Wie oft sind Sie verschnupft?

Lästige Infekte

Wie oft sind Sie verschnupft?

Mit der anlaufenden Virus-Influenza-Welle hat die Sachlage nicht direkt zu tun. Doch bemerkenswert sind diese Umfrageergebnisse doch: Obwohl 2014 als schwaches "Grippejahr" galt, waren drei Viertel der Österreicher ein- oder mehrmals erkältet. Das zeigte eine repräsentative Befragung von 1.503 Menschen aus ganz Österreich im Alter zwischen 14 und 69 Jahren.

Erkältungsmythen unter der Lupe 1/10
Mythos 1: Antibiotika helfen gegen Schnupfen Blödsinn! Der Schnupfen wird durch Viren verursacht und nicht durch Bakterien, darum bringt ein Antibiotikum nichts. Antibiotika helfen bei einer bakteriellen Infektion der Atemwege, die manchmal zusätzlich zu einem Schnupfen auftritt.
Mythos 2: Küssen ist bei einer Erkältung tabu Beim Küssen werden zwar Bakterien ausgetauscht, das Risiko sich mit einem Schnupfen anzustecken ist aber äußerst gering. Das liegt vermutlich daran, dass die übertragenen Erkältungsviren mit dem Speichel in den Magen transportiert und dort zersetzt werden. Küssen ist also auch mit verstopfter Nase erlaubt.
Mythos 3: Heiße Zitrone lindert die Beschwerden Nicht wirklich. Vitamin C ist besonders wirksam, wenn es vorbeugend eingenommen wird. Aber auch wenn der Infekt bereits ausgebrochen ist, können Sie sich eine "Heiße Zitrone" machen. Der Infekt heilt dadurch zwar nicht schneller ab, das Immunsystem profitiert aber trotzdem.
Mythos 4: Nase hochziehen ist ungesund Ungesund ist es nicht, aber eklig. Zu kräftiges Schnäuzen ist aber schädlich, denn dabei wird das Nasensekret auch in die Nasennebenhöhlen gedrückt, was zu  einer Nasennebenhöhlenentzündung führen kann.
Mythos 5: Zink hilft gegen Erkältungen Stimmt. Erkältungen dauern bei der Einnahme von Zink im Schnitt einen Tag kürzer. Das belegen Studien.
Mythos 6: Den Schnupfen kann man in der Sauna ausschwitzen Nein! Regelmäßige Saunagänge stärken das Immunsystem und helfen so Erkältungen vorzubeugen. Wer aber schon erkältet ist, sollte nicht in die Sauna gehen. Durch die Hitze wird die Abwehr zusätzlich geschwächt und der Körper zu stark belastet.
Mythos 7: Sport schadet bei Erkältung nicht Doch! Sport kann den erkrankten Körper zusätzlich schwächen und ernsthafte Folgeerkrankungen wie Lungen- oder Herzmuskelentzündung drohen. Bevor Sie wieder trainieren, sollten Sie die Erkältung gut auskurieren.
Mythos 8: Hühnersuppe hilft Viele schwören auf die Wirkung einer selbst gekochten Hühnersuppe. Sie ist heiß und schleimlösend, nach dem Genuss fühlt man sich irgendwie befreiter. US-Forscher der Universität Nebraska sollen festgestellt haben, dass die Brühe die Aktivität weißer Blutkörperchen, die an Erkältungsprozessen beteiligt sind, hemmt. Doch in der realen Situation ist es schwierig, diese Effekte beim Patienten nachzuweisen. Schaden kann ein gutes Süppchen mal nicht.
Mythos 9: Nasenspray kann süchtig machen Nicht direkt. Dennoch: Wenn das Spray zu häufig eingesetzt wird, gewöhnt sich die Nasenschleimhaut an den Wirkstoff und schwillt immer wieder an. Das kann wiederum eine Art Dauerschnupfen verursachen. Patienten brauchen das Spray erneut, damit die Schleimhaut wieder abschwillt, was einen Teufelskreis darstellt.
Mythos 10: Grippe-Impfung schützt vor Erkältung Nein. Eine Grippe und ein grippaler Infekt, wie eine Erkältung auch genannt wird, haben zwar ähnliche Symptome, sind aber vom Krankheitsverlauf sehr verschieden. Es gibt Hunderte von Erkältungsviren, vor allem Rhinoviren, die die Nase befallen und einen Schnupfen auslösen, aber nur zwei Hauptarten von Grippeviren, die zudem jedes Jahr mutieren.


