Alpträume: Wenn Schlaf zur Todesangst wird

Psychologie

Alpträume: Wenn Schlaf zur Todesangst wird

Man läuft und wird von einem Mörder verfolgt, man kann ihm nicht entkommen, läuft zu langsam oder ist wie versteinert. Man kommt zu spät, kann im Traum nicht sprechen, oder fällt im freien Fall in einen endlos tiefen Abgrund. Lebensbedrohliche Situationen und bizarre Szenen spielen sich in Alpträumen oft ab und machen den Schlaf für den Träumenden zu einem wahren Horror. Die negativen Gefühle und Angst werden im Laufe eines solchen Traumes so stark, dass man in der Regel aufwacht bevor "etwas passiert". Alpträume wirken jedoch auch nach dem Aufwachen nach und können sich nicht nur auf die Psyche schädlich auswirken.

Woher kommen Alpträume?
In der Regel handeln Alpträume von existenziellen Gefahren - man selbst oder jemand der uns wichtig ist wird mit dem Tod bedroht, verfolgt oder verlassen. „Häufig treten Alpträume bei Menschen auf, die etwas Traumatisierendes erlebt haben oder die sich in einer belastenden und stressigen Lebenssituation befinden“, erläutert ergänzt Brigitte Holzinger, Leiterin des Instituts für Bewusstseins- und Traumforschung in Wien.

Wissenschaftler vermuten allerdings, dass neben dieser Tatsache eher kreative und sensible Menschen gefährdet sind. Auch Kinder im Alter von 4-12 sind häufiger davon betroffen, als andere Vergleichsgruppen. Dies könnte bei Kindern damit zusammenhängen, dass sie in dieser Phase viel neues und aufregendes erlernen und durchmachen.

Was bedeuten Alpträume?
Vermutlich wollen Alpträume dem Träumenen darstellen was seine Probleme im wirklichen Leben sind, um dann auch Lösungen dafür zu suchen. Ein Alptraum, der uns auf den ersten Blick gar nicht logisch und verständlich vorkommt, hat meist einen tieferen Sinn und erklärt so einiges über unser Seelenleben. Alpträume sind jedoch nichts Schlimmes und können mit verschiedenen Methoden vertrieben werden. Treten Sie jedoch gehäuft auf, können sie gesundheitsschädlich werden. Von einer Alptraumstörung spricht man dann, wenn man mindestens einmal die Woche in einem Zeitraum von etwa sechs Monaten Alpträume hat.

Was man gegen Alpträume tun kann 1/3
Alptraum aufschreiben
Eine häufig angewandte Behandlungsmethode ist die Vorstellungs-Wiederholungs-Therapie, auch Imagery-Rehearsal-Therapy (IRT) genannt. Im ersten Schritt schreibt der Patient seinen Alptraum auf und arbeitet gemeinsam mit einem Therapeuten diejenigen Elemente heraus, die bei ihm Angst auslösen. Diese ersetzt er durch weniger emotionale Alternativen. Zum Beispiel wird aus einem dunklen Parkhaus ein gut beleuchtetes, und der vermeintliche Verfolger schlägt doch noch einen anderen Weg ein.
Umdenken
Der Patient schreibt die neue Traumfassung auf und stellt sie sich zwei Wochen lang mehrmals am Tag vor, damit sich die neue Denkweise auf den Alptraum überträgt. Die IRT-Methode hat bisher die höchste Erfolgsrate. Zwar passiert es selten, dass Patienten die neue Traumversion tatsächlich im Detail träumen und sich daran erinnern können. Aber der ursprüngliche Alptraum tritt nur noch in abgeschwächter Form und nicht mehr so häufig auf.
Klarträumen
Eine zeitintensivere Methode ist das sogenannte Klarträumen. Beim Klarträumen weiß man, dass man träumt, und dass man im Traum frei handeln kann Betroffene können also direkt im Traum ihr eigenes Alptraumgeschehen beeinflussen. Durch verschiedene Techniken kann man das Klarträumen erlernen: Betroffene können sich etwa mehrmals am Tag fragen: 'Bin ich wach oder träume ich?' Durch häufige Wiederholungen werde die Frage zur Gewohnheit, so dass man sie sich schließlich auch im Alptraum stellen könne.

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