Arzneifirma-Mitarbeiter versorgen Risikogruppen mit Medikamenten

Während Corona-Krise

Arzneifirma-Mitarbeiter versorgen Risikogruppen mit Medikamenten

Mitarbeiter der Firma Schwabe Austria organisieren Medikamente-Lieferdienst in ihrer Freizeit.

„Zuhause bleiben“ lautet derzeit die Devise in Österreich. Insbesondere Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen sollten während der Corona-Krise soziale Kontakte meiden und ihre Wohnung nicht verlassen. Die Außendienstmitarbeiter der Firma Schwabe Austria, Hersteller von pflanzlichen Arzneimitteln, wollen genau diese Personen unterstützen, indem sie Medikamente kontaktlos anliefern.  Die Angestellten der Arzneimittelfirma wurden vom Arbeitgeber unter Beibehaltung normaler Bezüge freigestellt und leisten nun in ihrer Freizeit ihren Beitrag zur Bekämpfung des Corona-Krise: "Wir sehen, wie viele Leute im Moment um ihren Arbeitsplatz zittern und sind daher für die Lösung unseres Unternehmens enorm dankbar. Genau deshalb wollten wir mit unserer freien Zeit auch etwas Sinnvolles anfangen", erklärt Georg Cirko, Außendienstmitarbeiter bei Schwabe Austria. Gemeinsam mit seiner Frau Barbara Rosenkranz-Cirko, ebenso im Außendienst bei Schwabe Austria tätig, unterbreitete er Geschäftsführer Dr. Fritz Gamerith die Idee eines Medikamenten-Lieferdienstes: "Mir ging es darum, mit der vorhandenen Infrastruktur organisierte Hilfestellung zu bieten. Und da in unseren Außendienstautos die gesamte Struktur, die man für den sicheren Transport von Medikamenten benötigt, bereits vorhanden ist, war die Idee schnell geboren: Wir bringen dringend notwendige Arzneimittel zu den Privatpersonen, die sich im Moment schützen und das Haus nicht verlassen sollen", so Cirko. Dr. Fritz Gamerith willigte umgehend dem Einsatz von Dienstautos und Equipment zu diesem Zweck ein: „Ich bin stolz auf meine Mitarbeiter, dass sie diese erzwungene Ruhezeit dazu nutzen, etwas Positives für unsere Gesellschaft und unsere Gesundheit zu leisten", so der Geschäftsführer.

Liefergebiete

In Wien werden derzeit alle Bezirke betreut. Auch in Gmunden wurden bereits erste Medikamentenlieferungen durchgeführt. Geplant ist, dass der Liefer-Testbetrieb auf Eisenstadt und Umgebung, Tulln, Bad Ischl, Ebensee, die Bezirke Weiz, Voitsberg, Hartberg, Leibnitz, und den Süden von Graz ausgeweitet wird.

So funktioniert es

Die Schwabe-Mitarbeiter über ihr Handy auf Abruf: Die Apotheken informieren sie, sobald sie von einem Arzt ein Rezept übermittelt bekommen haben, welches der Patient nicht abholen kann. "Und dann machen wir uns auf den Weg", so Cirko. "Wir holen die Medikamente kontaktlos am Hintereingang der Apotheken ab, liefern sie bei den Patienten kontaktlos vor die Haustüre und melden uns dann telefonisch oder klingeln. So schützen wir uns und vor allem die besonders gefährdete Zielgruppe." Die Schwabe-Mitarbeiter liefern auch Medikamente aller Hersteller zu den Betroffenen. Der Kunde begleicht die Rechnung im Nachhinein mit einem Erlagschein.