Lärm

Internationaler Tag gegen Lärm

Lärmschwerhörigkeit als Berufskrankheit

Rund 400.000 Menschen in Österreich betroffen.

Anlässlich des 20. Internationalen Tags gegen Lärm am kommenden Mittwoch, dem 26. April, hat die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) per Aussendung auf die besonders intensive Belastung im Beruf aufmerksam gemacht. Rund 400.000 Menschen arbeiten in Österreich demnach aktuell an einem Arbeitsplatz mit gehörgefährdendem Lärm.

Problembewusstsein fehlt

Lärmschwerhörigkeit zählt laut AUVA zu den häufigsten Berufskrankheiten - 2016 wurden von der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt nach eigenen Angaben mehr als 560 Fälle anerkannt. Ein Großteil der berufsbedingten Fälle könne durch entsprechende Maßnahmen verhindert werden. Oft fehle aber das Problembewusstsein, obwohl die technische Entwicklung in Sachen Lärmschutzprodukte bereits sehr fortschrittlich sei.

Dauerlärmbelastung besonders gefährlich

In den meisten Fällen ist es nicht der laute Knall, der zur Lärmschwerhörigkeit führt, sondern eine Dauerlärmbelastung: Die Erfahrung in der Präventionsarbeit der AUVA zeige, dass insbesondere junge Arbeitnehmer bei dauerhaftem Lärm gefährdet sind und das Gehör rascher Schäden erleidet. Insgesamt sei aber eine rückläufige Tendenz bei der Berufskrankheit "Lärmschwerhörigkeit" verzeichnen. Diese ist unheilbar, da die abgestorbenen Hörzellen nicht durch neue ersetzt werden können.

Folgeerscheinungen

Neben der bekannten gehörschädigenden Wirkung könne Lärm aber auch das Herz-Kreislauf-System und die Psyche negativ beeinflussen. Auch Schlafstörungen oder Bluthochdruck können als Folge dauerhafter Lärmbelastung entstehen, so die AUVA. Akut gefährdet ist das Gehör grundsätzlich ab 85 Dezibel, bei Einwirkung über einen längeren Zeitraum ist mit Schwerhörigkeit zu rechnen.

Arbeitgeber müssen jedoch sicherstellen, dass die Gesundheit von Arbeitnehmern nicht geschädigt wird. Im Jahr 2016 hat die AUVA laut ihren Angaben die Lärmbelastung an 27.371 Arbeitsplätzen gemessen. Über 10.535 lärmexponierte Arbeitnehmer aus 1.431 Betrieben wurden kostenlos audiometrisch untersucht.