Einführung der Homo-Ehe reduzierte Suizidversuche

Studie:

Einführung der Homo-Ehe reduzierte Suizidversuche

In US-Staaten, in denen es die Homo-Ehe bereits vor der bundesweiten Legalisierung gab, haben weniger Jugendliche einen Suizidversuch begangen als in jenen, die die Ehe für gleichgeschlechtliche Partner noch nicht legalisiert hatten. Eine neue Studie legt einen Zusammenhang zwischen der rechtlichen Regelung der Homo-Ehe und suizidalen Neigungen unter homosexuellen und bisexuellen Schülern nahe.

Im Juni 2015 hatte der Oberste Gerichtshof der USA die Eheschließung für gleichgeschlechtliche Paare überall in den Vereinigten Staaten erlaubt. Damit wurden die Verbote der Homo-Ehe in einzelnen Bundesstaaten für verfassungswidrig erklärt.

Rate der Suizidversuche war bei Jugendlichen um 14 Prozent gesunken

Schon vor dem historischen Urteil des Supreme Court hatten 35 Bundesstaaten die Homo-Ehe eigenständig eingeführt. 32 dieser 35 Staaten untersuchten die Forscher für ihre Studie, die im "Journal of the American Medical Association Pediatrics" erschien. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass dort die Rate der Suizidversuche unter homo- und bisexuellen Jugendlichen seit Einführung der Homo-Ehe um 14 Prozent gesunken war. Auch insgesamt sank die Rate bei Schülern um sieben Prozent. In den Staaten hingegen, in denen die Homo-Ehe verboten war, sank die Zahl der Suizidversuche nicht.

"Wenn die Homo-Ehe erlaubt ist, wird das strukturelle Stigma reduziert, das mit der sexuellen Orientierung verknüpft ist", resümierte die Hauptautorin der Studie, Julia Raifman von der John Hopkins Universität.

USA: Suizid als zweithäufigste Todesursache bei jungen Menschen

29 Prozent der homo- und bisexuellen Schüler gaben in der Studie an, dass sie in den vergangenen zwölf Monaten versucht haben, Selbstmord zu begehen. Bei heterosexuellen Schülern lag die Rate bei sechs Prozent. In den USA ist Suizid die zweithäufigste Todesursache bei jungen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren. Insgesamt steigt die Suizidversuchsrate unter jungen US-Jugendlichen kontinuierlich. Zwischen 2009 und 2015 brauchten 47 Prozent der Betroffenen eine medizinische Betreuung.

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