Nie wieder erkältet!

Schnupfenzeit

Nie wieder erkältet!

Das „Hatschi!“ ist derzeit wieder vielerorten zu hören. Eine saisonal typische Erkrankung zieht die Menschen nun vermehrt in ihre Fänge: die Erkältung. Oft wird sie verwechselt mit einer echten Grippe (Influenza). Dabei sind die Unterschiede recht eindeutig. Eine Erkältung, oder auch grippaler Infekt, macht sich meist schleichend bemerkbar, die Symptome verlaufen deutlich milder. Für sie sind charakteristische Begleiterscheinungen verstopfte Nase, Husten, dazu oft entzündete Nebenhöhlen und Kopfschmerzen sowie meist nur eine leicht erhöhte Körpertemperatur. Dagegen setzt die Grippe relativ plötzlich ein, mit starkem Fieber (deutlich über 37,5 Grad) und einem sich schnell verschlechternden Allgemeinzustand mit extremer Müdigkeit. Die Betroffenen leiden unter Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen, auch Schüttelfrost dazu ist nicht selten. Die Influenza ist hoch ansteckend und kann sogar tödlich verlaufen.


Frösteln und Abgeschlagenheit
Wenn es vor der Haustür nun immer kühler wird, ist Frösteln nichts Ungewöhnliches. Doch das Kältegefühl, vielleicht gepaart mit Abgeschlagenheit, kann auch erstes Anzeichen einer Erkältung sein. Viren haben sich ­Zutritt zu Ihrer Nasen- und Rachenschleimhaut verschafft und setzen mit ihrer Arbeit an. Weitere Vorboten einer beginnenden Erkältung sind etwa ein Kribbeln in der Nase, häufiges ­Niesen und leichtes Kratzen oder ­Trockenheitsgefühl im Hals, leichte Schmerzen im Hals oder eine laufende Nase.

In vollem Gange
Jetzt gilt es, schnell zu reagieren, um den Kampf gegen die Erkältungssymptome zu unterstützen. Denn haben sich Erkältungsviren erst einmal in den Schleimhäuten eingenistet, gehen nach zwei bis drei Tagen die eher leichten Beschwerden in typische Symptome der Erkältung über: Die Nasenschleimhautentzündung (Rhinitis) ist in vollem Gange. Die Schleimhäute in den Atemwegen schwellen an, Husten (erst ohne, dann mit Schleim) und Schnupfen setzen ein. In weiterer Folge kann es zu Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen, schleimigem Auswurf und sogar leichtem Fieber (bis etwa 38,5 Grad) kommen.

Fakten über Erkältung 1/4
Der Begriff:

Ein Beschwerdebild, für das es gleich mehrere Begriffe gibt: Erkältung, Verkühlung, grippaler Infekt. Im Schnitt leidet ein Mensch drei- bis viermal im Jahr unter den Symptomen: Die oberen Atemwege und/oder der Rachen sind entzündet, die Nasenschleimhäute sind angeschwollen und es kommt zu ­einer vermehrten Schleim- und Flüssigkeitsproduktion. Zudem kann der Betroffene auch unter Husten, Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen leiden. 
 
 
Übertragung:

Meist werden die Krankheitserreger über Tröpfchen (in Form von Atem über die Luft bei Husten oder Niesen) oder Gegenstände (etwa Telefon, Türgriff, benutztes Taschentuch) oder beim Händeschütteln von einem zum anderen weitergegeben. Die Eintrittspforten sind Nasen- und Rachenschleimhaut. Darum ist vor allem ein gründliches Händewaschen sehr wichtig, um nicht anzustecken oder angesteckt zu werden. Denn: Erkältungsviren können mehrere Stunden auf der Hautoberfläche überleben! Die Inkubationszeit (= Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung) beträgt etwa 1–3 Tage.

 

Auslöser:

Mehr als 100 verschiedene Virentypen können eine Erkältung ­hervorrufen. Die häufigsten Verursacher sind Rhinoviren, Adenoviren, respiratorische Syncytial-Viren (RSV) und Parainfluenza-Viren. Häufig kommt es zu einer Sekundärinfektion, also einer zusätzlichen ­Infektion mit Bakterien.
 

Dauer:
 
Im Schnitt dauert eine Erkältung zwischen sieben und zehn Tagen. Eine symptomatische Therapie lindert die Beschwerden. Zahlreiche Maßnahmen aus dem umfangreichen Katalog der Hausmittel (siehe Kasten Seite 19) unterstützen bei ersten Symptomen. In den meisten Fällen heilt ein grippaler Infekt von selbst wieder aus. 


Wannenbad mit ätherischen Ölen
Dabei kann es sich lohnen, sich bei den ersten Anzeichen gegen den grippalen Infekt zur Wehr zu setzen, um den vollständigen Ausbruch abzuwenden oder zumindest den Erkältungsverlauf deutlich abzuschwächen. Sie sind müde und abgeschlagen? Dann schonen und ausruhen! Damit stellen Sie Ihrem Immunsystem mehr Energie zur Verfügung, um den Krankheitserregern Paroli bieten zu können. Außerdem sollte auf sportliche oder sonstige körperliche Anstrengungen in dieser Zeit am besten verzichtet werden. Gegen Frösteln und Kältegefühl hilft ein angenehm warmes Wannenbad – optimal sind 38 Grad. Ätherische Öle wie Eukalyptus ins Badewasser geträufelt oder ein Badezusatz speziell gegen Erkältungen (erhältlich in Drogerien oder Apotheken) dem wohltuenden Nass beigefügt, kann die Auszeit im Badezimmer regelrecht zu einem Wellnesstrip machen. Auch von innen tut Wärme gut, etwa in Form von Kräutertees. Sie befeuchten zudem die Schleimhäute, ohne zu reizen.  

