Neue Hilfsorganisation in Österreich

"Ärzte für Menschen"

Neue Hilfsorganisation in Österreich

Schwerstkranke, Personen mit chronischen Erkrankungen oder nach akuten Leiden haben manchmal ein Problem: Sie können gewisse Aktivitäten nicht ohne permanente ärztliche Begleitung ausüben oder trauen sich das nicht zu. Der von Wiener Internistinnen gegründete Verein "Ärzte für Menschen" will hier auf karitativer Basis Hilfe organisieren. "Die überwiegende Mehrzahl der Ärzte hat ihren Beruf gewählt, um anderen Menschen zu helfen", sagte der Wiener Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres. Die Standesvertretung unterstützt die Initiative der Wiener Kardiologin Martina Wölfl und der Wiener Gastroenterologin Susanne Biowski-Frotz. Rund ein Dutzend Ärzte ist bereits auf ehrenamtlicher Basis dabei. Der Verein wurde im vergangenen Mai gegründet.

Es geht um für das österreichische Gesundheitswesen völlig neue Unterstützungsleistungen, bei denen im Bedarfsfall die Kosten von dem gemeinnützigen Verein übernommen werden sollen. "Need a Doc" richtet sich an erkrankte Menschen und deren Angehörige, die zum Beispiel auf Urlaub gehen oder sonstige Aktivitäten entfalten wollen, aber auf eine ständige ärztliche Betreuung dabei angewiesen sind. Hier sollen mitarbeitende Ärzte diesen Service übernehmen, unentgeltlich mitfahren bzw. mitmachen - die Aufwendungen werden ganz oder teilweise von dem Verein bestritten.

Aktivität in der Begleitung eines Arztes 

"Rent a Doc" soll eine ärztliche Unterstützung bei Aktivitäten von Personen gewährleisten, bei denen dafür zwar keine direkte medizinische Indikation besteht, die sich dafür aber zu unsicher fühlen. Das können auch Tagesausflüge, Museumsbesuche etc. sein. "Ich sehe in meiner Praxis fast täglich Menschen, die ich frage, warum sie bestimmte Dinge nicht mehr tun. 'Ich schaffe es nicht allein', sagen sie", erzählte die Kardiologin. Wenn eine solche Aktivität in der Begleitung eines Arztes aber einmal möglich geworden sei, würden die Betroffenen wieder das nötige Selbstvertrauen für eigenständiges Handeln aufbauen.

Letzten Wunsch erfüllen

Die Hilfe des Vereines soll bis zu der Erfüllung von Wünschen von Palliativpatienten an ihrem Lebensende gehen. "Hier kann man Betroffenen noch einen Wunsch erfüllen, was unmöglich wäre, wenn kein Arzt dabei ist", sagte Susanne Biowski-Frotz. Erst vor kurzem hätte es sich in Wien als schwierig herausgestellt, der Patientin einer Palliativabteilung eines Krankenhauses eben den letzten Wunsch zu erfüllen, das "Rammstein"-Konzert im Wiener Stadion zu besuchen.

"Ärzte für Menschen" sucht Ärzte, die sich an der Initiative beteiligen. Gleichzeitig werden Kooperationen mit anderen Hilfsorganisationen, zum Beispiel auch der Caritas, angestrebt. Der Verein finanziert sich aus Spenden und Sponsorengelder. Nach den Erfahrungen beim Engagement der Ärzteschaft in der Betreuung von kranken Flüchtlingen im Jahr 2015 ist Ärztekammerpräsident Szekeres zuversichtlich, dass sich viele Ärzte noch zusätzlich in die neue Initiative einbringen.

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