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Dr. Johannes Seidel im Talk

Dr. Johannes Seidel im Talk

Was ist bei der Wahl der Verhütungs­methode zu beachten?

Dr. Johannes Seidel: Verhütung ist ein sehr individuelles Thema. Wichtig ist, Risikofaktoren – wie Rauchen, Übergewicht, Medikamente –, Erkrankungen oder die persönlichen Bedürfnisse zu berücksichtigen. Aber auch die Frage nach dem Zyklus, ob die Regelblutung stark ist und Regelschmerzen vorhanden sind.

Wann ist die Pille gerechtfertigt?

Dr. Seidel: Die klassische Anti-Baby-Pille ist die meistverwendete Methode in Österreich. Vorteil: Die Methode ist leicht , unkompliziert und hat als Zusatznutzen, dass sich bei Frauen mit starker Regelblutung und Schmerzen die Beschwerden verbessern. Auch Hautunreinheiten verbessern sich durch die Pille. Nachteil: erhöhtes Thromboserisiko. Da muss man die Risikofaktoren berücksichtigen. Auch Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Unlust auf Sex können entstehen.

Welche Alternative gibt es?

Dr. Seidel: Bei den hormonellen Verhütungsmitteln gibt es die Hormonspirale. Diese enthält einen Zylinder mit einem Gelbkörperhormon, das lokal abgegeben wird. Dadurch ist die Hormondosis relativ leicht. Vorteil: Die Blutung wird mit der Zeit leicht und hört oft ganz auf. Besonders geeignet für Frauen, die  sehr starke Blutungen und Schmerzen haben. Nachteil: enthält Hormone wie die Minipille, nur leichter dosiert. Kann auch zu Hautunreinheiten und Stimmungsschwankungen führen. Weitere Möglichkeiten wären Hormonstäbchen oder die Drei-Monats-Spritze. Bei beiden ist aber die Hormondosis stärker als bei der Hormonspirale und der Nebenwirkungsgrad viel höher.

Welche hormonfreien Alternativen gibt es?

Dr. Seidel: Der Trend geht klar zu hormonfreien Verhütungsmitteln wie Kupfer- oder Goldspirale oder den neuen Methoden wie Kupferkette oder Kupferball. Voraussetzung dafür ist, dass die Regelblutung nicht zu stark und schmerzhaft ist, da diese Beschwerden sonst verstärkt werden. Diese Methoden sind auch für sehr junge Frauen gut geeignet. Kupfer ist nicht schädlich und dass eine Spirale unfruchtbar machen kann, wie früher oft behauptet, ist auch falsch.