Rechtzeitig vor Pollen schützen

Allergie-Saison in den Startlöchern

Rechtzeitig vor Pollen schützen

Frühlingszeit ist Pollenzeit. Lassen Sie wertvolle Zeit nicht verstreichen, sondern bereiten Sie sich schon jetzt für die Allergiesaison vor! Wir rüsten Sie mit den wichtigsten Infos rund um Allergien und mit den besten Tipps zur Beschwerdenlinderung.

Bereits im Spätwinter starten die ersten Pollen ihre Reise durch den österreichischen Luftraum. Endstation sind oftmals die menschlichen Atemwege, wo sie häufig allergische Reaktionen auslösen. Bereits zwei Millionen Österreicherinnen und Österreicher leiden an Allergien der Atemwege – rund eine Million geht auf Pollen zurück. Die Ausprägung einer Allergie zeigt sich individuell sehr verschieden: Allergene wie auch Symptome variieren stark.

Wenn der Frühling zum Feind wird
Während die meisten Menschen in unseren Breitengraden den Frühling herbeisehnen und den Sonnenstrahlen nach draußen folgen, beginnt für viele Österreicherinnen und Österreicher der Allergiemarathon: Der Hals juckt, die Nase läuft, die Augen sind gerötet und mitunter kommt auch noch ein juckender Ausschlag hinzu. Diese häufigen Symptome machen Allergikern zu schaffen – je nach Schweregrad sogar bis zur Arbeitsunfähigkeit, wenn der Beruf im Freien ausgeübt wird. Der Grund für die Beschwerden ist eine übermäßige Immunreaktion des Körpers auf ein Allergen (= ein vom Körper als fremd identifizierter Stoff): Der Körper bildet spezielle Antikörper, die bei Allergenkontakt die Freisetzung des Hormons Histamin veranlassen. Dieses Hormon löst die Symptome aus. Reagiert das Immunsystem bereits beim ersten Kontakt mit einem Fremdstoff allergisch, wird dies „einprogrammiert“. Bei Folgekontakt mit demselben Allergen tritt die allergische Reaktion meist schneller ein. Bei der Entstehung von Allergien spielen unterschiedliche Faktoren eine Rolle, ein entscheidender Schlüssel sind jedoch die Gene, wie Untersuchungen zum Vorschein bringen konnten. 
 
Entstehung einer Allergie
Mediziner gehen davon aus, dass eine immunologische Überreaktion des Körpers in den meisten Fällen angeboren ist. Ist etwa ein Elternteil Allergiker, liegt die Übertragungswahrscheinlichkeit auf das Kind bei 20 bis 40 Prozent. Leiden beide Elternteile an einer Allergie, liegt die Weitergabe-Wahrscheinlichkeit bereits bei 40 bis 60 Prozent und bei bis zu 80 Prozent, wenn Vater und Mutter sich dieselbe Allergie teilen. Daneben können nicht-erbliche Faktoren über die Entstehung einer Allergie mitentscheiden. Etwa ist diese abhängig von der Vielfalt an Fremdstoffen, mit denen wir im Säuglings- und Kindesalter konfrontiert werden: Es wurde wissenschaftlich belegt, dass zu gründliche Hygiene im Haushalt einen negativen Effekt hat, da Kinder so mit weniger Fremdstoffen in Kontakt kommen und der Körper in Folge auf einige wenige umso stärker reagiert. Bakterienkontakt und ausgeheilte Erkrankungen in jungen Jahren hingegen helfen dabei, das Immunsystem feiner zu kalibrieren. Auch Kinder-Gesellschaft schützt: Allergien treten bei Geschwister-Kindern seltener auf als bei Einzelkindern.

Gefährliche Langzeitfolgen
Ist eine Allergie diagnostiziert, ist der wichtigste Schritt die Vermeidung des Allergens. Pollenallergiker sollten sich während der Blütezeiten der entsprechenden Gräser oder Bäume möglichst wenig im Freien aufhalten und Kontakt vermeiden. Die Therapie sollte Priorität haben, denn langfristig können sich unbehandelte Allergien verschlimmern und gefährliche Folgeerkrankungen der Atemwege (z. B. allergisches Asthma, Etagenwechsel in die Bronchien) mit sich ziehen. Auch „Kreuzallergien“ sind möglich: Kommt ein Allergen auch in anderen Stoffen vor, können Folgeallergien entstehen: So kann beispielsweise eine Allergie gegen Hasel-Pollen zu einer Allergie gegen Haselnüsse führen.
 
Tipps für Allergie-Saison: 1/5
Mit diesen hilfreichen Tipps & Tricks können Sie die lästigen Symp­tome der Allergie abschwächen:

Nasenspülungen
 

Nicht besonders angenehm, aber sehr wirksam sind Spülungen, die die Atemwege von Allergenen befreien. Tipp: Lösen Sie einen Teelöffel gewöhnliches Kochsalz in ca. 250 Milliliter lauwarmem Wasser auf. Ziehen Sie die Lösung in die Nase hoch – am besten auf beiden Seiten und mindestens einmal täglich. Das spült die Pollen aus und desinfiziert die Nasenschleimhaut.
 
