Hitze

Was wirklich hilft

Die besten Tipps gegen Hitze

Wenn die Tagestemperaturen jenseits der 30 steigen und auch die Nächte schwül werden, dann zählt vor allem eines: Abkühlung. Lesen Sie, wie Sie jetzt für mehr Frische im Alltag sorgen:  

Kaum ist der richtige Sommer da, so wünschen wir ihn schon wieder hinfort. Nicht den Sommer per se, jedoch die hochsommerlichen, extremen Temperaturen. Denn pünktlich mit der ersten Hitzewelle des Jahres setzt bekanntlich auch das kollektive Schwitzen und Stöhnen ein. Wer jetzt die Klimaanlage hochdreht und den Ventilator am Anschlag rotieren lässt, tut sich jedoch keinen Gefallen.

Kühlen, aber in Maßen
Warum die allzu eifrige Kühlung keine gute Idee ist, lässt sich am Beispiel Klimaanlage verdeutlichen: Werden die Geräte zu kalt eingestellt, so muss der Körper den Temperaturabfall ausgleichen und erst recht Wärme generieren. Die anzustrebende Temperatur sollte stets eine normale Raumtemperatur sein, also etwa zwischen 20 und 25 Grad. Zu kalt gestellte Geräte sind nicht nur ein Risiko für das Immunsystem, sondern tragen auch dazu bei, dass uns die Sommerhitze – etwa beim Rausgehen nach dem Aufenthalt in gekühlten Räumen – erst recht mitnimmt. Nebenbei schaden sie dem Klima. Auch Getränke wollen im Sommer richtig temperiert sein: Zu kalte Flüssigkeiten müssen vom Körper aufgewärmt werden und verhindern so oftmals eine effiziente Abkühlung. Besser ist es, Getränke auf Zimmertemperatur zu trinken oder sogar leicht erwärmt. Und auch wenn es noch so verlockend ist: Drehen Sie die Armatur beim Duschen nicht zu kalt. Der erhitzte Körper verträgt den Kälte-Schock nur bedingt und fühlt sich im Anschluss in der Pflicht, Sie wieder aufzuwärmen. Es gilt: Mäßig kühl oder lauwarm ist besser als kalt.

Kleine Hilfen
In diesem Sinne können einige gezielte Tipps für den Alltag von großer Bedeutung sein. Schonen Sie Ihren Kreislauf etwa, indem Sie sich ausgewogen und „sommerfreundlich“ ernähren (mehr dazu im nächsten Absatz). Weitere kreislaufstärkende Maßnahmen sind etwa ein regelmäßiger Schlafrhythmus und ausreichend Bewegung (jedoch bitte nicht in der größten Hitze). Hilfreich sind auch sommertaugliche Kleidung, bewusstes Lüften und kleine kühlende Mini-Maßnahmen wie Aromatherapie mit Minze oder eine kurze Dusche für die Handgelenke.

Leichtes Essen im Sommer
Mahlzeiten sollten jetzt mit Bedacht gewählt werden: Schwere oder nicht gut verträgliche Gerichte können den Kreislauf jetzt belasten. Setzen Sie jetzt stattdessen auf leichte, aber vitaminreiche Kost wie Gemüse, Salate und Obst. Wer persönliche Unverträglichkeiten beachtet, erspart sich lästige Verdauungsprobleme. Vergessen Sie nicht auf hochwertige Ballaststoffe aus Vollkorn und komplexen Kohlenhydraten. Sie helfen einer müden Verdauung auf die Sprünge und sorgen für Sättigung. Portionsgrößen beachten! Zu viel des Guten macht unter Umständen müde. Eine der ungünstigen Kohlenhydrate-Sorten ist Zucker. Er hat nicht nur schlechte Nährwerte, sondern entzieht dem Körper sogar zusätzlich Vitalstoffe. Versuchen Sie, einen großen Bogen um Süßigkeiten, zuckrige Backwaren und Getränke zu machen – sie sind Energieräuber. Greifen Sie stattdessen zu Obst oder selbst gemachten gesunden Snacks. Zuckerarme Obstsorten wie Beeren (s. auch Rezepte S. 34) sind besonders empfehlenswert, um den Süß-Gusto zu stillen aber die Energiebilanz nicht zu beschweren.

Unruhiger Schlaf im Sommer
Üppiges Essen abends oder fett- und zuckerreiche Snacks lassen unsere Verdauung schlechter zur Ruhe kommen und wirken somit negativ auf die Schlafqualität. Alkohol und koffeinhaltige Getränke (in der zweiten Tageshälfte) können die Nachtruhe ebenfalls beeinträchtigen – das gilt natürlich auch für gekühlte, ­koffeeinhaltige Getränke. Schlafräuber Nummer eins sind im Sommer jedoch hohe Temperaturen. Besonders dann, wenn mehrere sehr heiße Tage aufeinanderfolgen, bleibt es auch nachts drückend heiß: Oftmals wird die Wärme tagsüber gespeichert und in der Nacht von Gemäuer und Straßen abgegeben. Vor allem in dicht bebauten Gebieten herrscht deshalb in Sommernächten oft nur wenig Temperatur-Erholung. Auch ist das Fensteröffnen ob des Straßenlärms oft keine Option und die Raumluft kann sich nicht mit kühler von draußen austauschen. Am besten schlafen wir im Durchschnitt bei einer Temperatur von 16 bis 18 Grad, jedoch entscheidet das individuelle Wohlempfinden mit. Entscheidend für eine gute Nachtruhe ist, dass der Körper ohne großen Aufwand die eigene Temperatur (ca. 37 Grad) halten kann, also er weder schwitzen noch frieren muss. Bei allzu sommerlichen Temperaturen jedoch wird vermehrt Schweiß produziert, um den Körper zu kühlen. Dies lässt uns unruhiger schlafen.

