Schenken macht glücklich

Weihnachten

Schenken macht glücklich

Der "Akt" des Schenkens macht generell glücklich - nicht nur zu Weihnachten. Denn das Schenken stärkt bestehende menschliche Beziehungen und baut neue auf. Dabei macht Schenken an sich glücklicher als beschenkt zu werden, da es eine aktive Tätigkeit ist. Das betont Johannes Wancata, Leiter der klinischen Abteilung für Sozialpsychiatrie der MedUni Wien.

Das richtige Geschenk

Ein unpassendes Geschenk kann für beide Seiten enttäuschend sein. Trotzdem ist es keine Katastrophe, wenn einmal ein Geschenk misslingt, beruhigte Wancata am Dienstag in einer Aussendung. Frauen fällt es übrigens etwas leichter, das richtige Geschenk zu finden. "Frauen und Mädchen sind grundsätzlich mehr sozialisiert, sie schauen generell mehr auf das Ganze, ihre Trefferquote bei Geschenken ist daher etwas höher", so der Sozialpsychiater. Andererseits glauben Männer, die von ihrer Partnerin ein falsches Geschenk bekommen, dass das schlechte Aussichten für die weitere Beziehung bedeutet. Frauen sind da etwas nachsichtiger. Das war übrigens das Ergebnis einer repräsentativen Studie an der British Columbia Universität aus dem Jahr 2008.

Freude schenken
Daher ist egal, ob das Geschenk in letzter Sekunde gekauft oder bereits Wochen zuvor besorgt wurde, ob es klein oder groß, ob es teuer oder billig ist - am wichtigsten ist beim Weihnachtsgeschenk, dass es die Vorlieben und Wünsche des Beschenkten wirklich trifft. "Um das passende Geschenk zu finden, bedarf es eines ruhigen Moments des Nachdenkens und der eingehenden Beschäftigung mit der Person desjenigen, der beschenkt werden soll. Nur dann wird Schenken zur gegenseitigen Freude", erklärte Wancata.

Geldwert egal
Der Geldwert eines Geschenks ist für den Beschenkten aus psychologischer Sicht egal. Wancata: "Wer ein unpassendes, aber sehr teures Geschenk bekommt, ist natürlich dennoch enttäuscht." Eine repräsentative Umfrage am Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) hatte im Jahr 2008 zudem ergeben: Weihnachtsgeschenke sind den Beschenkten oft weniger wert als sie tatsächlich gekostet haben.

Sollte der Beschenkte bei einer persönlichen Übergabe deutlich machen, dass ihm das Präsent nicht gefällt, sollte man das am Weihnachtsabend nicht diskutieren, rät der MedUni Wien-Sozialpsychiater: "Besser ein paar Tage vergehen lassen. Dann kann man immer noch gemeinsam, mit etwas Distanz und freundschaftlich darüber reden. Vielleicht kann man das Geschenk ja umtauschen."

Wie viele Geschenke für Kinder 1/8
1. Wie viele Geschenke? Ein Hauptgeschenk. Es gilt: Weniger ist mehr! Beschränken Sie sich auf ein Hauptgeschenk und zwei bis drei kleinere zusätzliche Packerln.
2. Wie viel ausgeben? Kein Wettrennen. Geschenk-Budgets sind in jeder Familie unterschiedlich. Am besten Sie halten nach einem Präsent Ausschau, das sich das Kind vom Taschengeld nicht selbst leisten könnte. Bitte kein Wettrennen mit anderen Familien.
3. Tabu-Geschenke Respekt. Verwandte müssen sich mit Präsenten danach richten, was die Eltern wollen. Verbieten diese Kriegsspielzeug, Handys & Co., ist das zu respektieren.
4. Pädagogisch wertvoll Hauptsache Spaß. Muss ein Geschenk immer pädagogisch wertvoll sein? Nein! Präsente sollten in erster Linie Spaß machen und interessant sein.
5. Selbst aussuchen? Überraschung. Ältere Kinder dürfen sich natürlich ihr Geschenk selbst aussuchen. Trotzdem freuen sich auch Jugendliche über eine Überraschung unterm Christbaum.
6. Geschenk gefällt nicht Nicht erzwingen. Freude kann man nicht erzwingen, schon gar nicht bei Kindern. Wenn das Geschenk vorerst nicht gefällt, warten Sie am besten noch ein paar Tage ab. Vielleicht kommt es ja später an.
7. Wunschzettel Kein Bestellschein. Sagen Sie Ihren Kindern von vornherein: Ein Wunschzettel ist kein Bestellschein. Mindestens ein Wunsch darauf sollte aber schon erfüllt werden.
8. Glaube ans Christkind Wahrheit. Wenn das Kind misstrauisch wird, sollten Sie mit der Wahrheit rausrücken. Erzählen Sie, dass sie früher selbst ans Christkind geglaubt haben und dass es eine schöne Tradition ist.

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