Nothilfe-Kampagne der Caritas für Kinder

Spendenaufruf

Nothilfe-Kampagne der Caritas für Kinder

Mit einer Kampagne im Februar macht die Caritas auf die Not von 60 Millionen Kindern weltweit aufmerksam. Sie leben in solcher Armut, dass ihre Rechte auf Schutz und Bildung laut UNO-Kinderkonvention verletzt werden. Eines der Schwerpunktländer ist Albanien, wo keine eineinhalb Flugstunden von Wien im gebirgigen Norden bei eisigen Wintertemperaturen ohne Hilfe das Leben von Kindern bedroht ist.

Bildung als Chance für junge Menschen

"Armut in der Kindheit ist oft Basis für Armut als Erwachsener", warnte Caritas-Präsident Michael Landau dieser Tage in Tirana. Mithilfe von Spendengeldern aus Österreich soll das Überleben gesichert und die Not gelindert werden. Kindern soll daher aber auch in Form von Bildungsangeboten Mittel gegeben werden, aus der Armut herauszukommen. Bildung sei eine entscheidende Chance für junge Menschen, später ein selbstbestimmtes Leben zu führen, betonte Landau.

Notsituation in Albanien

Die Caritas setzt dabei auf Tageszentren, die von Schwester- oder Partnerorganisationen betrieben werden. So haben rund 70 Kinder und Jugendliche aus Familien, die in besonders prekären Verhältnissen leben, im Tageszentrum "Eden" in Bregu i Lumit, einem Randbezirk der albanischen Hauptstadt Tirana, eine tägliche Anlaufstelle. In halbwegs geheizten Räumen erhalten sie eine warme Mahlzeit, können dort ihre Hausaufgaben machen, bekommen Förderunterricht und können spielen.

Seit dem Ende des Kommunismus' in Albanien Anfang der 90er Jahre hat sich die Einwohnerzahl von Tirana auf eine Million verdreifacht. Viele Albaner haben der Heimat den Rücken gekehrt, viele sind in der Hoffnung auf ein Auskommen vom Land in die Stadt gezogen. Solche Hoffnungen werden oft in wild gewachsenen, slum-ähnlichen Siedlungen wie Bregu i Lumit begraben. Viele Behausungen hier werden regelmäßig vom Tirana-Fluss überflutet. Viele hier gehören der Roma-Minderheit an.

Kinder sind von der Unterstützung der Caritas angewiesen

Projektleiterin Zamira Muca hat es im "Eden"-Zentrum mit Schulabbrechern und Mangelernährung zu tun. "Es gibt Kinder, die kommen in der Früh und haben seit dem letzten Mittagessen hier am Vormittag bei uns im Zentrum nichts gegessen, weil die Eltern nicht die Möglichkeit haben, ihnen am Abend etwas zu essen zu geben", sagt sie. Damit Kinder nicht weiter hungern und den Weg zurück in die Grundausbildung finden, sei man auf die Unterstützung der Caritas angewiesen. Geld von den staatlichen Behörden gebe es kaum.

Für die 16-jährige Lena scheint die Chance auf ein bessere Leben bereits vorbei. Gemeinsam mit dem Vater, der schwangeren Mutter, drei Schwestern und einem Bruder lebt sie in zwei winzigen, halbverfallenen Räumen in Bregu i Lumit. Mit 13 musste Lena von der Schule zu Hause bleiben, um auf die kleineren Geschwister aufzupassen. Die Mutter musste mit dem Vater wieder bei der Straßenreinigung arbeiten, um wenigsten ein wenig Geld zu verdienen. Sozialhilfe für die Familie wurde abgelehnt. Laut albanischem Gesetz kann Lena in ihrem Alter nicht mehr ins Schulsystem zurück. Lena sagt unwillkürlich, sie habe sich "geopfert", wenn sie von ihrem Leben und davon spricht, dass zumindest ihre drei Schwestern mithilfe des "Eden"-Zentrums die Schule werden fertig machen können.

"Jeder Euro wärmt"

Puka in Nordalbanien ist eine Gegend, die viele Richtung Ausland und Tirana verlassen haben. Arbeitsplätze gibt es so gut wie keine. Der Wintersturm bläst auf 850 Meter Seehöhe, Wege und Straßen sind teils spiegelglatt, das öffentliche Leben kommt fast zum Erliegen. Ausnahme ist das Zentrum am Hauptplatz, das die Aktivistin Fabiola Laco-Egro mit ihrer NGO "Today for the Future" vor zehn Jahren, vom Bürgermeister belächelt, gegründet hat. Es beherbergt nicht nur Kinder und Jugendliche. Auch Frauen und Pensionisten kommen in die Räumlichkeiten zum gemeinsamen Kochen und Handarbeiten, zum Kaffeetrinken und Domino-Spielen. Eine Krankenschwester nimmt Impfungen vor und misst den Blutdruck. Im Gegensatz zu draußen ist es warm, aber nicht so warm, dass Jacken oder Wollpullover abgelegt werden.

Für Rudina und ihre zwei kleinen Kinder Vanesa (4) und Ibrahim (2) ist das Zentrum zum Lebensretter geworden. Drei Jahre lang lebten sie in einem mit Plastikfolie abgedeckten Bretterverschlag mit alten Decken auf dem Erdboden, einem Bett und einem kleinen Holzofen. Der Mann und Vater war gewalttätig und alkoholkrank. Als ihn Rudina schließlich anzeigte, er ins Gefängnis kam und sich der Winter ankündigte, sahen die Sozialarbeiter des Zentrums und die Caritas Gefahr im Verzug: Rechtzeitig im November holten sie Rudina aus dem abgelegenen Verschlag und verschafften ihr eine Wohnung. Bei minus 24 Grad Mitte Jänner wären sie sonst wohl erfroren.

Laut Michael Landau übernimmt die Caritas in solchen Fällen "Ausfallshaftung", wenn der Staat nicht in der Lage ist zu helfen. "Jeder Euro wärmt", betonte er in Tirana. Caritas-Generalsekretär Christoph Schweifer warnte indes vor "Konsequenzen für uns alle" durch die "Globalisierung der sozialen Ungerechtigkeit": "Es muss uns klar sein: Wir in Österreich, wir in Europa werden nicht in Frieden, in Sicherheit, in Stabilität unter demokratischen Verhältnissen leben können, solange die Welt in einer derartigen Schieflage ist." Wenn so viele Menschen im Elend lebten ohne Perspektiven, "dann haben wir einen derartigen Spannungszustand, der sich entladen wird in Radikalisierung, in Migrationsbewegungen, (...) in Gewalt. Das lässt sich auf Dauer nicht aufrechterhalten. Daher ist es ein Eigeninteresse von uns, dass es allen Menschen halbwegs gut gehen muss. Landau ergänzte: "Wohlstandsinseln in einem Meer von Armut sind auf Dauer nicht stabil."

Hier können Sie spenden:

http://caritas.at/kinder
Spendenkonto: AT23 2011 1000 0123 4560
Kennwort: "Kinder in Not"

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