Symptome lindern
Wenn es Sie dann doch voll „gepackt“ hat, beträgt die Krankheitsdauer einer Erkältung im Schnitt circa eine Woche – vorausgesetzt, das Immunsystem ist intakt (je geschwächter es ist, desto schwerer und länger ist der Krankheitsverlauf). In den meisten Fällen klingt der grippale Infekt von selbst wieder ab. Die Aufnahme von viel frischem, vitaminreichem Obst unterstützt beim Heilungsprozess. Erkältungssymptome können gelindert oder gar ganz unterdrückt werden. Gegen Kopf- oder Muskelschmerzen helfen schmerzlindernde Mittel, gegen Halsschmerzen etwa Gurgellösungen oder Lutschtabletten.

Komplikationen
In manchen Fällen kann es allerdings auch zu Komplikationen wie Nasennebenhöhlenentzündung, Bronchitis oder Mittelohrentzündung kommen; in extremen Fällen zu Nasennebenhöhlenvereiterung oder gar Lungenentzündung. Sie sollten zum Arzt gehen, wenn Sie etwa Fieber (über 39 Grad) haben, die Mandeln sehr stark geschwollen sind oder der Husten über zwei Wochen lang anhält.

❯❯ Mit diesen Hausmitteln können Sie ersten Erkältungssymptomen zusetzen

✏ Inhalieren
Nicht nur bei einer rinnenden Nase, sondern auch bei Husten und Heiserkeit hilft die Methode des Inhalierens. Dazu am besten 3 x täglich einen Esslöffel Kamillenblüte oder Thymian mit ­einem halben Liter kochendem Wasser übergießen und die Dämpfe unter ­einem Handtuch zehn Minuten lang einatmen. Zum Inhalieren über einer Schüssel oder in einem Inhaliergerät eignen sich auch Menthol, Pfefferminze, Eukalyptus, Kampfer und Latschenkiefer. Durch die Inhalation werden die Atemwege angefeuchtet und ihre Reinigungsfunktion wird unterstützt.

✏ Gurgeln und trinken
Als Hausmittel gegen Halsschmerzen hilft Gurgeln mit abgekühltem Salbeitee. Auch Eislutschen lindert Entzündung und Schmerz. Zudem gilt es, reichlich zu trinken, um die Schleim­häute anhaltend feucht zu halten. Hier lieber zu Kamillentee als zu Fruchtsäften greifen, um die Rachenschleimhaut nicht noch mehr zu reizen. Bei einer Halsentzündung beruhigt auch Fencheltee den Hals, vor allem, wenn man ihn mit Honig süßt.

✏ Baden
Wenn es Sie fröstelt und friert, hilft am besten „Wärme von allen Seiten“.  Steigen Sie also doch mal wieder in die Badewanne. Das entspannt zusätzlich und sorgt für einen Kurzurlaub im Alltag. Bei Kreislaufbeschwerden nicht heiß baden! Die optimale Badetemperatur liegt bei 38 Grad. Bei kalten Händen und ­Füßen füllen Sie sich eine kleine Wanne mit sehr warmem Wasser, geben einige Tropfen Rheumabad dazu und baden Unterarme und Füße jeweils zehn Minuten darin. Eine Alternative ist das Steinetreten: Dafür eine Plastikwanne mit runden, glatten Kieselsteinen füllen und mit warmem Wasser übergießen, sodass die Fußsohlen gerade nass sind. Nun etwa fünf Minuten auf der Stelle gehen. Das massiert die Reflexzonen und wärmt die Füße. Falls Wanne und Wasser nicht zur Hand sind: Joggen Sie drei Minuten lang auf der Stelle.

✏ Nasenspülung
Apotheken und Drogerien bieten hierzu Nasenduschen an. Gefüllt mit isotoner Kochsalzlösung wird sie an einem ­Nasenloch angebracht und spült durch das andere die Krankheitserreger von den Schleimhäuten heraus. Die Nase wird befreit und Sekret kann abließen.


✏ Halswickel
Bei Halsschmerzen hilft auch ein warmer Halswickel. Der fördert die Durchblutung im angegriffenen Gebiet und kurbelt somit die lokale Abwehr an. Sehr effektiv: Einen (Baumwoll-)Wickel mit Topfen bestreichen, falten und um den Hals wickeln. Dort bleibt er für ein paar Stunden oder am besten über Nacht.

✏ Ausruhen
Wenn Sie sich matt und abgeschlagen fühlen, gönnen Sie Ihrem Körper die ­Ruhe, nach der er jetzt verlangt. Nun bestimmt er, „wo es langgeht“. Schlaf hilft ihm bei der Bekämpfung des Virus.

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