Husten, Schnupfen, Heiserkeit
Die Umfrage von "Marketagent" wurde vom Pharmakonzern Bayer in Auftrag gegeben. Jeweils ein gutes Drittel der Befragten war im Jahr 2014 einmal (35,5 Prozent) oder zwei- bis dreimal (34,5 Prozent) erkältet, knapp acht Prozent waren vier mal oder noch öfter von "Husten, Schnupfen, Heiserkeit" geplagt. Jeder Fünfte war im gesamten vergangenen Jahr gar nicht erkältet, Ältere weniger als Jüngere und Tiroler sowie Oberösterreicher seltener als der Rest Österreichs.

Lästige Infekte
Die Menschen reagieren laut ihren eigenen Aussagen offenbar sehr unterschiedlich auf solche "banale", aber durchaus lästige Infektionen. Die Umfrageautoren identifizierten fünf Typen, die sich in Einstellung und Verhalten unterscheiden: Während sich schwer leidende "Sterbende Schwäne" und alles ignorierende "Helden" mit je knapp einem Drittel Bevölkerungsanteil die Waage halten, befinden sich furchtsame "Monks" (14,2 Prozent), gut vorbereitete "Druiden" (13,2 Prozent) und donnernd niesende "Trompetenkäfer" (12,1 Prozent) in der Minderheit, wobei "Monks" eher weiblich sind, die heftigen Nieser scheinbar mehr unter den Männern zu finden sind.

Was tun gegen Schnupfen?
Bei einer Erkältung stört die verstopfte (30,3 Prozent) oder rinnende (20,8 Prozent) Nase am meisten, gefolgt von Halsschmerzen (12,2 Prozent), Husten (9,2 Prozent) und Gliederschmerzen (9,0 Prozent). Pro Erkältung werden im Mittel 50 Papiertaschentücher pro Erkältung verbraucht. Viel frische Luft und Aufenthalt im Freien nannte fast die Hälfte der Befragten als Vorsichtsmaßnahmen gegen eine Erkältung, dahinter rangierten "viel Obst essen", "häufiges Händewaschen", "gesunde, ausgewogene Ernährung", "ausreichend Schlaf" und "regelmäßige Bewegung/Sport". Sämtliche Vorsichtsmaßnahmen ergreifen tendenziell häufiger Frauen als Männer.

Das ist der Unterschied von Erkältung und Grippe: 1/7
Akut Im Gegensatz zur Erkältung tritt die Grippe plötzlich und heftig auf. Alarmzeichen: starker Schüttelfrost.
Fieber Bei einem banalen grippalen Infekt steigt die Körpertemperatur oft nur minimal an. Influenza geht mit hohem Fieber über 39 Grad einher.
Schmerz Intensive Kopf- und Gliederschmerzen treten bei Grippe meist schon im Anfangsstadium auf. Herkömmliche Schmerzmittel können die Symptome lindern.
Husten Das Grippe-Virus breitet sich mit Rasanz in den Bronchien aus und führt zu starkem, trockenem Husten. Wenn möglich, den Hustenreiz nicht unterdrücken.
Matt Bei Grippe wird jede Bewegung zur Qual. Nun heißt es "ab ins Bett", denn der Kreislauf beginnt zu streiken.
Entzündung Hals- und ­Ohrenschmerzen können sowohl bei Influenza als auch im Zuge einer Erkältung auftreten. Ob Antibiotika angezeigt sind, entscheidet der Arzt.
Dauer Während eine Erkältung oft innerhalb von Tagen überwunden ist, kann es Wochen dauern, sich von der Grippe zu erholen: Schonzeit!


