Lipödem

Lipödem

Diese Fettkrankheit macht Frauen das Leben zur Hölle

Jede zehnte Frau leidet an der genetisch bedingten Fettverteilungsstörung Lipödem.

Lipödem – auch Säulenbeine oder Reiterhosensyndrom genannt – ist eine chronisch, meist fortschreitende Störung der Fettverteilung im Körper.  Oft entwickelt sich bereits nach der Pubertät das typische Erscheinungsbild: eine relativ schlanke Taille, aber dicke Oberschenkel, säulenartig geformte Beine, schmerzhafte Reiterhosen, Fettpolster im Bereich der Oberschenkelinnenseite und der Kniegelenke. Diese abnormen Fettablagerungen sind genetisch bedingt, offenbar auch vom Hormon Östrogen abhängig und betreffen fast nur Frauen.

Was kann ich selber tun? 1/4
Ernährung
Lipödeme sind keine Fettpolster, die durch Übergewicht entstanden sind und daher nicht durch Diät zu bekämpfen. Übergewicht sollte dennoch vermieden bzw. reduziert werden. Ein entsprechendes Ernährungsprogramm hilft bei der Gewichtsreduktion und dem Abbau von Eiweiß im Bindegewebe. Beim Lipödem halten vor allem Eiweiße im Bindegewebe das Wasser gebunden. Ein vorübergehender Protein-Mangel in der Nahrung soll den Stoffwechsel motivieren, seinen Eiweiß-Bedarf aus den Fettdepots zu decken.

Häufig nicht erkannt

Lipödeme sind angeboren und nicht durch Übergewicht erworben. Sie können daher auch durch Diät und Sport alleine nicht verschwinden. Ein Lipödem wird häufig mit normalem Übergewicht (Adipositas) verwechselt, den Betroffenen geraten, weniger zu essen und sich mehr zu bewegen. So vergehen oft Jahre bis zur richtigen Diagnose. Zahlreiche sinnlose Diäten, die sich nicht selten in einer schweren Essstörung manifestieren, sind die Folge. Der Erfolg bleibt dennoch aus. Im Gegenteil, das Erscheinungsbild wird immer schlimmer.    

Die wichtigsten Fakten im Überblick 1/5
Definition
Unter Lipödem versteht man eine krankhafte, fortschreitende und schmerzhafte Fettverteilungsstörung, die vorwiegend im Oberschenkel-, Gesäß- und Hüftbereich, an den Innenseiten der Kniegelenke und der Unterschenkel auftritt. Diese Krankheit wird oft als Säulenbein- oder Reiterhosensyndrom bezeichnet. Im fortgeschrittenen Stadium können auch die Arme betroffen sein. Hände und Füße sind nicht betroffen, sodass das Fettgewebe darüber einen Kragen bildet. Die Fettablagerungen entstehen in der Regel symmetrisch. Typisch ist ein schlanker Oberkörper, sodass die Beine noch dicker wirken. Schätzungsweise leiden zehn Prozent aller Frauen an einer Fettverteilungsstörung.

Die drei Stadien des Lipödems

Diashow: Die drei Stadien des Lipödems

Die drei Stadien des Lipödems

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    Schmerzhafte Schwellungen

    Ein Lipödem ist mehr als ein ästhetisches Problem. Die übermäßig produzierte Lymphflüssigkeit kann zunehmend schlechter abtransportiert werden und die Spannungen in den verdickten Extremitäten nehmen immer mehr zu. Schon eine leichte Berührung der Haut führt zu Druckschmerzen und leichte Stöße zu Blutergüssen.  
    Ein Lipödem ist nicht heilbar, aber behandelbar. Basis jeder Therapie ist eine Verbesserung des Lymphflusses. Durch Lymphdrainage und Tragen von Kompressionswäsche wird der Abtransport der überschüssigen Lymphflüssigkeit ermöglicht und ein Rückstau verhindert. Eine dauerhafte Linderung der Symptome bietet eine operative Verringerung des Fettgewebes durch eine Fettabsaugung.   

    Lipödem erkennen: 1/3
    Sicht- & Tastbefund:
    Die Basis-Untersuchung besteht aus Erhebung der Krankheitsgeschichte (Anamnese), Inspektion (typisches Erscheinungsbild mit relativ schlankem Oberkörper und unproportional kräftigem Unterkörper) und Abtasten (Kneiftest, Drucktest).

    Blitzcheck: Leide ich an Lipödem

    Lipödem verläuft in drei Stadien. Die Diagnose wird meist sehr spät gestellt. Der Blitzcheck kann helfen. 

    1. Sind Ihre Beine (beziehungsweise Arme und Beine) symmetrisch verändert, also gleichmäßig von einer Vermehrung des Fettgewebes betroffen?
        Ja
        Nein    

    2. Sitzen Fettpolster an den Armen und Beinen, von Oberschenkel bis zum Knöchel, die Diäten und Sportprogrammen widerstehen?
        Ja
        Nein

    3. Neigen Sie zur Bildung von Blutergüssen im Bereich der Extremitäten, ohne dass Sie sich verletzt hätten?
        Ja
        Nein

    4. Leiden Sie unter druckempfindlichen, schmerzenden und schweren Beinen und/oder Armen?
        Ja
        Nein

    5. Schmerzt es, wenn Sie nur leichten Druck auf die Beine oder Arme ausüben? (Zum Vergleich üben Sie genauso wenig Druck auf den Bauch aus.)
        Ja
        Nein

    Auswertung: Schon wenn Sie nur eine dieser Fragen mit Ja  beantwortet haben, ist es ratsam, einen Facharzt aufzusuchen. Sportler und wenig schmerzempfindliche Menschen neigen oft dazu, vorhandene Beschwerden nicht wahrzunehmen oder auszublenden. Empfindungen, mit denen man sozusagen aufgewachsen ist, werden Teil der eigenen Körperwahrnehmung. Sollte sich Ihr Verdacht erhärtet haben, wenden Sie sich an einen Experten und sprechen Sie ihn gezielt auf Lipödem an.