Die Leber - das größte Stoffwechselorgan

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Die Leber - das größte Stoffwechselorgan

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Die Leber - sie liegt im rechten Oberbauch - ist das größte Stoffwechselorgan des Menschen. Wie sie arbeitet und was ihr Schaden zufügt: 

Die Leber erfüllt als "chemische Zersetzungsfabrik", größtes Stoffwechselorgan und größte Drüse zentrale Aufgaben im Körper. Sie bildet lebensnotwendige Stoffe etwa für die Blutgerinnung. Aus Fett und alten roten Blutzellen produziert sie Cholesterin und bis zu einem Liter Gallenflüssigkeit, die für die Fettverdauung erforderlich ist. Außerdem stellt sie Faktoren der Blutgerinnung her, baut alte Blutkörperchen ab, filtert auch Toxine aus dem Blut und wandelt sie in unschädliche Stoffe um. Darüber hinaus werden in der Leber Nährstoffe gespeichert, die bei Bedarf an die Organe und Zellen weitergegeben werden.

Stilles Leiden. Der ungesunde Lebensstil in westlichen Industrieländern mit Überernährung, wenig Bewegung und zu viel Alkohol belastet das Entgiftungsorgan. Damit erhöht sich das Risiko für chronische Lebererkrankungen wie die Fettleber. Ärzt:innen empfehlen, die Leberwerte in regelmäßigen Abständen kontrollieren zu lassen. Denn eine Lebererkrankung zeigt sich im Anfangsstadium nur mit unspezifischen Symptomen (Anm.: siehe Test auf Seite 17 im Infokasten) und kann lange Zeit unbemerkt bleiben. Auch eine Ultraschalluntersuchung gibt Aufschluss über den Zustand der Leber. Auf Seite 17 finden Sie mehr Infos zu den häufigsten Lebererkrankungen.

Präventionstipps

Um Lebererkrankungen vorzubeugen, sollte man das Entgiftungsorgan durch gelegentliche Nahrungskarenz entlasten und Zwischenmahlzeiten oder Snacks meiden. Intervallfasten (z. B. im 16:8-Rhythmus, d. h. 16 Std. fasten und innerhalb von 8 Std. 2 oder 3 Mahlzeiten einnehmen) kann den Fettstoffwechsel in der Leber positiv beeinflussen und sogar Ablagerungen abbauen, wie Forschende der Universität Sydney zeigen konnten. Außerdem kann man durch regelmäßige, sportliche Aktivitäten wirksam übermäßiges Fett in der Leber abbauen. Je häufiger und intensiver das Training, desto mehr profitiert die Leber. Zur Gesunderhaltung der Leber sollte man darüber hinaus Konservierungsmittel, Farbstoffe, Geschmacksverstärker, raffinierten Zucker, raffinierte Mehle sowie säurereiche Speisen meiden. Hingegen sollte man Bittersalate und bitteres Gemüse wie Chicorée, Endivien, Radicchio, Grapefruit, Artischocken in den Speiseplan einbauen. Es wird empfohlen, nur in mäßigen Mengen zu trinken und ausreichend zu schlafen.

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Die häufigsten Erkrankungen

Stilles Leiden: Die Erkrankungen der Leber beginnen meist schleichend und bleiben im Anfangsstadium unbemerkt.

Fettleber

Steatosis hepatis (Fettleber) tritt in westlichen Industrieländern meist als Folge von ungesunden Essgewohnheiten -zu viel Fett und Zucker -in Erscheinung. Ungefähr 25 Prozent der Weltbevölkerung leiden an einer nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung. Durch einen permanenten Alkoholkonsum wird die alkoholbedingte Fettleber verursacht.

Leberzirrhose

Unter Leberzirrhose - stark vernarbte Leber - versteht man eine chronische Leberschädigung, die auf eine langfristige Belastung zurückzuführen ist. Sie kann infolge von Alkoholmissbrauch entstehen oder durch eine Erkrankung wie Hepatitis hervorgerufen werden.

