So sprechen Menschen, die an einer Depression leiden

Früherkennung

So sprechen Menschen, die an einer Depression leiden

Wer unter einer Depression leidet, verhält sich oft teilnahmslos. Einfache Aktivitäten werden zu den größten Herausforderungen. Betroffene fühlen sich energie- und freudlos. Solche Phasen hat jeder bereits einmal erlebt. Wenn diese Gefühlslage jedoch länger anhält, könnte es sich um eine Depression handeln. Etwa 16 bis 20 von 100 Menschen leiden einmal in ihrem Leben an einer Depression. Aber nur etwas mehr als die Hälfte wendet sich mit den Problemen an den Arzt und nur jeder dritte Patient erhält die richtige Diagnose. Dies ist besonders bedenklich, da Depressionen der häufigste Grund für einen Suizid sind. Um bereits erste Anzeichen einer Depression zu erkennen, haben daher Forscher eine App entwickelt.

Sprache soll beim Erkennen von Depressionen helfen

Psychiater und Experte für biomedizinische Informatik, John Pestian, konnte einen Zusammenhang zwischen der Sprache und Anzeichen einer Depression herstellen. Anhand von sogenannten Gedanken-Markierungen ("Thought-Markers") kann sogar das Selbstmordrisiko eingeschätzt werden. Pause, Tonfall und Tonhöhe sowie die Artikulation können bedeutende Hinweise auf eine Depression liefern. So kam John Pestian bei seiner Forschungsarbeit, die von der American Association of Suicidology veröffentlicht wurde, zu dem Schluss, dass ein reduzierter Vokalraum und eine weniger verständliche Aussprache ein Anzeichen für eine Depression sein können.

App soll Hinweise auf eine vorliegende Depression geben

Basierend auf diesen Erkenntnissen wurde die App "SAM" (Spreading Activation Mobile) entwickelt, um Gespräche aufzunehmen und diese anschließend zu analysieren. Mit dieser App wurden bereits 379 jugendliche Patienten nach ihrem Selbstmordrisiko eingestuft. Dabei konnte die App zu 85 Prozent richtig erkennen, ob es sich um selbstmordgefährdete, psychisch kranke, aber nicht selbstmordgefährdete oder andere Patienten handelte. Die App wird nun bereits erfolgreich eingesetzt, um die Diagnose zu erleichtern. Einen Psychotherapeut kann sie deswegen aber nicht ersetzen. Sie hilft lediglich dabei, das Problem leichter zu erkennen und einen möglichen Selbstmord zu verhindern.

Die häufigsten Anzeichen für Depressionen 1/4
Stimmung Bei depressiven Menschen herrscht ein Stimmungstief vor, das dauerhaft anhält. Sie lassen sich nicht aufheitern, fühlen sich innerlich leer oder teilnahmslos. Oft sehen sie die Erkrankung als persönliches Versagen an. Sie haben aufgrund ihrer Depressionen Schuldgefühle und/oder ein verringertes Selbstwertgefühl.
Körperlich Der Biorhythmus Betroffener ändert sich. Sie haben Schlafstörungen, die sich vor allem durch früheres Erwachen äußern. Am stärksten sind die Stimmunsgtiefs zu Tagesbeginn. Der Appetit ist vermindert, ebenso die sexuelle Lust. Weitere Beschwerden wie Verstopfung, Kopfschmerzen, Völlegefühl, Rückenschmerzen und Kreislaufstörungen können auftreten. Das Sprechen und das Denken sind in vielen Fällen verzögert, Gedächtnislücken treten auf.
Motivation Depressive können sich sehr schwer oder gar nicht motivieren. Meist fällt es ihnen schwer, aus dem Bett zu steigen oder den Alltag zu bewältigen. Bisher vorhandene Interessen werden nicht mehr verfolgt und bereiten keine Freude mehr. Es besteht keine Lust darauf, Neues kennenzulernen.
Gefühle Die vorherrschenden Gefühle sind Ängstlichkeit, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung.

Diesen Artikel teilen:

Posten Sie Ihre Meinung

Kommentare ausblenden
Diese Website verwendet Cookies
Cookies dienen der Benutzerführung und der Webanalyse und helfen dabei, die Funktionalität der Website zu verbessern, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Nähere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Impressum