Grippe-Welle: 550.000 werden krank

Experte: "Epidemie ausrufen!"

Grippe-Welle: 550.000 werden krank

Die Auswirkungen der Grippe werden immer dramatischer. Aus Kärnten melden die Krankenkassen mehr Erkrankte als im Vorjahr. Schon in der Vorwoche lagen 50.000 Österreicher mit der Influenza im Bett (Hochrechnung).

Die Voraussagen: Etwa 550.000 Österreicher werden sich in dieser Saison mit der echten Grippe anstecken. Die Statistik zeigt, dass rund 1.000 davon an den Folgewirkungen sterben.

Dutzende Tote in vielen 
europäischen Ländern

Österreich wird umzingelt von Ländern, in denen es einen massiven Grippe-Ausbruch gibt. „Mit der Reiseintensität kommt das auch zu uns“, sagt der ­Sozialmediziner Michael Kunze.

In Deutschland gibt es bereits 20 Grippe-Tote, in Großbritannien waren es schon in der Vorwoche 26. In Ungarn ist die Epidemie längst deklariert worden.

Spannend wird es heute zu Mittag. Da werden die aktuellen Ansteckungszahlen veröffentlicht. Dass sie steigen, ist relativ fix. Die Frage ist, wie stark. Sozialmediziner Kunze: „Jetzt wird wahrscheinlich die Epidemie bei uns ausgerufen werden.“ Hintergrund: In Österreich lassen sich nur 6,4 % der Menschen impfen.

Keine Gangbetten

Die Krankenhäuser rüsten sich schon lange für den Tag X. Es gilt, den drohenden Ansturm zu meistern, heuer, so der Wunsch, sollten keine Patienten auf Gangbetten behandelt werden müssen.

Alarm um Super-Bakterium

Forscher der Uni Newcastle (GB) fanden heraus: Die multiresistenten Keime aus Indien wurden in acht Bodenproben in Spitzbergen gefunden – 12.000 Kilometer entfernt. Für die Reise brauchten die Bakterien drei Jahre. Die Keime können im Wasser, aber auch von Vögeln transportiert werden. Die Sorge: Gegen die Keime sind Antibiotika machtlos. Allein in der EU sterben jährlich 33.000 Menschen an multiresistenten Keimen.

Österreich gehen Hausärzte aus

Husten, Schnupfen, Fieber – die Grippewelle ist im Anrollen. Doch für die vielen Patienten gibt es immer weniger Hausärzte. Schon 200.000 Österreicher haben keinen Allgemein-Mediziner, weil 87 Stellen unbesetzt sind. Und auch die weiteren Zahlen sind dramatisch: 48 % der 18.287 Hausärzte gehen in den kommenden 10 Jahren in Pension. Von den 7.099 Kassenärzten sind es sogar 55 %.

Hausarzt Erwin Rebhandl aus OÖ kritisiert: „Die Kassen übernehmen zu wenig Leistungen. Die Gehälter gehören an die der Fachärzte angeglichen. Und der Bürokratie-Aufwand ist zu hoch. Das gehört alles neu aufgesetzt.“ (Siehe r.)

Die SPÖ, die diese Zahlen vorrechnet, macht den Ärztemangel heute zu einem Thema einer Sondersitzung. Aus der Regierung ist zu hören, dass die SPÖ-Gesundheitsminister der vergangenen Jahre dafür verantwortlich seien.

Regierungsplan: Mehr Geld für Kassenärzte

Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FP) will etwas dagegen unternehmen. Sie kündigte am Dienstag eine bessere Bezahlung für Kassenärzte im Zuge der Sozialversicherungsreform an. Dafür sollen die Honorarpositionen – etwa bei Hausbesuchen – neu erarbeitet werden. Der Oberste Sanitätsrat sei damit beauftragt worden. (knd)

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