Allergien

25% betroffen

Allergien erkennen & behandeln

Rund 25 Prozent der Bevölkerung leiden unter einer Allergie

Spielt das Immunsystem verrückt und beginnt, harmlose Stoffe zu bekämpfen, ist Ignorieren der falsche Weg. Lesen Sie, wie Sie Allergien wieder loswerden. Die besten Tipps aus dem neuen gesund&fit Magazin.

Allergien sollten nicht ignoriert werden
Blühende Sträucher und Bäume, Haare von Tieren oder künstliche Stoffe wie Medikamente und andere Chemikalien können allergische Reaktionen auslösen, die in ihrer Ausprägung und Intensität sehr unterschiedlich sind. Die Beschwerden reichen von laufender oder verstopfter Nase, entzündeten Schleim- und Bindehäuten, tränenden Augen, Juckreiz, Hautausschlag, Atem- oder Magen-Darmbeschwerden bis hin zur Extrem­variante: dem allergischen Schock.
Ignorieren sollten Sie eine Allergie lieber nicht – so harmlos die Symptome auch scheinen mögen. Bleiben sie unbehandelt, können sich weitere Allergien oder sogenannte Kreuzreaktionen entwickeln. Dann verträgt ein Pollenallergiker plötzlich auch bestimmte Lebensmittel nicht mehr. Je früher ein versierter Facharzt aufgesucht wird, desto größer ist die Chance, die Beschwerden in den Griff zu bekommen.

Die häufigsten Allergietests 1/5
Hauttest
Bei den Hauttests (Prick-Test, Pflastertest, Reibetest) werden Proben möglicher Allergene auf die Haut aufgebracht und beobachtet, ob eine allergische Reaktion an dieser Hautstelle (Pusteln, Quaddeln) auftritt.

 
Verschiedene Allergietypen
Allergische Symptome sind Zeichen der Abwehrreaktion des Immunsystems gegen einen bestimmten Stoff (das Allergen). Je nach Reaktionsmechanismus sowie der Zeitspanne zwischen Allergiekontakt und dem Auftreten von Symptomen unterscheidet man vier Typen. Rund 90 Prozent aller Allergien sind dem Soforttyp (Typ I) zuzuordnen. Innerhalb von Sekunden oder Minuten führt eine erhöhte Bildung von Immunglobulin-E (IgE)-Antikörpern zur Histaminausschüttung und zur Auslösung der allergischen Symptome. Zu diesem Typ zählen Heuschnupfen, allergisches Asthma, Nahrungsmittelallergie sowie der anaphylaktische Schock. Allergische Reaktionen bei Typ II (Zellen werden angegriffen) und Typ III (Allergene und Antikörper bilden Immunkomplexe, die sich ablagern und zu Entzündungen führen) sind häufig bei Arzneimittelunverträglichkeiten. Reaktionen bei Typ IV werden nicht durch Antikörper ausgelöst, sondern durch von Allergenen aktivierte Immunzellen (T-Lymphozyten). Die Abwehrreaktion erfolgt langsam (zum Beispiel Kontaktallergie), daher auch die Bezeichnung „Spättyp“.  

Die wichtigsten Therapiemethoden 1/5
Akuttherapie - H1-Blocker
Antihistaminika blockieren im Körper die Histaminrezeptoren und verhindern Allergiereaktionen wie Quaddeln, Juckreiz, Rötung der Augenbindehaut. Als Nasenspray, Augentropfen und Tabletten sind sie die größte Gruppe der Antiallergika.


Gezielte Diagnose
Im Durchschnitt dauert es bis zu neun Jahre von der ersten allergischen Reaktion bis zur richtigen Diagnose und Therapie. Dabei spielt die rechtzeitige und exakte Diagnose der Allergie eine ganz entscheidende Rolle für den Erfolg der Behandlung. Die Diagnostik verläuft in vier Stufen: Anamnese, Hauttest, Labortest und Provokationstest. Speziell die Blutuntersuchung hat sich in den letzten Jahren sehr stark weiterentwickelt. Mittels der sogenannten Komponenten-basierten Diagnostik können nicht nur die Allergie-Auslöser als Ganzes untersucht werden, sondern es lässt sich gezielt herausfinden, welche Eiweiß-Bestandteile für die Allergie verantwortlich sind. Dieses sehr zielgerichtete und rasche Identifizieren des allergieauslösenden Stoffes macht eine Therapie effektiver.

Frühzeitig behandeln

Die Behandlung einer Allergie umfasst im Wesentlichen drei Säulen: Allergie-Auslöser vermeiden, Symptome mit antiallergischen Medikamenten lindern und die Ursachen einer Allergie behandeln. Der erste Schritt nach der erfolgten Diagnose ist daher, den Auslöser möglichst zu meiden. Dies ist jedoch nicht immer so ohne Weiteres möglich. Werden bestimmte Lebensmittel oder Medikamente nicht vertragen, heißt es nun, geeignete Alternativen zu finden. Die nächsten Schritte unterscheiden zwischen der kurzfristigen Linderung der Allergiesymptome und einer langfristigen Behandlung der Allergieursache. Akute allergische Beschwerden lassen sich häufig durch Medikamente lindern. Je nach Art des Wirkstoffes werden dabei die allergischen Reaktionen entweder abgeschwächt oder unterbunden. Während systemische Medikamente auf den gesamten Organismus wirken, beschränkt sich eine lokale Therapie nur auf die angewendete Körperstelle. Ganz anders als die Wirkungsweise von Medikamenten funktioniert die spezifische Immuntherapie (SIT), auch Hyposensibilisierung oder Allergieimpfung genannt. Diese Behandlung gewöhnt den Körper langsam an das Allergen. Über einen Zeitraum von etwa drei Jahren wird dieses in Form von Spritzen, Tropfen oder Tabletten (derzeit nur für Gräserpollen) zugeführt und die Dosis langsam gesteigert. So lernt das Immunsystem, die Allergie-Auslöser wieder zu tolerieren.