Auch vergangenes Jahr mehr Operationen im tagesklinischen Setting

Statistik 2016

Auch vergangenes Jahr mehr Operationen im tagesklinischen Setting

Viele Aufenthalte ohne Übernachtung

Im Jahr 2016 wurden laut Statistik Austria 2.705.460 stationäre Aufenthalte in den österreichischen Akutkrankenanstalten dokumentiert sowie 158.261 Aufenthalte in Einrichtungen für Langzeitversorgung, Rehabilitation und Prävention. Tagesklinische Aufenthalte (Aufnahme und Entlassung am selben Tag) werden kontinuierlich häufiger: 2016 waren es um 7,5 % mehr als im Jahr davor und um rund zwei Drittel mehr als vor zehn Jahren. Die Zahl der dabei erbrachten operativen Leistungen ist 2016 um 10,0 % gegenüber 2015 gestiegen. Häufigste Entlassungsdiagnose bei Aufenthalten ohne Übernachtung waren Augenerkrankungen.

Ein Viertel aller stationären Aufenthalte ohne Übernachtung
Im vergangenen Jahrzehnt hat sich die Zahl der Entlassungsfälle aus den Akutkrankenanstalten insgesamt nur geringfügig verändert (+4,7 %), doch die Behandlungen haben sich zunehmend aus dem stationären in den tagesklinischen Bereich verlagert. Die Zahl der Spitalsaufenthalte ohne Übernachtung ist seit 2006 um rund zwei Drittel gestiegen (+63,3 %). Im Jahr 2016 war jeder vierte stationäre Aufenthalt in einer Akutkrankenanstalt (24,1% bzw. 652.186 Fälle) ein Aufenthalt ohne Übernachtung im Spital, das sind um 45.476 bzw. 7,5 % tagesklinische Aufenthalte mehr als im Jahr davor.

Die Zahl der vollstationären Aufenthalte in Akutkrankenanstalten (Aufenthalte mit mindestens einer Übernachtung) hat sich seit 2006 um 4,0 % und seit 2015 um 0,1 % verringert. Die durchschnittliche Dauer vollstationärer Aufenthalte verkürzte sich seit Anfang der 1990er-Jahre von durchschnittlich 11,0 Tagen auf 6,9 Tage im Jahr 2006 und 6,4 Tage im Jahr 2016. Die Aufenthaltstage pro Kopf haben sich von 1,8 Tagen im Jahr 2006 auf 1,5 Tage im Jahr 2016 reduziert.

Vollstationäre Aufenthalte vor allem bei Krankheiten des Kreislaufsystems
Die häufigste Ursache von vollstationären Aufenthalten in Akutkrankenanstalten waren Erkrankungen des Kreislaufsystems. Sie waren die primäre Entlassungsdiagnose bei 12,7 % der Spitalsaufenthalte, gefolgt von Verletzungen und Vergiftungen bei 11,3 % der Aufenthalte, Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und Erkrankungen des Verdauungssystems bei jeweils 10,1 % der Aufenthalte. Eine Krebserkrankung war Entlassungsdiagnose bei 9,8 % der vollstationären Spitalsaufenthalte. Die Entlassungsdiagnosen bei tagesklinischen Aufenthalten in Akutkrankenanstalten unterschieden sich davon deutlich: Hier waren Augenerkrankungen (26,7 %), Krebserkrankungen (25,4 %) sowie Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems (7,4 %) am häufigsten.

Weitere Zunahme der Operationen bei tagesklinischen Aufenthalten
Im Jahr 2016 wurden 1.237.633 operative Leistungen bei stationären Aufenthalten dokumentiert (+1,6 % im Vergleich zu 2015). Davon betrafen rund 291.200 Operationen den Bewegungsapparat, 260.800 waren geburtshilfliche Eingriffe und Operationen am Urogenitaltrakt, gefolgt von 162.400 Augenoperationen, 132.100 Operationen am Verdauungstrakt und 113.900 Operationen in der Kopf- und Halsregion. Bestimmte operative Leistungen werden in zunehmendem Maße im tagesklinischen Bereich erbracht. Gegenüber 2015 gab es einen Anstieg dieser Operationen um 10,0 %. Dies betrifft vor allem Augenoperationen: Von den häufig durchgeführten Eingriffen an Hornhaut, Iris und Linse (rund 120.600 Operationen) wurden 2016 mehr als drei Viertel (78,6 %) tagesklinisch durchgeführt, während es im Jahr 2009 erst 27,3 % der damals rund 91.900 Operationen waren.