Händeswaschen!
Eine Empfehlung zur Vorbeugung gab Maximilian Domej, Allgemeinmediziner aus Wien, laut einer Aussendung des Konzerns: "Auf das häufige Händewaschen sollte nicht vergessen werden. Und zwar wirklich 'waschen' und nicht nur kurz 'benetzen'. Bei Bedarf kann auch ein Desinfektionsmittel verwendet werden, allerdings mit Maß und Ziel, da exzessiver Einsatz die Haut austrocknen und zu Hautschäden führen kann."

Ganz allgemein empfindet nur ein Zehntel der Österreicher eine Erkältung als Krankheit und verhält sich auch so. Knapp zwei Drittel schonen sich zwar, erledigen aber den Alltag so gut es geht, ein Viertel schränkt sich während einer Erkältung gar nicht ein.

Arzneimittel?
Ein Drittel bekämpft eine Erkältung bereits bei den ersten Anzeichen mit Arzneimitteln, knapp die Hälfte greift zu Hilfsmitteln, wenn die Beschwerden nicht von selbst besser werden und jeder Fünfte verwendet gegen eine Erkältung für gewöhnlich überhaupt keine Arzneimittel. Signifikant mehr Männer als Frauen nehmen bei einer Erkältung keine Arzneimittel. Dafür stehen vor allem Fiebersenker und Substanzen, welche die Nasenschleimhäute abschwellen lassen, zur Verfügung. 70 Prozent der Österreicher greifen allerdings im Fall einer Erkältung zu "Hausmitteln" unterschiedlichster Art.

Verzicht auf Küssen und Sex

Für rund 45 der Österreicher bedeutet eine Erkältung Verzicht auf Küsse auf den Mund, für 40 Prozent heißt es "No Sex", so die Umfrage. Fast genau so viele der Befragten in Partnerschaft haben trotz Erkältung uneingeschränkten intimen Kontakt mit ihrem Partner. Schnarchen und Jammern gelten als "Störfaktoren".

Warnsignale: Verschleppte Erkältung 1/4
Plötzliche Kurzatmigkeit Eine verschleppte Erkältung kann besonders gefährlich werden, wenn die Erreger das Herz erreichen. Entzündet sich der Herzmuskel, kann eine größere körperliche Belastung (wie Sport) tödlich enden - es drohen Herzschwäche und Herzversagen. Bei diesen Symptomen sollten Sie einen Arzt aufsuchen: Herzrasen, starke Muskelschmerzen. außergewöhnliche Kurzatmigkeit. Reagieren Sie bereits auf kleine Anstrengungen mit Atemnot oder einem unregelmäßigen Herzschlag, sollten Sie sich sofort durchchecken lassen.
Gefährlicher Husten Aus einem harmlosen Husten kann sich eine Bronchitis entwickeln. Das zeigt sich durch eitrigen Auswurf, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und Abgeschlagenheit. Eine unbehandelte Bronchitis kann sich zur Lungenentzündung ausweiten. Diese äußert sich durch starke Schmerzen in der Brust, schnell steigendes Fieber und Schüttelfrost.
Druckgefühl in der Stirn Aus einer verschleppten Erkältung kann sich eine Nasennebenhöhlenentzündung entwickeln. Das äußert sich mit Schmerzen oder einem starken Druckgefühl unter den Augen und an der Stirn. Die Schmerzen verstärken sich beim Bücken.
Kopfschmerzen und Nackenstarre Wenn Sie nach einer überstandenen Erkältung plötzlich unter starken Kopfschmerzen und einem starken Nacken leiden sollten Sie sofort den Arzt rufen. Das können Symptome einer Meningitis (Hirnhautentzündung) sein, eine lebensbedrohende Krankheit. Unbehandelt verläuft sie fast immer tödlich.

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