaulicht
Auch Erwachsenen schadet der Einfluss der Bildschirme erheblich. Das blaue Licht hindert unseren Körper daran, das Hormon Melatonin auszuschütten, welches für unseren Schlaf bedeutend ist. Das helle Licht der Bildschirme signalisiert uns Tageslicht. Wer vor allem abends viel Zeit vor dem Bildschirm verbringt, schläft schlechter. Wichtig ist es daher, das Schlafzimmer gut abzudunkeln und auf Beleuchtungen mit rötlich-orangen Farbtönen zu wechseln. Auch Gratis-Apps wie beispielsweise f.lux können sinnvoll sein. Diese passen die Lichtfarbe des Bildschirms von Handy und Computer an die jeweilige Tageszeit an. Zur späteren Stunde werden die Blautöne reduziert und der Bildschirm erscheint in warmen Orange-Tönen. Für Schichtarbeiter gibt es sogar spezielle orange Schutzbrillen.

Sieben bis acht Stunden Schlaf pro Nacht empfohlen
"Sieben bis acht Stunden bedeuten die höchste Lebenserwartung. Mehr oder weniger Schlaf bedeutet eine höhere Mortalitätsrate. Das gilt aber vor allem für die über 55-Jährigen", sagte Gerhard Klösch von der Universitätsklinik für Neurologie im Wiener AKH (MedUni Wien).

Schlafzeiten werden kürzer
Das Problem, wie der Fachmann betonte: "Die Schlafzeiten werden kürzer. Früher waren es im Durchschnitt acht bis neun Stunden. Heute sind es sieben bis acht Stunden. Der Grund: Wir gehen immer später zu Bett. Die Arbeitsbeginnzeiten in der Früh haben sich aber seit hundert Jahren nicht geändert."