Mit Laser gegen Schnarchen

Gestörte Nachtruhe

Mit Laser gegen Schnarchen

Schnarchen ist ein weit verbreitetes Problem, sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Mit geschätzten 20 bis 46 Prozent trifft es Männer im mittleren bis höheren Lebensalter am häufigsten. Schnarchgeräusche – manche so laut wie ein Presslufthammer – führen nicht nur zu einer gestörten Nachtruhe des Bettpartners, vielfach wird Schnarchen auch von kurzen Atemaussetzern (Apnoen) begleitet. Dies kann zu einem Mangel an Sauerstoff im Gehirn und ausgeprägter Tagesmüdigkeit sowie zum Einschlafzwang (Sekundenschlaf) führen. 24 Prozent aller tödlichen Verkehrsunfälle sind auf Sekundenschlaf zurückzuführen.

Viele Ursachen 

Schnarchen entsteht, wenn anatomische Strukturen durch den Luftstrom in Schwingungen versetzt werden. Die Ursachen sind vielfältig. Behinderung der Nasenatmung durch Verkrümmung der Nasenscheidewand oder Polypen, Vergrößerung der Rachen- und Gaumenmandel, Gaumenerschlaffung oder Zungengrundvergrößerung können zur Geräuschentwicklung während des Schlafens führen. Übergewicht, übermäßiger Konsum von Alkohol und Nikotin fördern Schnarchen ebenfalls.  

Mittel gegen Schnarchen

So vielfältig wie die Ursachen, sind auch die angebotenen Behandlungsmethoden. Führen Veränderungen des Lebensstils nicht zum gewünschten Erfolg, sollen diverse Hilfsmittel wie Spangen, Schienen, Nasenspreizer, -clips oder -pflaster die nächtliche Ruhestörung verhindern. Bei hartnäckigem Schnarchen beziehungsweise schwerer Schlafapnoe stehen Therapiemöglichkeiten wie die Beatmung mit einer Überdruckmaske (CPAP), Eingriffe wie das „Snorelift“ (ein Faden mit winzigen Widerhaken wird in den erschlafften Gaumen eingeführt und durch einen Zug gestrafft) oder als letzter Ausweg eine Operation zur Verfügung, die jedoch alle auch Risiken und Nebenwirkungen aufweisen. Neu in Österreich ist nun der Einsatz modernster Lasertechnologie, der zu einem optimalen Ergebnis ganz ohne Nebenwirkungen führt. Über 70 Prozent der Patienten sprechen auf diese nicht-operative Behandlungsform sehr gut an.    

Moderne Lasertherapie

Ein Grund, warum so viele Menschen mit zunehmendem Lebensalter an Schnarchen leiden, ist ein Erschlaffen der Gaumen-, Rachen- oder Zungenmuskulatur. Hier wirkt der Laser wie ein Training des Gewebes. Die abgegebene Energie führt zur Anspannung des weichen Gaumens, des Gaumenzäpfchens und der Gaumensegel durch kontrollierte Faserneubildung. Dadurch wird der Rachenraum erweitert. Der Effekt ist abhängig von den jeweiligen Vorbedingungen, wie etwa der Gewebebeschaffenheit.  

Schmerz- und risikolos

Bei geöffnetem Mund, wird Laserenergie ohne Kontakt mit der Schleimhaut, durch über 10.000 Impulse innerhalb von etwa 30 Minuten ins Gewebe geleitet. Die Behandlung ist schmerzlos, es kommt zu keiner Verletzung oder Blutung und somit zu keinem Infektionsrisiko. Sie hat auch keinen Einfluss auf die Stimme oder den Schluckvorgang. Die Therapie besteht aus drei Behandlungen: zwei Induktionssitzungen von jeweils 30 Minuten Laserbehandlung im Abstand von drei bis vier Wochen sowie einer Refreshing-Sitzung drei bis vier Wochen später. Bei Bedarf kann, je nach „Alterungsprozess“, nach drei bis zwölf Monaten eine weitere Behandlung erfolgen, um die Spannung im Gewebe zu erhalten oder neuerlich zu verbessern. Der Laser ermöglicht einfach und nebenwirkungsfrei eine Erweiterung der Atemwege beziehungsweise des Rachenraums und somit eine Verbesserung der Sauerstoffzufuhr sowie die Beseitigung der lästigen Schnarchgeräusche. Einziger Nachteil: Die Kosten werden bislang nicht von der Kasse übernommen und betragen 1.300 Euro für das komplette Behandlungspaket.

Dr. Birgit Weiss im Gespräch 1/3

Für wen ist die Behandlung geeignet?

Dr. Birgit Weiss : Die neue, nichtoperative Laserbehandlung ist grundsätzlich für jeden Erwachsenen der schnarcht oder unter Apnoe leidet geeignet – männlich oder weiblich, ungeachtet von bisher verwendeten Hilfsmitteln, wie Atemmaske oder Spangen, da durch die Behandlung der Rachenraum erweitert wird und Gaumenbögen, sowie Zungengrund gestrafft werden. Bis auf ein Wärmegefühl und Kribbeln am Gaumen während der Behandlung gibt es keinerlei Missempfindungen oder Schmerzen.

Wie ist der genaue Ablauf?

Dr. Weiss: Die komplette Behandlung gliedert sich in drei Sitzungen von jeweils 30–45 Minuten im Abstand von jeweils einem Monat. Bei geöffnetem Mund wird die Laserenergie ohne Kontakt, ohne Schnitt, ohne Blutung, ohne Infektionsrisiko ins Gewebe eingebracht. Dadurch wird ein biologischer Prozess mit Faserneubildung und Umbau in Gang gesetzt. Dies strafft die Gaumensegel und den Zungengrund und erweitert den Rachenraum. Unmittelbar nach der Behandlung kann man bereits wieder essen und trinken! Es gibt keinen Einfluss auf die Stimme und auch keine Ausfallzeiten. Somit ist die Behandlung auch in der Mittagspause möglich. Man merkt eine positive Veränderung bereits kurz nach der ersten Sitzung. Der volle Effekt tritt mit der natürlichen Gewebsstraffung etwa 3–6 Monaten nach Abschluss der kompletten Behandlung auf.

Gibt es Risiken oder Nebenwirkungen?

Dr. WEiss: Bei korrekter Handhabung sind Risiken oder Nebenwirkungen de facto ausgeschlossen. Bei dieser ambulanten Behandlung ist keine Lokalanästhesie notwendig, es kommt zu keinerlei Blutung oder Verletzung. Somit bestehen keine herkömmlichen Kontraindikationen.

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