Schutz vor Viren

Keimfallen

Schutz vor Viren

Obwohl selbst gar keine Lebewesen, sind Viren wahre Überlebenskünstler: Sie vermehren sich, indem sie Zellen anderer Organismen kapern und ihnen die Arbeit überlassen. Sie besitzen keinen eigenen Stoffwechsel, sondern verfügen lediglich über Erbsubstanz, die es zu vermehren gilt – und das beherrschen sie seit Millionen von Jahren hocheffizient.

Viren überlisten unser Immunsystem
Viren mutieren und passen sich Gegebenheiten perfekt an, sie schleichen sich in unseren Körper, ducken sich unter den Kontrollschranken unseres Immunsystems hindurch und überlisten unsere Abwehrzellen. Zwischen scheinbar ungefährlichen Alltagsgegenständen und winterlichen Temperaturen haben die gesundheitsschädlichen Erreger jetzt besonders leichtes Spiel.


Denn trockene Luft begünstigt fiese Erkältungsviren, weil diese in einem trockenen Umfeld viel länger überleben können und sich schneller verbreiten. Dies wird uns im Winter zum Verhängnis, da kalte Luft sehr viel weniger Feuchtigkeit enthält und aufnehmen kann als warme. Zusätzlich trocknet das Heizen die Raumluft weiter aus  – es herrschen also ideale Bedingungen für die Ausbreitung von Viren. Dabei gilt: Angriff ist die beste Verteidigung. Die effektivste Gegenmaßnahme ist das aktive Befeuchten der Luft durch häufiges Belüften der Wohn- und Arbeitsräumlichkeiten. (Das feuchtere Klima tut überdies auch den Schleimhäuten gut, die essenziell für eine gute Immunabwehr sind.) Um sich vor Erkrankungen zu schützen, sollten die Erreger aber auch örtlich reduziert werden.


Hier verstecken sich Viren gerne
Jeder weiß: Einen Erkrankten mit „Küsschen links, Küsschen rechts“ zu begrüßen, oder ihn innig zu umarmen, ist keine gute Idee. Genauso gefährlich sind jedoch unscheinbare Alltagsgegenstände. Denn viele Keimquellen werden oftmals übersehen, und diese sind näher, als uns lieb ist: Sehr viele Erreger befinden sich im Haushalt. Ein solcher Hotspot ist die Küche, denn wo gekocht und viel sozialisiert wird, sammeln sich Keime in riesigen Zahlen: Unter den Kochutensilien sind Schneidbretter besonders stark verunreinigt, deshalb sollten sie nach Verwendung mit heißem Wasser und Spülmittel gesäubert werden. Ebenso sollte die gesamte Arbeitsfläche regelmäßig gereinigt und desinfiziert werden – einfaches „Drüberwischen“ reicht nicht aus, um Krankheitserreger zu entfernen. Vorsicht auch bei Reinigungsutensilien: In Schwämmen, Bürsten, Geschirrtüchern & Co. wimmelt es nach dem Reinigen nur so vor Keimen, daher sollte auch das Putzzubehör häufig gereinigt und desinfiziert werden.

Viren-Hotspots minimieren
Viren-Hotspot Nummer eins ist allerdings das Handy. Am Smartphone etwa konnten erschreckend hohe Zahlen an Keimen und Krankheitserregern nachgewiesen werden. Je nachdem, wie oft, wo und wie wir das Gerät nutzen, übertragen wir Verunreinigungen der Hände auf unser Smartphone. Durch Telefonieren ­gelangt dieser Keimcocktail bis ins Gesicht.

Ähnlich stark verunreinigt sind viel genutzte Arbeitsgeräte wie Telefon, Computertastatur oder die Schreibtischoberfläche – auch sie sollten häufig desinfiziert werden. Viel Keimkontakt haben auch Handtaschen und Rucksäcke: Sie werden häufig berührt und auf dem Boden abgestellt, müssen viele verunreinigte Gegenstände beherbergen und werden nur sehr selten gereinigt. Regelmäßiges Abwischen mit desinfizierenden Tüchern (außen und innen!) kann hier viel zur Keimreduktion beitragen.

Das sind Viren-Hotspots 1/5

Küche & Haushalt 

An Schneidbrettern, Spüle, Wasserhahn und in Putzutensilien (z. B. Schwämme, Geschirrtücher) sammeln sich nicht nur ungustiöse Rückstände, sondern auch Krankmacher. Raumunabhängig sind Lichtschalter, Türgriffe, Armaturen und Tischoberflächen meist stark verunreinigt. Wischen allein reicht leider nicht aus, gründliche Desinfektion muss sein!

Elektronische Geräte 

 
Der ständige Griff zu Handy & Co. bleibt nicht folgenlos: Viel benutzte elektronische Geräte sind mit Keimen und oft mit Erregern belastet.
 
