Ihre beste Rückenschule

Für immer schmerzfrei

Ihre beste Rückenschule

Fitness-Ikone Barbara Becker – einst chronische Schmerzpatientin – entwickelte zusammen mit renommierten Experten ein einzigartiges Rückenprogramm zur Schmerzprävention sowie -linderung.

Wie bei so vielen Frauen startete Barbara Beckers (48) „Karriere“ als Rückenschmerzpatientin bei der Geburt ihres Sohnes – dasselbe passierte übrigens auch Victoria Beckham bei der Geburt von Tochter Harper. Seit 21 Jahren, so alt ist Noah Becker mittlerweile (Beckers zwei Söhne stammen aus der Ehe mit Tennislegende Boris Becker), laboriert Pilates-Ikone Becker an wiederkehrenden Rückenschmerzen – hätte sogar operiert werden sollen. Viele Therapiemethoden, erzählt sie im gesund&fit-Interview habe sie ausprobiert. „Bis mir eines Tages klar wurde, dass ich, wenn ich am Leben teilnehmen möchte, meinen Rücken stärken und mobilisieren muss.“ Sie suchte Hilfe bei der deutschen Rücken-Koryphäe Dr. Martin Marianowicz (Facharzt für Orthopädie, Chirotherapie, Sportmedizin, Schmerztherapie), der eine Operation verhindern konnte. Mit ihm beschritt sie mithilfe von Rückenkräftigung den Weg zurück in einen schmerzfreien Alltag. Mit dem Spezialisten, Leibarzt der gesamten Becker-Familie, entwickelte sie nun ein spezielles Rücken-Programm – „Die 60 besten Rückenübungen der Welt“ zur Prävention, aber auch zur Linderung bereits chronischer Schmerzen. Einige der wirkungsvollen Übungen zeigt Barbara Becker rechts – für den sanften Einstieg daheim (alle Übungen auf App und DVD – auch bei uns zu gewinnen!).

Prävention
Rückenkräftigung, so der Spezialist, ist für jeden Einzelnen von uns ein Thema, das uns ein Leben lang begleitet oder begleiten sollte. „Denn die Wahrscheinlichkeit, Rückenschmerz zu bekommen, liegt in unserer Gesellschaft bei über 90 Prozent“, so Dr. Marianowicz. „Insgesamt haben 98 Prozent aller Menschen in späteren Lebensjahren – sprich, mit 60, 70 Jahren – Wirbelgelenksverschleiß. Rund 90 Prozent erleiden im Laufe ihres Lebens einen Bandscheibenvorfall. 40 Prozent haben eine Spinalstenose – eine Verengung des Wirbelsäulenkanals, die in den meisten Fällen auf degenerative Prozesse im Bereich der Wirbelsäule zurückzuführen ist. Im Grunde betrifft das Thema also jeden von uns. Manche jedoch haben das Glück, ein Leben lang trotz Verschleißerscheinungen schmerzfrei zu bleiben, manche jedoch leiden unter starken Schmerzen.“ In jedem Fall ist die Prävention die beste und wichtigste Therapie. Vor allem in den letzten Jahrzehnten hat die Rückenvorsorge an Wichtigkeit gewonnen. „Denn“, so der Experte, „unsere Wirbelsäule wurde von der Evolution als Bewegungsorgan geschaffen. Der Durschnittseuropäer legte Ende des 19. Jahrhunderts pro Tag noch 15 Kilometer zurück. Heute sind es zum Teil nur noch wenige Hundert Meter. Und wir sitzen in etwa 7,5 Stunden am Schreibtisch.“ Gift für die Wirbelsäule! Neben regelmäßigen Übungseinheiten für den Rücken (Tipp: zweimal am Tag etwa 15 Minuten – eine Kombination aus Kräftigung, Dehnung und Mobilisierung, s. Übungen S. 12/13) rät der Mediziner zusätzlich zu moderater Alltagsbewegung – 10.000 Schritte pro Tag wären ideal und verlängern laut WHO unser Leben zudem um zehn Jahre. Weiterer Tipp von Dr. Marianowicz: Gadgets wie Schrittzähler und Apps helfen bei der Selbstkontrolle.

Sekundärprävention

„Bewegung“, so Dr.  Marianowicz, „ist das Lebenserhaltendste, was wir tun können.“ Das gilt auch, wenn bereits Rückenschäden, wie ein Bandscheibenvorfall (entsteht, wenn der innere Gallertkern der Bandscheibe so stark auf den Faserring drückt, dass dieser einreißt), vorliegen. „Wenn jemand einen Bandscheibenvorfall hatte und wieder schmerzfrei ist, ist das Risiko groß, dass er erneut Probleme bekommt. Hier setzt die Sekundärprävention an, deren Fokus ebenfalls auf der Mobilisation und Kräftigung liegt.

Gegen chronische Schmerzen
Im schlimmsten Fall – bei etwa 20 Prozent der Betroffenen – bleiben die Schmerzen. Von einer Chronifizierung spricht man, wenn die Rückenschmerzen länger als 12 Wochen andauern. „Wichtig zu wissen ist, dass nur bei nicht einmal einem Prozent dieser Fälle – und zwar bei besonders schweren mit Lähmungserscheinungen oder Brüchen – eine  Wirbelsäulen-Operation notwenig ist. Wenn ein Arzt Ihnen eine OP nahelegt, holen Sie bitte eine zweite, dritte Meinung ein!“ Weiters wichtig: „Nicht jeder, der Wirbelsäulenschäden hat, hat auch Schmerzen. Und nicht jeder, der chronische Schmerzen hat, hat am Befund sichtbare Schäden. Von den chronisch Schmerzkranken haben 60 Prozent gar keinen Befund! Oft ist die Wirbelsäule wieder in Ordnung, jedoch der Schmerz bleibt. Denn: Wenn man chronische Schmerzen hat, ist nicht nur die Wirbelsäule betroffen, sondern auch der Kopf, wo die Schmerzen entstehen. Stress, Angst und Leistungsdruck können das Schmerzempfinden verstärken. Vereinfacht gesagt: Unglückliche Menschen empfinden einen stärkeren Schmerz als glückliche.“ Eine moderne Lösung bietet die multimodale Schmerztherapie. „Dabei wird orthopädische Schmerztherapie mit Physiotherapie und psychotherapeutischer Schmerztherapie kombiniert.“ Zuerst wird der Schmerz ausgeschaltet, dann der Rücken durch Bewegung gekräftigt. So wird, wie im Fall Becker, eine OP vermieden und ein schmerzfreies Leben gewährleistet.

Lesen Sie das gesamte Interview mit Barbara Becker und Dr. Marionowicz sowie die beste Rückenübungen im aktuellen gesund&fit am 17.8.2015!