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Impfdebatte: Masern könnten wiederkommen

Noch ist die Gefahr gering. Sollte die Impfquote jedoch weiter fallen, drohen Masern-Ausbrüche.

Der Anstieg an Impfgegnern könnte bald die ersten Folgen mit sich bringen, wie die New York Times Anfang des Jahres berichtete. Forscher prognostizieren, dass durch den möglicherweise bald fehlenden flächendeckenden Impfschutz Masern-Ausbrüche wieder an der Tagesordnung stehen könnten – auch in Europa. Weltweit sterben immer noch rund hunderttausend Kinder pro Jahr an Masern.

„Starkes“ Masern-Jahr
Noch sind die Impfgegner, die in den sozialen Netzen immer wieder hohe Welle schlagen, in der absoluten Minderheit. Österreichweit sind etwa 95 Prozent der Menschen jeden Alters gegen Masern (und die meisten auch gegen andere Infektionskrankheiten) geimpft. Gefahr droht dann, wenn die Impfquote unter 90 Prozent fallen sollte. Dann könnte sich der Virus wieder großflächig verbreiten. Im Jänner und Februar 2017 wurden doppelt soviele Masern-Erkrankungen verzeichnet wie im Vergleichszeitraum 2016, warnt die Europäische Zentrale für Krankheitskontrolle. In zehn europäischen Ländern, darunter auch Österreich und Deutschland, wurden diese Zahlen gemessen.

Mythen und Risiken – auch in Hollywood
Manche Eltern stehen den Impfungen, die vor allem Säuglinge und Kinder in den ersten Lebensjahren normalerweise bekommen, kritisch gegenüber. Zu den Standardimpfungen gehören neben Masern auch Röteln, Mumps, Diphtherie, Tetanus, Poliomyelitis (Kinderlähmung) und andere. Via Social Media wurde etwa der Irrglaube verbreitet, dass Pharmakonzerne bewusst schädliche Substanzen in Impfstoffe mischen um später Profit aus ebenden Krankheiten zu schlagen. Lange hielt sich auch das Gerücht, dass Impfstoffe Autismus auslösen. Diese Mythen wurde mehrfach und zur Gänze widerlegt, die Kritik an der Impfpraxis bricht jedoch nicht ab.

Auch in der Welt der Stars machen Anti-Impfgerüchte die Runde. Schauspieler wie etwa Robert De Niro und Charlie Sheen (Mein cooler Onkel Charlie) haben sich gegen Impfungen ausgesprochen. Schauspielkollegin Alicia Silverstone (Clueless), die schon lange für ein „grünes“, natürliches und tierproduktfreies Leben wirbt, ist ebenfalls Impfgegnerin. In ihrem Buch „The Kind Mama“ erzählt sie von befreundeten Eltern, deren Kinder post-Impfung „nie mehr dieselben waren“.

 

 

Impflücken schließen
Das Motto „Leben und leben lassen“ ist in der Impfdebatte leider nicht anwendbar, denn die Impfgegner stellen auch ein Risiko für alle anderen, impfwilligen Menschen dar. Schon wenige, gegen Masern nicht geimpfte Kinder und Erwachsene verursachen Impflücken, aufgrund derer sich die hochansteckende Krankheit rasant ausbreiten könnte. Sie wird via Tröpfcheninfektion übertragen (zB beim Sprechen oder Husten) und muss so kaum Hindernisse überwinden um die nächsten anzustecken. Besonders wichtig ist ein Masern-Impfschutz auch während der Schwangerschaft: Nicht nur die Mutter kann schwer erkranken, eine Infektion wird in den meisten Fällen auch an das ungeborene Kind weitergegeben – mit schwerwiegenden Folgen.

Für mehr Information: http://keinemasern.at/