 

Arbeitsplatz

 
Alle Gegenstände und Einrichtungen, die Sie selbst häufig berühren oder sich mit ­anderen teilen (z. B. Computertastatur und -maus, Schreibtisch, Telefon, Toilette, Kaffeemaschine), wimmeln vor Keimen und Krankheitserregern. Achten Sie besonders auf Hygiene und setzen Sie auf häufiges Händewaschen. Arbeitsgeräte wie Tastatur und Telefon können durch regelmäßiges Abwischen mit Desinfektionstüchern sauber gehalten werden.
 

 

Handtaschen 

 
Sie greifen sie mehrmals täglich an, stellen Sie am ­Boden ab und verstauen keimbelastete Gegenstände darin. Es ist also eine logische Folge, dass die Lieblingstasche eine Brutstätte für Mikroorganismen aller Art ist. Reinigen Sie Handtaschen & Co. am besten regelmäßig innen und außen mit einem Desinfektionstuch.
 
 

Öffentliche Verkehrsmittel 

 
Die Haltegriffe in U-Bahn und Straßenbahn können ebenso schädliche Viren beherbergen wie die Griffe von Einkaufswägen. Dabei gilt: Metalloberflächen sind besser als Plastik, weil sie Ionen abgeben, die Viren abtöten. Tipp: Am besten in den kalten ­Monaten Handschuhe anziehen!

Ein starkes Immunsystem schützt
Da man unmöglich alle Gefahren eliminieren kann, gilt grundsätzlich: Die beste Waffe gegen Viren ist immer noch ein starkes Immunsystem. Viel Bewegung und Schlaf, gesunde Ernährung und gutes Stressmanagement – so lautet das Rezept, um Ihre Abwehrkräfte fit zu halten und um Krankheitserregern möglichst stark entgegenzutreten. Nur wenn Körper und Psyche gesund sind, ist man wirklich vor einer Ansteckung geschützt.

❯❯ Was Sie über Viren wissen sollten

✏ Über 200 verschiedene Viren
Eine Vielzahl von Viren, über 200 bekannte Arten, können einen grippalen Infekt (Erkältung) auslösen – 30 bis 50 Prozent werden von Rhinoviren verursacht. Die echte Grippe (Influenza) hingegen wird von „lediglich“ drei Typen von Influenzaviren – A, B und C – ausgelöst. Gegen die saisonal vorherrschenden Stämme kann geimpft werden (mit einem bis zu 90-prozentigen Schutz).


✏ Ansteckung

Die Übertragung der Viren erfolgt via „Tröpfchen-“ oder „Schmierinfektion“. Atmet Person A nur ein einziges infiziertes Sekretpartikel aus und  wird dieses von Person B eingeatmet, kann eine Infektion stattfinden. Viren setzen sich dabei an den Schleimhäuten der Nase und des Rachens fest und vermehren sich dort. Schmierinfektionen geschehen beim Kontakt mit ­kontaminierten Gegenständen.


✏ Nährboden

Viren lieben es trocken: Die Heizungsluft trocknet die Schleimhäute aus und schwächt die Abwehr und durch wenig Luftaustausch bleiben die Erreger in der Raumluft erhalten – lüften!


Hygiene-Fakten:

Tröpchen-Infektion:
Unter Tröpfcheninfektion versteht man die Übertragung von Erkältungs- und Grippeviren durch kleinste Sekretpartikel. Diese werden beim Sprechen, Husten oder Niesen in die Atemluft abgegeben. Von dort werden sie durch Einatmen von anderen Personen aufgenommen und können zu einer Infektion führen. Die Ansteckung durch Tröpfcheninfektion erfolgt in den häufigsten Fällen innerhalb ­einer Entfernung von etwa einem bis zwei ­Metern – es ist also kein enger Körperkontakt notwendig. Durch diese Art der Übertragung kann sich eine saisontypische „Erkältungswelle“ besonders rasch ausbreiten.

Hände waschen:
Regelmäßiges Händewaschen ist der einfachste Weg, um Infektionen zu vermeiden, indem Viren nicht verschleppt werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfielt: In jeden Fall Seife verwenden und mindestens 20 Sekunden reinigen, um wirklich alle Erreger abzutöten.

Kontakt reduzieren:
Unnötigen Kontakt mit Keimen vermeiden: Tragen Sie in öffentlichen Bereichen Handschuhe und greifen Sie „fremde“ Gegenstände nicht unnötig an (z. B. beim Shoppen oder im öffentlichen Verkehr). Sehr wirkungsvoll: Fassen Sie sich wenig ins eigene Gesicht – so gelangen Keime nicht an die Schleimhäute. Auch das Meiden großer Menschenmassen hilft, ebenso wie der Verzicht auf Händeschütteln oder innige Begrüßungen.

Sauberkeit:
Reinigen und desinfizieren Sie Viren-Hotspots wie Türgriffe, Armaturen, Lichtschalter, Computertastatur, Handy etc. häufig.

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