Covid-19: Heiliung aktiv fördern

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Covid-19: Heiliung aktiv fördern

Unser Immunsystem kennt keine Kurzarbeit: Unentwegt leistet es Krankheitsabwehr – auch dann, wenn sich bereits eine Infektion eingestellt hat. Wie Sie Ihren Körper jetzt richtig bei der Heilung unterstützen und worauf es dabei ankommt.

Die Pandemie, ihre Folgen und unsere damit einhergehende, veränderte Lebensweise werden allem Anschein nach noch länger unseren Alltag bestimmen. Der Höhepunkt der Ausbreitung scheint noch nicht erreicht und die Heilung der Erkrankung Covid-19 wird sehr viele Österreicherinnen und Österreicher in den nächsten Wochen beschäftigen. Die überwiegend mild ausfallenden Symptome können in den meisten Fällen ohne Komplikationen in Heimquarantäne auskuriert werden.

Kompetente Abwehr
Die größte Last des Heilungsprozesses trägt unser Immunsystem. Die gute Nachricht ist, dass die Eliminierung von Krankheitserregern genau seiner Zuständigkeiten und Kompetenzen entspricht: Unsere Immunabwehr ist eine erfahrene Wächterin und Kämpferin, die virale Erkrankungen in der Regel alleine bezwingen kann. Entgegen häufigen Annahmen wird sie auch nicht erst beim Kontakt mit einem Virus aktiv – sie ist seit unserer Geburt im Dauereinsatz. Der menschliche Organismus wird tagein, tagaus vor schädlichen Umwelteinflüssen geschützt und diese sind weit zahlreicher und differenzierter, als wir es für möglich halten. Permanent werden Keime, Pilze, Bakterien, Viren, Schadstoffe aus Luft und Nahrung, UV-Strahlung, Chemikalien und vieles mehr daran gehindert, in unseren Körper einzudringen – dank unseres ausgeklügelten Immunsystems.

Unterstützung leisten
Der Fokus der Therapie zu Hause gilt daher neben der Symptomlinderung vor allem der Unterstützung des Immunsystems. Alles, was eine gut funktionierende Abwehr jetzt fördert, begünstigt somit auch die Ausheilung der Covid-19-Erkrankung. Integraler Bestandteil dieser unterstützenden Maßnahmen ist Schonung. Wer es nicht ohnehin schon tut, sollte und muss allerspätestens bei ersten Symptomen die eigenen vier Wände hüten und alles unter den Vorsatz des Kurierens (sowie der Reduktion von Sozialkontakten) stellen. Rigorose Schonung bedarf keiner strengen Bettruhe – selbstverständlich immer davon ausgehend, dass die Erkrankung eher mild verläuft. Medizinerinnen und Mediziner warnen sogar davor, den ganzen Tag im Liegen zu verbringen: Durch die liegende Körperhaltung wird die Atmung auf Dauer flacher und die Entstehung einer Lungenentzündung begünstigt. Wechseln Sie also regelmäßig in eine Sitzposition und gehen Sie auch immer wieder ein paar Schritte (in der Wohnung!), um den Kreislauf bei Kräften zu halten.

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Darm in Balance

Unsere Verdauung hat profunden Einfluss auf unser Allgemeinbefinden und auch auf unsere Abwehrkraft. Ist der Magen-Darm-Trakt aus dem Gleichgewicht geraten, sind wir anfälliger für Krankheiten beziehungsweise kann deren Ausheilung erschwert werden. Achten Sie deshalb darauf, sich jetzt besonders im Sinne Ihrer Darmgesundheit zu ernähren: Vermeiden Sie Speisen und Nahrungsmittel, die Ihnen nicht guttun, und setzen Sie auf ausgewogene Ernährung, die reich an Gemüse und Ballaststoffen ist. Ausreichend Protein (ca. ein Gramm pro Kilogramm Körpergewicht) ist ebenfalls wichtig, um den Organismus gut zu versorgen. Bei bereits aufgetretenen Magen-Darm-Problemen kann Schonkost (z. B. Moro’sche Karottensuppe, Reisschleimsuppe) sehr gut helfen. Achten Sie auch unbedingt auf reichlich Flüssigkeitszufuhr! Unvorteilhafte Speisen – vor allem solche, die stark verarbeitet sind und einen hohen Zucker– und Fettgehalt haben – sollten jetzt möglichst reduziert werden. Sie enthalten zu wenig essenzielle Mikronährstoffe und fördern eine ungünstige Darmflora.

