So schützen Sie sich vor Wespen

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So schützen Sie sich vor Wespen

Im August erreichen bestimmte Wespenarten ihr Populationsmaximum und sind in Scharen auf Futtersuche – häufig auf unseren Tellern.

E s sind lediglich zwei von unzähligen Wespenarten, die Jahr für Jahr im Hochsommer am Buffet mitnaschen: Die Deutsche und die Gemeine Wespe überdauern – anders als viele Artgenossen – die Sommermonate und werden uns vor allem von Anfang August bis September ob ihrer Gier auf Fleisch und Süßes lästig.

Da Wespen zur Aufzucht ihrer Larven besonders eiweißreiche Nahrung benötigen, sind Wurstwaren eine beliebte Beute. Zucker wiederum dient als wichtigster Energielieferant der erwachsenen Wespe. Die herangewachsene junge Königin muss im Spätsommer/Herbst jede Menge davon zu sich nehmen, um die kalten Monate überstehen zu können. Werden mit Sommerende die natürlichen Nahrungsquellen (zerkaute Insekten, Nektar) knapp, begeben Sie die Wespen vermehrt auf Nahrungsfang beim Menschen. Ein Frühstück mit Marmeladebrot, Aufschnitt & Co. ist für sie ein Festmahl, für das es sich zu kämpfen lohnt.
Das aggressiv wirkende Verhalten der Wespen führt nicht selten zu hastigen Reaktionen. Fühlt sich das Insekt bedroht, sticht es zu. Ein Stich ist schmerzhaft und führt zu unangenehmen Reaktionen.
Für mehr als 200.000 Österreicher ist der Pieks sogar lebensbedrohlich. Sie leiden an einer Wespengift-Allergie.

Vorsorge ist besser als Nachsorge
In erster Linie gilt: Lassen Sie es gar nicht erst zu einem Stich kommen. Hastige Bewegungen werden als Angriff gewertet – sie sollten daher vermieden werden. Auch Kohlendioxid versetzt die Tiere in Alarmbereitschaft – daher ist Wegpusten kontraproduktiv.

Wenn die Wespe sticht …
Das Insekt injiziert mittels Stachel ihr Gift – bestehend aus vielen unterschiedlichen Proteinen, Aminosäuren und Enzymen – in den Kreislauf des Menschen. Liegt keine Allergie vor, so führt der Stich zu harmlosen Rötungen, Schwellungen, Juckreiz und Quaddelbildung im Bereich der Einstichstelle. Das Ergreifen von Erstmaßnahmen, wie z. B. Kühlung, kann diese lokalen Symptome lindern.


Bei Allergikern fallen die Reaktionen weitaus heftiger aus. So kann es zum Anschwellen der gesamten Extremität kommen. „Bedrohlich wird es“, so Priv.-Doz. DDr. Wolfram Hötzenecker, Vorstand der Klinik für Dermatologie und Venerologie am Kepler Universitätsklinikum, „wenn die allergische Reaktion den ganzen Körper erfasst und es zusätzlich zu Schwellungen im Gesicht oder Hals, Kribbeln an den Hand- und Fußinnenflächen, Übelkeit, Atemnot, Schwindel oder Herzrasen kommt.“ Eine Überreaktion des Immunsystems kann bis zu einem kompletten Kreislaufversagen mit Herzstillstand – einem anaphylaktischen Schock – führen. Allergiker müssen daher ihre Notfallmedikamente, allen voran einen Adrenalin-Autoinjektor, der den Kreislauf rasch stabilisiert, immer mit sich tragen.

Viele Menschen wissen jedoch gar nicht, dass sie gefährdet sind. Wenden Sie sich bitte an einen Facharzt (Dermatologie, Pädiatrie, HNO, Pulmologie) bzw. ein Allergiezentrum um mehr darüber zu erfahren. Mittels moderner Bluttests ist eine punktgenaue Diagnose möglich. Eine allergenspezifische Immuntherapie (AIT) kann vor einer übermäßigen allergischen Reaktion verlässlich schützen.

Einem Stich vorbeugen
Ruhe bewahren:
Versuchen Sie, hastige, panische Bewegungen unbedingt zu vermeiden. Sie werden von Wespen als Angriff gewertet.

Nicht wegpusten:
Wir atmen mit Kohlendioxid ein Abfallprodukt des Stoffwechsels aus. Auf dieses reagieren Wespen besonders aggressiv.   

Getränke & Nahrung schützen:
Wespen können auch für Nicht-Allergiker zur Gefahr werden, wenn sie sich in einem Trinkbehälter befinden und z. B. durch die Einnahme von Flüssigkeit in den Rachenraum bzw. in die Speiseröhre gelangen. Durch einen Stich kann die Speiseröhre derart anschwellen, dass ein Atmen kaum möglich ist. Da Wespen vor allem von Süßem angelockt werden, sollten Limonaden & Co. immer gut abgedeckt werden.

Alternative Futterquelle schaffen:
Z. B. durch eine entfernte Honig-Schale.

Hotspots meiden:
Wespen tummeln sich gerne auf Müllplätzen, bei Fallobst und in Tiergehegen.

Einen Stich versorgen
Kühlung:
Ein Stich ist schmerzhaft, führt zu Schwellung sowie Quaddelbildung und sollte umgehend gekühlt werden. Am besten mit
essigsaurer Tonerde oder einem kalten Essigumschlag. Ist beides nicht zur Hand, hilft Tiefgefrorenes – wichtig: Nicht direkt auf die Haut auflegen, um einen Kälteschock zu vermeiden.

Zwiebel:
Ein altbewährtes Hausmittel. Der Schmerz lässt meist nach kurzer Zeit nach und es entsteht keine Schwellung.

Cremen & Salben aus der Apotheke:
Entzündungshemmende Antihistaminika-Salben sollten in keiner Sommer- und
Reise-Apotheke fehlen.

Spitzwegerich:
Kräuterkenner finden in Wiesen ganz schnell Spitzwegerich. Bei einem Wespenstich zerreiben Sie das Kraut zwischen den Händen und legen es auf den Stich auf. Die Inhaltsstoffe wirken beruhigend, antibakteriell und entzündungshemmend.

❯❯ Tipps für Allergiker

  •     Bei einer bekannten Wespenallergie sollte immer ein Erste-Hilfe-Set mitgeführt werden. Das umfasst in der Regel drei Medikamente: ein Cortisonpräparat sowie ein schnell wirksames Antihistaminikum als abschwellendes Mittel und – das Wichtigste – eine Adrenalin-Fertigspritze (EpiPen), die den Kreislauf stabilisiert.
     
  • Bei Verdacht auf eine Wespenallergie sollte etwa ein Monat nach der Stichreaktion ein Allergietest durchgeführt werden. Die richtigen Ansprechpartner sind auf Allergie spezialisierte niedergelassene Fachärzte, Allergiezentren bzw. -ambulanzen in Spitälern oder Allergieambulatorien. Schutz vor übermäßigen allergischen Reaktionen bietet die allergenspezifische Immuntherapie.
        Expertenrat sowie weitere Informationen über Anlaufstellen unter
    www.initiative-insektengift.at
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