Mund-Nasen-Schutz: Haut in der Krise?

Das rät die Dermatologin

Mund-Nasen-Schutz: Haut in der Krise?

Der Mund-Nasen-Schutz strapaziert häufig nicht nur unsere Geduld, sondern auch unsere Haut. Die Expertin verrät, wie wir uns gesund und auch schön halten.

Für viele Menschen gehört der Mund-Nasen-Schutz (MNS) zum neuen (Arbeits-)Alltag. Die Maske ist ein Fremdschutz, der die Umgebung vor eventuell infektiösen Tröpfchen schützen soll. Was der Träger ausstößt, bleibt nämlich zum allergrößten Teil im Textil hängen. Was gut für die Mitmenschen ist, kann allerdings die vom MNS umgebene Gesichtshaut belasten. „Durch die Atmung“, erklärt Dermatologin Dr. Charlotte Grillitsch, „entsteht ein feuchtwarmes Milieu, das einen optimalen Nährboden für schlechte Bakterien bietet. Zudem wird die Hautatmung durch eine Maske eingeschränkt. Diese Faktoren können bestehende Hautbeschwerden, wie Rosacea, Akne und Neurodermitis verschlimmern. Beziehungsweise kann es zum Auftreten von Hautproblemen, wie Rötungen, Ausschläge und entzündliche Papel (Anm.: von lat. papula: Hautknötchen) – kommen.“

Präventive Maßnahmen

Je sensibler und dünner die Haut ist, desto eher wird sie von einer Maske gereizt. Weiters spielen laut Expertin das Material des MNS sowie der Umgang mit dem Fremdschutz eine wesentliche Rolle in Sachen Hautgesundheit. „Im Allgemeinen gilt“, so die Hautärztin, „dass eine medizinische Schutzmaske nach zwei Stunden gewechselt werden sollte. Selbst gefertigte Stoffmasken, die am besten aus 100-prozentiger Baumwolle bestehen sollten, können bis zur Durchfeuchtung getragen werden und sollten danach mit mindestens 60 Grad gewaschen werden. Die Verwendung eines milden Waschmittels kann Reizungen vorbeugen. Weiters gilt: Natürliche Materialien sind synthetischen vorzuziehen, v. a. bei chronischen Hauterkrankungen, wie Rosacea.“

Wer am Arbeitsplatz durchgehend Maske tragen muss, dem empfiehlt die Expertin, auch darauf zu achten, Druckstellen und Reibung möglichst zu vermeiden. Denn diese mechanischen Reize können die Haut schädigen, indem sie z. B. zu einer Entstehung von Ekzemen (Anm.: nicht-infektiöse Entzündungsreaktion der Haut) führen. Richtiges Adjustieren, ein passgenauer MNS sowie regelmäßige Tragepausen beugen vor. Zudem sei es laut Expertin sinnvoll, die Pflege anzupassen. „Man sollte darauf achten“, so Dr. Grillitsch, „die Hautstelle, auf der die Maske aufliegt, morgens mit einer leichten, fettarmen Textur zu pflegen. Reichhaltige Cremen dürfen dann abends zur Regeneration der Haut aufgetragen werden.“

Ab wann zum Mediziner?
Treten Entzündungen auf, die durch gängige Reinigungsprodukte mit antibakteriellen Wirkstoffen nicht selbst behandelt werden können, sollte man sich an den Mediziner wenden. „Nebst fundierter Pflegeberatung“, so Dr. Grillitsch, „können wirkstoffhaltige Cremen verschrieben werden – z. B. bei Neurodermitis eine Kortisonsalbe oder bei Akne ein antibakterielles Produkt. Akne sowie chronische Erkrankungen, wie Rosacea, können zudem mithilfe von Fruchtsäure- oder Laserbehandlungen langfristig gemildert werden.“

Worauf man achten sollte

Der Mund-Nasen-Schutz (MNS) dient primär dem Schutz anderer durch das physische Zurückhalten von potenziell infizierten Tröpfchen beim Sprechen, Niesen und Husten. Jedoch nur, wenn er korrekt getragen wird. Hygiene und richtige Handhabung spielen auch eine wichtige Rolle für den Träger, damit dieser sich beim Tragen (z. B. durch Kontamination) nicht selbst mit Coronaviren infiziert. Zudem schützt ein richtiger Umgang auch die Haut.

 

  •  Der MNS kann bis zur Durchfeuchtung getragen werden. Einweg-Masken nach ca. zwei Stunden wechseln.
     
  • lWährend des Tragens: MNS nicht mit den Händen berühren oder verschieben.
  • Beim Abnehmen, Anlegen: Nur an den seitlichen Fixierungen berühren.
     
  • Der wiederverwendbare MNS sollte aus fester, 100-prozentiger Baumwolle bestehen. Mit 60 Grad waschen. Bei empfindlicher Haut: Schonendes Waschmittel verwenden.