Gut gebettet
Zu kalt gestellte Klimaanlagen und Klimageräte können beim Schlafen ebenfalls mehr schaden als nutzen. Sie sind Energiefresser, Schnupfen-Verursacher und schaden dem Kreislauf. Kühlen Sie Räume stets nur so weit herab, dass Sie sich darin wohlfühlen und nicht übermäßig schwitzen. Gut beraten sind Sie jetzt mit leichter Bett- und Schlafwäsche aus reiner Baumwolle. Sie nimmt Feuchtigkeit auf und ist luftdurchlässig. Leinen oder Tencel (nachhaltiger, pflanzenbasierter Stoff) sind ebenfalls top. Vermeiden Sie Synthetik! Feuchte Tücher können bei der Raumkühlung helfen: Tauchen Sie große Tücher, Handtücher oder Bettlaken aus Baumwolle in Wasser und hängen Sie sie nach dem Auswringen im Raum zum Trocknen auf. Beim Trocknungsvorgang wird der Raumluft Wärme entzogen, was zu einer Abkühlung führt.  

Munter bleiben im Sommer: 

1. Schlafroutine

Unsere innere Uhr hat Einfluss auf den gesamten Organismus und liebt Regelmäßigkeit. Unterstützen Sie Ihren Kreislauf und achten Sie darauf, täglich mindestens sieben Stunden Schlaf zu bekommen (bei Bedarf mehr). Wichtig: Halten Sie Ihre Schlafroutine möglichst die komplette Woche über konstant, nicht nur Montag bis Freitag.

2. Bewegung & Luft

Bewegung ist Grundvoraussetzung für einen gesunden Kreislauf, ein Mix aus Ausdauer- und Kraftsport ist ideal. Die „zehntausend Schritte“ sind eine tolle Ergänzung: Täglich einige Öffi-Stationen zu Fuß gehen, Auto weiter weg parken
und viele bewegte Pausen machen. Am besten bewegt es sich an der frischen Luft. Doch Achtung:  Mittagshitze sollte beim Training gemieden werden!

3. Stress lass nach
Alltagsstress belastet Körper und Geist und sollte möglichst ausgeschaltet werden. Planen Sie Ihre Tage und Aufgaben, üben Sie keinen Druck auf sich aus und lernen Sie, abzuschalten. Regelmäßiger Sport, Meditation oder ein stimulierendes Hobby können Wunder wirken.

4. Viel Wasser trinken
Nehmen wir zu wenig Flüssigkeit zu uns, leidet der Kreislauf. Versuchen Sie, bereits nach dem Aufstehen einen halben Liter Wasser zu trinken. Der Körper ist nach der langen Nachtruhe „ausgetrocknet“ und braucht Flüssigkeit. Bei Hitze sollte besonders viel getrunken werden, da wir durch Schwitzen große Mengen an Wasser verlieren.

5. Richtiger Start
Bei niedrigem Blutdruck: Morgens nicht zu schnell aus dem Bett hüpfen, Körper langsam mobilisieren. Eine Wechseldusche weckt die
Lebensgeister.   


Kleine Maßnahmen, die im Alltag große Hilfe sind:  

1. Dresscode
Enge Kleidung und synthetische Stoffe bringen uns leicht ins Schwitzen. Setzen Sie auf natürliche, leichte Stoffe wie Baumwolle und Leinen, die atmungsaktiv sind. Zudem sorgen weite Schnitte für bessere Belüftung und weniger Schweiß.

2. Richtig lüften
Für Frischluft im Sommer sorgt großzügiges Lüften frühmorgens und spätabends. Dazwischen sollten Sie die Fenster geschlossen halten und so gut wie möglich gegen die Sonne abdunkeln (z. B. mit Jalousien, dicken Vorhängen und Rollos). Tipp: Warten Sie mit dem Abend- Lüften unbedingt so lange ab, bis es merklich kühler wird.

3. Natürliche Helfer
Kräuter wie Salbei, Basilikum, Holunder, Zitronenmelisse, Pfefferminze oder Schafgarbe können den Körper von innen sowie auch außen kühlen. Tipp: Salbeitee kühlt nicht nur, sondern reguliert die Transpiration auf natürlichem Wege und wirkt antibakteriell. Holunderblütensaft unterstützt den Blutkreislauf.

4. Sofort-Tipp
Die Fingerspitzen in eiskaltes Wasser tauchen und anschließend Schläfen und Pulsstellen an Hals und Handgelenk massieren. Oder: Kurz kaltes Wasser über die Handgelenke laufen lassen.

5. Schattenseite
Auch wenn Sie prinzipiell nicht empfindlich auf Hitze reagieren: Meiden Sie im Sommer und vor allem bei sehr hohen Temperaturen die direkte Sonne, wo und wann immer möglich. Sie reduzieren so
nicht nur das Risiko potenzieller Hautschäden deutlich, sondern auch jenes,
einen Sonnenstich zu erleiden. Schützen Sie Ihren Kreislauf!

6. Auf coole Aromen setzen
Aromaöle sind wahre Allrounder. Sie fördern Schlaf, heben die Stimmung und sorgen für ein Rundum-Wohlgefühl. Ein weiterer Bonus ist die leicht kühlende Wirkung, die z. B. Minze hat. Anwendung: Zwei Tropfen pures Öl in den Handflächen verreiben und dann eine Minute lang die Hände in den Nacken legen – entspannen.