Brustkrebs: Risiko reduzieren

Teil 1 der Serie

Brustkrebs: Risiko reduzieren

Mit der Pink-Ribbon-Tour (Start 25. 9.) macht die Krebshilfe einmal mehr auf die Wichtigkeit der Brustkrebsvorsorge und -früherkennung aufmerksam. g&f begleitet die Initiative mit einer Serie zum Thema. In Teil 1: Wie Sie Ihr Krebsrisiko minimieren.  

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Frau. Jahr für Jahr werden 5.500 Frauen mit der Schockdiagnose konfrontiert. Die einzigartige Pink-Ribbon-Aktion, initiiert von der Österreichischen Krebshilfe, ruft Jahr für Jahr im Brustkrebsmonat Oktober mit einer beispiellosen Kampagne, der Pink-Ribbon-Tour zur Solidarität mit Betroffenen und zur regelmäßigen Vorsorge auf. 

Darum ist Vorsorge so wichtig
Brustkrebs lässt sich in seiner Entstehung – im Gegensatz zu Darm- oder Gebärmutterhalskrebs – leider nicht vermeiden. Jedoch hat es jede Einzelne in der Hand, ihr Krebsrisiko zu minimieren respektive durch Früherkennungsmaßnahmen die Erkrankung so früh wie möglich zu entdecken und dadurch ihre Heilungschancen zu erhöhen (alle Infos zu Früherkennungsuntersuchungen finden Sie in der nächsten Ausgabe – in Teil 2 der Serie). 
 
Dem Krebs zuvorkommen
Die Entstehung einer Krebserkrankung ist ein hochkomplexer Prozess, dem vielfältige („multifaktorielle“) Ursachen zugrunde liegen. Viele davon sind noch nicht restlos geklärt. Fest steht jedoch: Ein Zusammenspiel mehrerer krebsbegünstigender Faktoren verstärkt das Risiko, zu erkranken. Diese Risikofaktoren können unkontrollierbar (genetisch), aber auch kontrollierbar (Lebensstil) sein. Indem wir die kontrollierbaren Faktoren so weit wie möglich senken, können wir das Risiko, an Krebs zu erkranken, selbst wesentlich beeinflussen. Denn Experten gehen davon aus, dass Lebensstilfaktoren einen Anteil von mehr als 50 Prozent am persönlichen Krebsrisiko haben. Bei Krebs handelt es sich um fehlerhafte Zellen, die sich unkontrolliert teilen und neues Gewebe bilden, um sich zu versorgen. Zellen werden fehlerhaft, wenn „Reparaturmechanismen“ des Körpers ausgeschaltet werden oder ineffektiv sind. Dann haben krebserregende Stoffe (Karzinogene = Krebserzeuger) die Möglichkeit, bleibende Schäden am Erbmaterial zu verursachen. Die WHO listet insgesamt 116 Krebserzeuger (gewisse Nahrungsmittel, Tabakrauch, ultraviolette Strahlung). Vielen davon setzen wir uns tagtäglich bewusst aus. Zudem fördern Faktoren wie Übergewicht und Diabetes (erhöht das Krebsrisiko um 30 Prozent) die Tumorentwicklung.
 
Die sogenannte Primärprävention zielt darauf ab, Reparaturmechanismus des Körpers zu fördern, das Immunsystem stark zu halten und Krebserreger weitgehend fernzuhalten – sprich Krebs in seiner Entstehung zu verhindern. 
 
Schutz vor Krebs
Viel bewegen:
Studien belegen, dass regelmäßige körperliche Aktivität das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, um 25 Prozent verringert. Auch das Risiko, an Dickdarmkrebs zu erkranken, ist bei körperlich aktiven Personen um 25 Prozent geringer, wobei mehr und anstrengendere Aktivitäten einen höheren Effekt zeigten. Dafür gibt es auch plausible biologische Erklärungen, wie z. B. positive Wirkungen auf den Hormonhaushalt, eine Reduktion der Körperfettmenge und die Reduktion von Entzündungen sowie positive Anpassungen des Immunsystems. Experten empfehlen regelmäßige Bewegung (30 Minuten, dreimal pro Woche). 

Gesunde Ernährung:
Rund ein Drittel aller Tumore wird durch falsche Ernährung begünstigt. Große Studien zeigen, dass eine ausgewogene Kost, reich an Obst und Gemüse und damit an Vitaminen, sekundären Schutzstoffen und Ballaststoffen, das Krebsrisiko senkt. Die Empfehlung lautet: 30 Prozent der Nahrungsenergie sollten höchstens aus Fett (hochwertige, pflanzliche Öle, Fisch, mageres Fleisch), 10 bis 15 Prozent aus Eiweiß und 55 bis 60 Prozent aus Kohlenhydraten (komplex) stammen.
 
Übergewicht vermeiden: 
5,4 Prozent aller Krebserkrankungen bei Frauen (und 1,9 Prozent bei Männern) hängen mit einem erhöhten BMI (über 30) zusammen – vor allem Tumorerkrankungen der Gebärmutter und postmenopausalen Brustkrebs. Besonders Bauchfett wirkt sich negativ auf das Krebsrisiko, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen aus. Diabetes wiederum kann das Risiko, an Krebs zu erkranken, um 30 Prozent erhöhen. Experten empfehlen eine Gewichtsreduktion durch gesunde Ernährung (mediterrane Diät) und regelmäßige Bewegung 
 
Sofortiger Rauchstopp:
Sämtliche Krebserkrankungen werden mit dem Rauchen assoziiert. Von den über 4.000 Chemikalien im Tabakrauch sind über 50 Substanzen krebsfördernd. Bei einer Packung Zigaretten pro Tag kommt es über das Jahr in den Atemwegen zu rund 150 Mutationen. Man rechnet, dass in Österreich etwa 10.000 Menschen jährlich an den Folgen des Tabakkonsums vorzeitig sterben. Auch Passivrauchen schadet. Weitere Infos: dontsmoke.at

Verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol:

Starke Trinker gehen ein messbar höheres Krebsrisiko ein. Diese Vermutung wird durch zahlreiche Studien erhärtet. Alkohol fördert besonders auch die Empfindlichkeit gegenüber anderen Risikofaktoren (krebserregenden Substanzen, z. B. im Tabakrauch). Vor allem „harte“ Drinks sollten vermieden werden. 
 
Pink Ribbon Tour-Termine
l 25. 9. Auftaktveranstaltung in Wien
„Pink Ribbon 5 o’clock Tea“ ab 17 Uhr im Palais Coburg
 
l 29. 9. PINK RUN in Bad Gastein
Haupt- und Trailrun: Start um 12 Uhr (beim Wasserfall); pinkrun.at
 
l 30. 9. Tourstopp Graz
Bei der Grazer Herbstmesse
 
l 4. 10. Tourstopp Hohenems
Event am Wochenmarkt Hohenems ab 11.30 Uhr
 
l 5. 10. Tourstopp Linz
Tanzen, Tombola u. v. m. am Nachmittag am Hauptplatz
 
l 6. 10. Tourstopp Kufstein
Infotag und Charity-Lauf
 
l 6. 10. Tourstopp Perchtoldsdorf
Ab 17 Uhr auf der Burg Perchtoldsdorf
 
l 12. 10. Tourstopp Wien
Infotag im Donauzentrum
 
l 13. 10. Tourstopp Klagenfurt
Aktionstag in den Arkaden Klagenfurt
 
l 19. 10. Tourstopp Oberwart
Vielfältiges Programm im eo Oberwart ab 10.30 Uhr
 
Weitere Infos unter www.pinkribbon.at