Stress macht Kinder zu Kopfschmerzpatienten

3 von 4 Jugendlichen betroffen

Stress macht Kinder zu Kopfschmerzpatienten

Stress in der Schule, in der Familie und in der Gesellschaft macht viele österreichische Kinder und Jugendliche zu Kopfschmerzpatienten. Vor allem geht es dabei um sogenannten Spannungskopfschmerz, erklärte am Montagabend der steirische Kinderarzt Reinhold Kerbl bei der Apotheker-Fortbildungstagung in Schladming.

"Die Häufigkeit von Kopfschmerzen nimmt mit steigendem Alter zu. Im Alter von zwölf Jahren haben 90 Prozent der Kinder 'Kopfschmerzerfahrung'. Die Angaben über die Häufigkeit von Migräne schwanken in Studien zwischen 3,7 und 10,6 Prozent, beim Kopfschmerz vom Spannungstyp zwischen 0,9 und 72,8 Prozent", sagte Kerbl. Bis zum zwölften Lebensjahr könne man mit einem Anteil bei Spannungskopfschmerz von 60 Prozent rechnen, Migräne mache zwölf Prozent aus. Der Rest sei nicht in eine klassische Kategorie einzuordnen.

Beim Spannungskopfschmerz stehen dumpfe, drückende Schmerzen - oft wie ein "Reifen um den Kopf" - im Vordergrund. Die Symptome werden durch körperliche Aktivität nicht stärker. Übelkeit und Erbrechen sind anders wie bei zumeist "einseitig" auftretender Migräne selten. Oft sind auch Muskelverspannungen vorhanden.

Eine Umfrage unter 660 österreichischen Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 19 Jahren hat ergeben, dass drei von vier Jugendlichen zumindest einmal innerhalb von drei Monaten eine Kopfschmerzattacke haben. Bei einem Drittel ist das einmal pro Woche der Fall. Nur ein Viertel der Betroffenen hat schon einmal Expertenrat dazu bekommen.

Stress als Auslöser

In einer anderen in Österreich durchgeführten Umfrage unter Jugendlichen gaben diese zu 46 Prozent "Stress in der Schule" und zu 45 Prozent "Stress im Allgemeinen" als auslösende Faktoren für Kopfschmerzen an. Mütter von Jugendlichen sprachen zu 51 Prozent von Schulstress und zu 34 Prozent von "Stress im Allgemeinen". Lehrer bezeichneten zu 53 Prozent "Stress im Allgemeinen" als häufigen Auslöser von Kopfschmerzen bei ihren Schülern. Die Schulsituation wurde von ihnen nur zu 37 Prozent als Ursache angegeben. Davor rangierten bei ihnen noch "zu viel Medienkonsum" bzw. "zu viel Zeit vor dem Bildschirm" mit 43 Prozent.

Kerbl empfahl jedenfalls, Kopfschmerz bei Kindern keinesfalls zu negieren, sondern mit dem Arzt abzuklären. Das Erkennen von auslösenden Faktoren wird durch das Führen eines Kopfschmerztagebuches erleichtert. Entspannungsverfahren und Stressbewältigungsstrategien helfen. Beim Spannungskopfschmerz können Mittel wie Ibuprofen oder Paracetamol (als Mittel zweiter Wahl) helfen. Bei Migräne gibt es speziell wirksame Medikamente.

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