Corona-Mythen im Check

Was darf ich glauben?

Corona-Mythen im Check

Sie grassieren: Mythen, Halbwahrheiten, Verharmlosungen und Falschinformationen – und können dabei fast so gefährlich wie die Viren selbst sein. Vor allem Risikogruppen, wie Asthmatiker oder Herz-Kreislauf-Patienten, können durch Desinformationen – z. B. wichtige Medikamente betreffend – stark verunsichert werden. Was wahr ist, was falsch ist und was Sie sich unbedingt merken sollten:

Mythos: Hitze und Luftfeuchtigkeit schaden dem Virus

Vom derzeitigen Wissensstand ausgehend, so schreibt die WHO, kann die Coronavirus-Erkrankung – der Fachbegriff lautet Covid-19 (Anm.: steht für „Coronavirus Disease 2019“) in allen Gebieten übertragen werden – besonders heiße und feuchte Gebiete inkludiert. Daher gilt weltweit: Der beste Schutz vor der Atemwegserkrankung ist regelmäßiges, gründliches Händewaschen mit Seife (30 Sekunden) beziehungsweise die richtige Handdesinfektion. (Quelle: WHO)

Mythos: Handreinigung – doppelt hält besser

Erst gründlich die Hände mit Seife waschen und dann hinterher noch schön desinfizieren? Besser nicht! Denn Seifenreste an den Händen neutralisieren die Wirkung zahlreicher Desinfektionsmittel. Dadurch kommt es zu einer deutlich geringeren oder sogar einem kompletten Verlust der Reinigungswirkung. Dieses Phänomen wird in der Medizin auch als „Seifenfehler“ bezeichnet. Gründliches Händewaschen alleine reicht. Desinfektionsmittel im Intervall ohne vorheriges Händewaschen anwenden.

Mythos: Mein Haustier kann infiziert werden
In Belgien ist eine Katze positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Es handle sich um einen Einzelfall, der „bei engem Kontakt zwischen dem Tier und einem (infizierten) Menschen“ auftreten kann, sagte ein Behördensprecher am Freitag in Brüssel. Tierhalter, die am Coronavirus erkrankt sind oder die sich womöglich mit dem Coronavirus infiziert haben, sollten zum Schutz des Tieres den Kontakt so gering wie möglich halten bzw. vor und nach dem Kontakt gründlich die Hände mit Seife waschen. (Quelle: AGES)

Mythos: Eine Pneumokokken-Impfung kann schützen

Momentan steht kein Impfstoff zur Verfügung, der vor einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus schützt – auch eine Pneumokokken-Impfung hat keine Schutzwirkung. Allerdings können Pneumokokken-Infektionen (Anm.: Pneumokokken sind Bakterien) zu schweren Lungenentzündungen und Sepsis führen und die Versorgung der Patienten auf einer Intensivstation ggf. mit Beatmung erfordern. Dies gilt es gerade bei einem ohnehin schon über die Maßen belasteten Gesundheitssystem zu vermeiden. Die Empfehlung lautet – unabhängig von der Covid-19-Pandemie – für alle Personen, die ein erhöhtes Risiko für Pneumokokken-Erkrankungen haben, eine entsprechende Impfung. Es ist zudem plausibel, dass die Pneumokokken-Impfung eine bakterielle Superinfektion durch Pneumokokken bei Patienten mit Covid-19 verhindern kann. Bei Influenza-Erkrankungen sind bakterielle Superinfektionen durch Pneumokokken eine bekannte Komplikation. Die aktuelle Datenlage ist jedoch unzureichend, um einzuschätzen, wie häufig solche Superinfektionen bei Covid-19-Patienten vorkommen. (Quelle: Robert Koch Institut)

Mythos: Wer Ibuprofen nimmt, ­erkrankt schlimmer an Covid-19

Derzeit gibt es keine wissenschaftlichen Beweise für einen Zusammenhang zwischen Ibuprofen und der Verschlechterung von Covid-19. Die europäische Arzneimittelagentur EMA überwacht mit den nationalen Behörden die Situation dennoch genau und wird auch weiterhin alle Informationen prüfen, die zu diesem Thema im Zusammenhang mit der Pandemie verfügbar werden. Derzeit gibt es keinen Grund für Patienten, die Ibuprofen einnehmen, ihre Behandlung zu unterbrechen. Dies ist besonders wichtig für Patienten, die Ibuprofen oder andere nichtsteroidale entzündungshemmende Arzneimittel (kurz: NSAR) gegen chronische Krankheiten einnehmen. Patienten, die Fragen haben, sollten mit ihrem Arzt sprechen. (Quelle: AGES)

Mythos: Antibiotika sind effektiv bei Vorbeugung und Behandlung
Achtung: Antibiotika helfen NICHT gegen Viren. Sie bekämpfen ausschließlich Bakterien. Zum Einsatz kommen Antibiotika jedoch bei schweren Covid-19-Fällen zur Bekämpfung von durch Bakterien ausgelösten Sekundärinfektionen (Co-Infektionen).

Mythos: Zwiebeln sind ein ­besonders wirksames Hausmittel
Heilkräfte gegenüber Viren haben Zwiebeln nicht. Sie wirken antimikrobiell. Das heißt, sie schränken die Ausbreitung von Mikroorganismen ein, indem sie diese töten oder deren Wachstum lähmen. Da die im Zwiebelsaft enthaltenen antimikrobiellen Schwefelverbindungen flüchtig sind, können Mikroorganismen durchaus auch in der Luft abgetötet werden. Nach Aussage von Haike Antelmann, Prof. für Mikrobiologie, sind davon allerdings vor allem Bakterien betroffen. Es gebe bisher keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass die antimikrobielle Wirkung der Zwiebel auch bei Viren wirkt.

Hilfe via Hotlines

Informationen zu allgemeinen Fragen bezüglich des Coronavirus gibt es rund um die Uhr bei der AGES-Hotline 0800 555 621. Wer Coronavirus-Symptome aufweist oder befürchtet, erkrankt zu sein, soll zu
Hause bleiben und unter der Telefonnummer 1450 den Rat von Experten
einholen.

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