Hepatitis

Hepatitis bezeichnet eine Leberentzündung, die Leberzellen schädigt und zu Störungen der Organfunktion führen kann. Weltweit sind 325 Millionen Menschen mit einem Hepatitis-Virus infiziert. Die Ursachen davon sind vielfältig, doch die Erkrankung wird vorwiegend durch Viren ausgelöst. Laut WHO unterscheidet man fünf klassische Hauptstämme von A bis E.

Hepatitis A

Die Übertragung des Hepatitis A-Virus (HAV) erfolgt über Schmier- oder Kontaktinfektion etwa durch verunreinigtes Trinkwasser, Lebensmittel, engen Körperkontakt. Der HAV-Erreger tritt hauptsächlich in Ländern auf, wo die hygienischen Standards nicht hoch sind. Den besten Schutz bietet die prophylaktische Immunisierung (Impfung).

Hepatitis B

Durch Blut, aber auch anderen Körperflüssigkeiten wird Hepatitis B

übertragen, daher gelingt eine Vorbeugung durch "Safer Sex". Die Erkrankung kann schwerwiegend verlaufen und zum akuten Leberversagen führen. Jedoch treten nicht immer typische Symptome der akuten Leberentzündung wie etwa Gelbsucht, Entfärbung von Stuhl oder dunkler Urin auf, sondern das Beschwerdebild bleibt unspezifisch (Appetitlosigkeit, Übelkeit, Druck im rechten Oberbauch). Den besten Schutz bietet eine Impfung.

Hepatitis C

Das Hepatitis-C-Virus (HCV) wird über das Blut weitergegeben. Mögliche Übertragungswege sind unsterile medizinische Geräte wie z. B. Infusionen oder Gegenstände des täglichen Gebrauchs wie Zahnbürsten oder Rasierer. Aber auch Drogenutensilien wie kontaminierte Spritzen, verunreinigte Tattoo- oder Piercing-Instrumente, ungeschützter Geschlechtsverkehr (verletzungsanfällige Sexualpraktiken, Sex während der Menstruation) können eine potenzielle Ansteckungsquelle sein. Bei vielen Betroffenen kommt es zu keiner Ausheilung, sondern zu einem dauerhaften Verlauf. Gegen HCV existiert keine Impfung. Eine frühe Diagnose ist wichtig, da durch entsprechendes Verhalten eine Weiterverbreitung verhindert wird.

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Ist meine Leber gesund? Selbsttest &Labortest:

Haben Sie diese unspezifischen Symptome? Müdigkeit, Lustlosigkeit, Leistungsschwäche, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Blähungen, Unverträglichkeit von Alkohol oder/und Fett, Druckschmerz unter dem rechten Rippenbogen, Gelenkschmerzen oder Durchfälle

Sind Ihre Leberwerte erhöht? Eine Leberwerterhöhung kann durch Infektionserreger wie Bakterien oder Viren, Ernährungsfehler, Stoffwechselerkrankungen, Autoimmunerkrankungen, Medikamente, Drogen oder Alkohol verursacht werden. Aufschluss über die Ursache geben weitere Laboruntersuchungen wie Leberwerte. GPT, GOT und Gamma-GT können Auskunft über den Zustand der Leber geben.

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INFO Mariendistel:

Die Pflanze Silybum Marianum (Mariendistel) gilt als Heilpflanze der Leber. Sie hilft insbesondere bei lebensstilbedingten Fettlebererkrankungen. Die Früchte der Mariendistel wirken nicht nur leberschützend, sondern haben darüber hinaus einen antiviralen, antioxidativen sowie antiinflammatorischen Effekt. Silymarin, der wertvollste Inhaltsstoff der Früchte, ist schwer wasserlöslich und kann somit durch einen Teeaufguss nicht herausgelöst werden. Am besten nimmt man Mariendistelpräparate aus der Apotheke.

INFO Leberwickel:

Einen Leber-Gallen-Tee mit Mariendistel aus der Apotheke stark einkochen, ein Baumwolltuch darin tränken und lauwarm auf der rechten Körperseite im Bereich der Leber auflegen. Dann legt man ein leicht warmes Tuch oder eine Decke darüber und lässt es 15 bis 20 Minuten lang einwirken und ruht nun 20 Minuten nach. Diese Anwendung kann man kurmäßig über eine Woche lang täglich oder einmal pro Woche über einen Monat wiederholen.
 

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