Warum Lüften so wichtig ist

Wer an Covid-19 erkrankt ist, muss strenge Quarantäne einhalten. Ein Spaziergang im Freien ist also nur für jene Patienten mit Eigengarten möglich. Doch auf Frischluft muss und sollte in keinem Fall verzichtet werden! Häufiges Lüften der Wohnräume ist die einfachste und wirkungsvollste Maßnahme: Wer mehrmals täglich ein paar Minuten stoßlüftet, sorgt für guten Luftaustausch und trägt damit zur Heilung bei. Raumluft nämlich reichert sich rasch mit ausgestoßenen Viren an. Diese fühlen sich in trockener Raumluft besonders wohl – ein Klima, das durch seltenes Lüften und durch das Heizen bei kalten Temperaturen noch gefördert wird. Frische Luft hingegen enthält wenig Krankheitserreger und ist feuchter. Wer also die Virenlast reduzieren, den Kreislauf anregen und die Schleimhäute feucht halten möchte (essenziell für die Abwehr!), sollte sich im häufigen Fensteröffnen üben. In diesem Sinne muss auch das Rauchen erwähnt sein: Sowohl Aktiv- als auch Passivrauch schadet der Lunge in hohem Maße und schwächt das Immunsystem – beides überaus ungünstige Mechanismen im Kampf gegen eine Erkrankung wie Covid-19, die sich besonders in der Lunge manifestiert. Lassen Sie Ihre Atemwege zu Luft kommen – davon profitiert Ihre Gesundheit auch noch lange nach überstandener Covid-19-Erkrankung.

Wichtige Infos rund um Genesung und Immunität:

Heilung nach Covid-19

Ab wann bin ich genesen?
In Quarantäne: Erst nach einem negativen Testergebnis sowie nach mindestens 48-stündiger Symptomfreiheit gelten Covid-Patienten als offiziell genesen. Verlief die Infektion symptomarm bzw. -los und ist daher auch kein PCR-Test erfolgt, ist die Einschätzung nur schwer möglich.

Im Krankenhaus behandelte Patientinnen und Patienten gelten aktuell erst nach zwei negativen Tests als gesundet und als nicht mehr ansteckend.

Unklar: Die Frage, wie lange ein Patient infektiös ist, ist aktuell noch nicht geklärt. Bei vielen viralen Erkrankungen ist das Virus auch dann noch im Körper nachweisbar, wenn der Patient nicht mehr ansteckend ist. Wie genau die Situation bei SARS-CoV-2 ist, wird vermutlich bald festgestellt.

Ablauf der Testung

Der sogenannte PCR-Test ist die aktuell am häufigsten eingesetzte Testmethode und gilt derzeit als die genaueste. Dazu wird ein Abstrich aus dem Rachen- und/oder Nasenraum entnommen. Im Labor wird die Probe mittels einer Polymerase-Kettenreaktion (polymerase chain reaction, kurz „PCR“) untersucht. Das genetische Material in der Probe wird vervielfältigt und auf das Vorhandensein von SARS-CoV-2-Viren überprüft. Dadurch kann eine aktuell bestehende Infektion erkannt werden. Dauer: 90 Minuten oder einige Stunden.

Eine neue Entwicklung sind Antikörpertests. Mittels Blutprobe sollen Antikörper gegen das Virus nachgewiesen werden. Dies ermöglicht festzustellen, ob die Testperson bereits eine Infektion hatte. Ein entsprechender Schnelltest dauert nur wenige Minuten.

Nach Erkrankung immun?


Mediziner gehen davon aus, dass (wie bei anderen Infektionskrankheiten) nach überstandener Infektion eine Immunität entsteht. Eine nochmalige Ansteckung sei bisher nur in absoluten Einzelfällen nachgewiesen worden. Wie lange die Immunität jedoch besteht, kann derzeit noch nicht abgeschätzt werden.

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