 
Was hilft wirklich?
Um diesen Langzeitentwicklungen sowie den lästigen alljährlichen Beschwerden vorzubeugen, empfiehlt sich nebst Vermeidung der Allergene auch eine medikamentöse Symptomunterdrückung mit antiallergischen Mitteln: Sogenannten „Antiallergika“ werden in Tablettenform eingenommen, alternativ stehen Augentropfen oder Cremen zur topischen Therapie zur Verfügung. Die bisher einzige Behandlung, die an der tatsächlichen Ursache der Allergie ansetzt und langfristige Erfolge bringt, ist die „Immuntherapie“ oder „Hyposensibilisierung“. Die Behandlung kann mittels regelmäßiger Spritzung des Allergens (meist über einen Zeitraum von sechs Monaten) erfolgen oder mittels täglicher oraler Einnahme in Tropfenform. Die sehr geringen Dosen des Allergens bewirken, dass sich der Körper langsam an den Fremdstoff gewöhnt. Für Gräserpollen-Allergiker gibt es die Möglichkeit einer Therapie in Tablettenform: Die „Gräsertablette“ ist besonders einfach anzuwenden und verspricht gute Erfolge. Da eine Immuntherapie bis zu sechs Monate Wirkzeit benötigt, sollte sie schon im Herbst begonnen werden. Die Kosten werden von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Nutzen Sie auch das breite Informationsangebot: Pollenflug-Apps und online verfügbare Daten können sehr hilfreich sein. 
 
Symptome erkennen
Diese Beschwerden können auf eine Allergie hindeuten:
  • Heuschnupfen
Die Nasenschleimhaut schwillt an, es bildet sich vermehrt Sekret und/oder es juckt im Hals. Auslöser können Pollen, Gräser, Bäume, Kräuter und Hausstaub sein.
  • Tränende Augen
Die Augen sind gerötet und/oder tränen mehr. Ödeme sind möglich.
 
  • Asthma
Die Atemwege schwellen an und es kommt verstärkt zu Husten und Kurzatmigkeit. Ein Asthma-Anfall ist gefährlich – Erstickungsrisiko!
 
  • Juckreiz im Mundraum
Schwellungen und/oder Juckreiz im Mund- und Rachenraum treten auf, häufig bis zum Lippenbereich.
 
  • Nesselsucht
Ein blasser bis roter Ausschlag auf der Haut entsteht, dazu kommt es oft zu Juckreiz und trockener Haut.
 
  • Verdauungsbeschwerden
Bei Nahrungsmittelallergien kommt es zu Magenschmerzen, Durchfall und Übelkeit.

Mit diesen Methoden werden Allergien bestimmt:
 
Allergie-Tests im Check
HAUTTEST
Kontakt Bei dem am häufigsten angewandten Testverfahren wird die Haut mit möglichen Allergenen in Kontakt gebracht – mittels Pricktest, Reibetest oder Pflastertest – oder sie werden direkt in die obere Hautschicht „eingeritzt“. Liegt eine Sensibilisierung für das jeweilige Allergen vor, kommt es an der Stelle zur „Quaddelbildung“ ­(Rötung, Erhebung an der Haut).
 
BLUTTEST 
Antikörper Verläuft der Hauttest positiv und kommt es zu einer Reaktion, werden mittels Bluttest die genauen IgE-Antikörper (Immunglobuline) bestimmt. Dies gibt genaueren Aufschluss über die Allergie.
 
PROVOKATIONSTEST
Reizend Im Rahmen eines Lungenfunktionstests werden Reizstoffe eingeatmet und die Reaktion der Bronchien wird überprüft. Anders bei Schleimhäuten der Nase und Augen: Hier werden die Reizstoffe direkt auf die betroffene Stelle aufgetragen. Bei Lebensmitteln werden Kleinstmengen (z. B. an Laktose) verabreicht, um die ­körperliche Reaktion zu testen.
 
ISAC-TEST 
Hightech Der ISAC-Mikrochip wurde in Österreich entwickelt und ist eine Revolution auf dem Gebiet der Allergiediagnostik. Ein einzelner Bluttropfen reicht für die Testung von über 100 Allergenen, die sich auf den Feldern des Chips befinden. Die Kosten betragen 280 Euro. (Infos: allergiezentrum.at, allergieambulatorium.at)
 
ATEMTEST 
Chemie Zur Diagnose von Laktose-, Fruktose- und Sorbitunverträglichkeit
misst der Arzt, die Ärztin die ausgestoßene Wasserstoffkonzentration in der Atemluft und kommt so zu Ergebnissen.