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Alle Fakten zur Kryokonservierung („Social Freezing“):

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Alle Fakten zur Kryokonservierung („Social Freezing“):

Was ist „Social Freezing“?

Allgemeines. Die Fruchtbarkeit einer Frau nimmt ab dem 30. Lebensjahr leicht und ab dem 35. rapide ab. Doch mit Mitte 20 fühlen sich viele Frauen noch nicht bereit für ein Kind – oft steht zu diesem Zeitpunkt die Karriere im Vordergrund. Eine Möglichkeit, die biologische Uhr anzuhalten, bietet das frühzeitige Einfrieren der Eizellen. Die Kyrokonservierung, auch als „Social Freezing“ bekannt, gibt der Frau die Freiheit, die Familienplanung vorerst im wahrsten Sinne des Wortes auf Eis zu legen und den Zeitpunkt der Schwangerschaft später selbst festzulegen – die Eizelle entspricht dann immer noch dem biologischen Alter des Entnahmezeitpunkts. ACHTUNG: In Österreich ist das „Social Freezing“ ob der ethisch-moralischen Richtigkeit nicht erlaubt – mit Ausnahme bestimmter medizinischer Indikationen. Deshalb lassen sich viele Frauen in Nachbarländern behandeln.

Wer ist für Social Freezing geeignet?

In Frage kommen Frauen, die idealerweise unter 30 Jahre jung sind. In diesem Alter ist die Chance am höchsten, dass sich die eingefrorenen Eizellen später zum gewünschten Zeitpunkt tatsächlich auch befruchten lassen. Frauen von über 35 Jahren raten Reproduktionsmediziner vom Social Freezing ab, da ab diesem Zeitpunkt die Qualität der Eizellen stark nachlässt und die Prozedur nur geringe Aussicht auf Erfolg hat. Der
behandelnde Arzt wird anhand bestimmter Kriterien individuell feststellen, ob Sie für eine Kryokonservierung geeignet sind.

Wie funktioniert das Einfrieren?

Schritt für Schritt. Hat sich die Frau für
eine Kryokonservierung entschieden und erfüllt sie die entsprechenden Eignungskriterien, wird sie in der Vorbereitung rund zehn bis 14 Tage mit Hormonen behandelt. Dadurch reifen mehrere Eizellen heran. Anschließend werden die befruchtungsfähigen Eizellen vaginal unter Kurznarkose entnommen. Nach der Entnahme werden die Eizellen im Bruchteil einer Sekunde mit flüssigem Stickstoff schockgefrostet. Diese Methode verhindert die Bildung von Eiskristallen, durch die Zellen zerstört werden können. Die Zellen werden bis zum gewünschten Zeitpunkt bei minus 196 Grad Celsius eingelagert. Bei diesen niedrigen Temperaturen spielt es keine Rolle, ob die Zellen nun fünf oder 15 Jahre lang konserviert werden. Von zehn Zellen überleben im Schnitt acht das Auftauen, wovon die Befruchtungsrate bei 60 bis 70 Prozent liegt. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutter einnistet, liegt bei acht bis zehn Prozent. Ob Risiken für das Kind bestehen, ist bis dato nicht geklärt, da Langzeitdaten fehlen. Bei der Frau kann es während der Hormonbehandlung und der Entnahme zu leichten Nebenwirkungen kommen.

Was kostet der Eingriff

Individuell. Die Kosten der Entnahme belaufen sich auf 2.000 bis 3.000 Euro. Hinzu kommen die Kosten der Hormonbehandlung, die je nach Dauer und Arzt variieren. Die Lagerung kostet jährlich rund 300 Euro.

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