So können sich Stalking-Opfer schützen

Wenn Liebe zur Obsession wird

So können sich Stalking-Opfer schützen

Bis 1990 gab es weltweit keine gesetzliche Einschränkung für Stalker. Damals wurde in Kalifornien das erste Gesetz gegen Stalking eingeführt, viele andere Staaten folgten diesem Vorbild. In Österreich ist erst am 1.Juli 2006 das sogenannte Anti-Stalkinggesetz in Kraft getreten, welches Opfer besseren Schutz bieten soll.

Der Begriff Stalking umfasst die beharrliche Verfolgung und unerwünschte, wiederholte Kontaktaufnahme von Personen. Das Wort Stalking stammt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie "sich heranpirschen, auflauern". Auf dieses Problem wurde man in Kalifornien schon weitaus früher aufmerksam, da dort vor allem die Prominenz stark davon betroffen war. Aber Stalking kann nicht nur berühmten Personen zustoßen. Meist gibt es einen Beziehungs-Ursprung, der zum Stalking führt. Seltener werden Opfer zufällig von ihren Tätern ausgewählt. Auch Männer können in der Opferrolle sein, bei etwa 80 Prozent der Fälle sind sie allerdings in der Täterrolle. Stalker sind meist selbst sozial isoliert und unterschätzen die Auswirkungen ihres Tuns. Aus diesem Grund ist es wichtig, als Opfer die richtigen Signale zu setzen und rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen.

Verhaltensregeln: So sollten Sie auf Stalker reagieren 1/6
1. Mitteilen Machen Sie der Person ausdrücklich und nur einmal klar, dass Sie keinen Kontakt mehr mit ihr wünschen.
2. Ignorieren Wenn Sie bereits klar gemacht haben, dass Sie keine Kontaktaufnahme wünschen, ignorieren Sie weitere Kontaktversuche. Wenn es sich um eine fremde Person handelt, die Sie beispielsweise über das Internet kontaktiert, sollten Sie von Anfang an jede Reaktion meiden.
3. Informieren Teilen sie Bekannten, Freunden, Familie und Arbeitskollegen Ihre Situation mit. Diese können Sie vor einer möglichen Belästigung warnen, wenn die Person etwa in Ihrem Umfeld zu sehen ist.
4. Verwarnung Suchen Sie Rat bei der Polizei. Diese wird versuchen ein Gespräch mit dem Stalker zu führen. Eine Verwarnung durch die Polizei kann bereits bei Beginn des Stalkings den Täter abschrecken.
5. Dokumentieren Sammeln Sie Beweismaterial wie E-Mails, SMS, Briefe und dokumentieren Sie Anrufe. Diese können nicht nur als Beweismaterial dienen, falls Sie rechtliche Schritte einleiten wollen, sondern helfen auch, die Gefährlichkeit des Stalkers einzuschätzen.
6. Hilfe suchen Wenden Sie sich an den Opfer-Notruf, um sich über die rechtliche Situation oder andere Fragen aufklären zu lassen - Stalking kann eine enorme psychische Belastung für die Betroffenen darstellen. Die Hotline 0800 112 112 ist eine zentrale Anlaufstelle für Opfer von Straftaten und rund um die Uhr erreichbar.

Psychoterror

Stalking besteht nicht nur aus versuchten Kontaktaufnahmen, sondern kann sich bis hin zu Drohungen oder körperlicher Gewalt entwickeln. Die Betroffenen erleiden dabei Angst, Sorge und Panik, sowie Symptome, die mit einer posttraumatischen Belastungsstörung vergleichbar sind. Stalking-Opfer können dabei so verstört reagieren, dass sie bereits zusammenzucken, wenn das Telefon läutet oder jemand an die Tür klopft.

Menschen die verfolgt, bedroht oder sogar angegriffen werden, reagieren üblicher Weise mit Isolation. Sie suchen einen vermeintlich sicheren Ort und schotten sich von der Umwelt ab. Dadurch gewinnt der Stalker jedoch noch mehr Macht über das eigene Leben. Durch Stalking können auch Zwangsstörungen entstehen, etwa wenn man mehrmals in der Nacht aufsteht, um zu kontrollieren, ob die Türen verschlossen sind. Eine frühzeitige Abschreckung durch die Polizei oder bereits die Drohung, die Polizei einzuschalten, kann in manchen Fällen hilfreich sein. Zögern Sie daher nicht, Hilfe zu suchen.

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