Grippe: Impfen ja oder nein?

Risiko-Gruppen im Überblick

Grippe: Impfen ja oder nein?

Soll ich oder soll ich nicht? Wenn es um die Grippeimpfung geht, sind viele verunsichert. Dabei sterben jährlich 1.200 Menschen in Österreich an den Folgen der Influenza-­Erkrankung. Wir haben die Symptome der „echten Grippe“ durchleuchtet und verraten die wichtigsten Fakten über die Grippeimpfung.

Man fühlt sich matt, hat eine laufende Nase und es plagen pochende Kopfschmerzen – klassische Erkältungssymptome, für die verschiedenste Viren verantwortlich sind. Nicht nur beim grippalen Infekt, der Erkältung, auch bei der Influenza, der „echten Grippe“, sind Viren der Auslöser für diese Symptome. Beide Erkrankungen werden über die sogenannte Tröpfcheninfektion übertragen.

Die Unterscheidungen liegen im Krankheitsverlauf. Bei der Grippe sind plötzlich einsetzendes, hohes Fieber (deutlich über 37,5 °C) und ein sehr rasch verschlechternder Allgemeinzustand die ersten Indizien dafür, dass es sich um etwas Ernstes handelt. Dabei fühlen sich die Patienten extrem schwach und verspüren ­starke Muskel- und Gliederschmerzen. Ein wesentlicher Unterschied ist auch die Dauer der Erkrankung: Bei einer herkömmlichen Erkältung ist man meist nach einer Woche wieder fit, hat man die Influenza erwischt, dauert es mindestens zwei Wochen (manchmal bis zu zwei Monaten), bis man auskuriert ist.

Rund 150 Viren können eine Erkältung auslösen
Während man den ca. über 150 Erkältungsviren ausgeliefert ist, kann man sich vor den wenigen Influenzaviren zu bis zu 90 Prozent mit einer saisonalen Impfung schützen. Die Grippe ist also eine hochansteckende Krankheit und ­gefährdet vor allem Kinder, Schwangere und Menschen, die durch Krankheit oder ­Alter ein geschwächtes Immunsystem haben. Aus diesem Grund empfiehlt sich vor allem für solche Risikogruppen (s. unten) eine Schutzimpfung. Für Menschen mit starkem Immunsystem ist eine Grippe zwar nicht bedrohlich, dennoch raten Experten zu einer Impfung, da sie eventuell immunschwache Menschen anstecken könnten. Gegen eine präventive Impfung mit diesem Totimpfstoff spricht also nichts, dennoch sollte man auch mit alltäglichen Maßnahmen dem Grippe­virus keine Chance geben. Wer jetzt vermehrt auf Hygiene achtet, reduziert auch das Ansteckungsrisiko: Häufiges und gründliches ­Händewaschen, Desinfektion von häufig benutzten Gegenständen und die Vermeidung von Kontakt zu Erkrankten sind bereits sehr wirksame Schritte.
Viel und regelmäßiger Schlaf, ausgewogene Ernährung, die reich an Nährstoffen ist, Bewegung und Stressreduktion sind wichtige Maßnahmen, um die eigene Krankheitsabwehr zu stärken und den Körper gesund zu halten.

Risiko-Gruppen im Überblick:

Senioren:
Das Immunsystem wird im Laufe des Lebens immer schwächer, deshalb ist gerade für ältere Menschen die Grippeimpfung zu empfehlen. Sie verhindert nicht nur den Ausbruch der Krankheit, sondern auch etwaige Komplikationen und Superinfektionen wie Lungenentzündungen.

Kinder:
Auch Kinder, bei denen das Immunsystem noch nicht richtig ausgebildet ist, sollten sich impfen lassen. Zusätzlich sind sie durch den engen Kontakt mit ­anderen (z. B.: im Kindergarten) noch anfälliger für die Viren. Die Impfung wird ab dem sechsten Lebens­monat empfohlen.

Schwangere:
Eine Grippe kann nicht nur für die Mutter, sondern auch für das ungeborene Kind schwerwiegende Folgen haben – das Risiko für eine Fehl- und Frühgeburt ist erhöht. Ganz besonders wird denjenigen eine Impfung empfohlen, die eine bestehende Vorerkrankung aufweisen, welche den Körper zusätzlich belastet.

Immunschwache:
Menschen mit einer bestehenden Immunschwäche sowie Herz- und Lungenkrankheiten sollten dagegen geimpft werden. Auch Diabetiker und Menschen mit anderen Stoffwechsel­erkrankungen gehören zur ­Risikogruppe, für die eine Grippe ­gefährlich werden kann.

Menschen im Gesundheitsbereich:
Krankenhauspersonal, Ärzte oder Pfleger haben häufig mit kranken Menschen zu tun. Sie sollten deshalb gegen die ­aggressiven Influenzaviren ­geimpft sein.

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